Alter Ego – Tatort Dortmund – Folge 844

by on 23. September 2012

Endlich ist es soweit, das Team aus Dortmund feiert mit dem Fall “Alter Ego” Premiere. Hauptkommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) wird von Lübeck nach Dortmund versetzt und ist der neue Leiter der Mordkommission. Seine Kollegin und Stellvertreterin ist Hauptkommissarin Martina Bönisch (Anna Schudt). Und dann sind da noch die beiden jungen Oberkommissare Nora Dalay (Aylin Tezel) und Daniel Kossik (Stefan Konarske). Es ist keine Zeit den neuen Chef zu begrüßen oder sich überhaupt gegenseitig kennenzulernen, denn der erste Tag in Dortmund beginnt für Peter Farber mit dem Tod von Kai Schiplok (Tom Viehoefer).

Alter Ego Tatort Dortmund

Alter Ego – Tatort Dortmund / Bild: WDR/Willi Weber

Die Leiche des Studenten wurde in dessen Wohnung gefunden, nackt, aber in ein seidenes Tuch gehüllt. Die ersten Ermittlungen ergeben, dass Exfreund Lars Bremer (Christoph Jöde) wohl unter dem lockeren Lebensstil des Toten gelitten hat. Eifersucht könnte das Motiv sein. Oberkommissar Daniel Kossik muss sich auch erst einmal an die neuen Ermittlungsmethoden von Faber gewöhnen und ihn in den Schwulenclub “Chelsea” begleiten um dort zu ermitteln. Er hat außerdem die Nacht mit seiner Kollegin Nora verbracht, die allerdings Zweifel befallen, denn sie müssen als Team in den Ermittlungen funktionieren. Die vier Kommissare stoßen schließlich auf ein High-Tech-Unternehmen, denn dort hatte der Tote ein Praktikum absolviert. Und dann geschieht noch ein zweiter Mord und wieder ist der Tote lediglich mit einem Tuch bedeckt…

Sebastians Bewertung: ★★★★☆☆☆☆☆☆
In „Alter Ego“, der Premiere des Dortmunder Tatorts, findet sich das Ermittlerteam erstmals zusammen. Hauptkommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) wurde gerade von Lübeck nach Dortmund versetzt und soll nun die Mordkommission leiten. Mit zum Team gehören auch Hauptkommissarin Martina Bönisch (Anna Schudt) und jungen die Polizeikommissare Nora Dalay (Aylin Tezel) und Daniel Kossik (Stefan Konarske). Wie der WDR bereits angekündigt hatte, liegt der Fokus neben den Ermittlungen und der Tätersuche auf der Polizeiarbeit und dem Miteinander der Kollegen. Da ist es nur typisch, dass gleich zu Beginn eine erotische Affäre zwischen den Polizeikommissaren eingesetzt wird.

Im Fall selbst sind die Beamten nach zwei Morden an jungen Homosexuellen einem Täter auf der Spur, der augenscheinlich auch Vorlieben für Männer hegt. Durch das gleichzeitige Ermitteln kommt dem Zuschauer die Geschichte zwar interessant, aber auch nicht sonderlich spannend vor. Viel mehr als am Fall scheint man an den persönlichen Geschichten der Kommissare zu hängen. Die Dialoge sind bisweilen sehr knapp gehalten und von der Stange, Witz und Humor wird nicht viel Platz eingeräumt. Die schauspielerische Leistung ist in Ordnung. Hartmann kann in seiner Rolle aus dem Ensemble ausbrechen und etwas mehr Farbe ins Spiel bringen. Im Buch findet sich leider viel Stückwerk. Aufmerksame Zuschauer kennen den Täter „Stunden“ vor der Polizei. Die Kameraeinstellungen sind solides TV-Handwerk ohne nennenswerte Besonderheiten.

Insgesamt ist die Premiere des Dortmunder Tatorts geglückt, da an einer Vollkatastrophe vorbeigeschrammt wurde. Das neue Team hat einen Zuschauerbonus und ist in dieser Form ja wirklich etwas ganz besonderes. Die Darsteller machen einen guten Job und das Potenzial ist durchaus erkennbar. Es bleibt die Hoffnung, dass die Rollen noch genügend Futter zu erzählen haben, die Dialoge mehr Schwung bekommen und die kommenden Fälle mehr Spannung bieten. Sollte dies nicht gelingen, könnte dem ambitionierten Team aus Dortmund schon bald eine Fahrt aufs Abstellgleis in der Zuschauergunst blühen. Anderenfalls erleben wir Fälle mit einem sehr individuellen Tatort-Ermittlerteam.

Majas Bewertung: ★★★★★☆☆☆☆☆
Thema im Tatort “Alter Ego” ist gleichgeschlechtliche Liebe, die nicht immer toleriert wird. Es geht um Mord rund um Eifersucht und Hass. Hauptkommissar Peter Farber (Jörg Hartmann) ist der neue Chef der Mordkommission Dortmund. Er ist eher der Einzelgänger, der ungewöhnliche Ermittlungsmethoden an den Tag legt, sich in den Mörder versetzt und sich selbst in diese Methoden steigert. Außerdem hält er sich mit Antidepressiva über Wasser. Seine Kollegin Martina Bönisch (Anna Schudt) ist genau das Gegenteil. Die Karrierefrau versucht Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Die beiden jungen Oberkommissare Nora Dalay (Aylin Tezel) und Daniel Kossik (Stefan Konarske) turteln mehr miteinander als ihrer beruflichen Zusammenarbeit gut tun würde. Doch beide sind mit genug Witz bei der Sache und beleben den Tatort ungemein. Das Team muss wohl noch zusammenwachsen, in der heutigen Premiere “Alter Ego” haben sich die Schauspieler allesamt eher amateurhaft gezeigt und sie haben es eher ruhig angehen lassen.

Der Tatort begann vielversprechend, doch nach einem schnellen Start stockt die Handlung und die Ermittlungen treten immer wieder auf auf der Stelle. Der rote Faden spannt sich kaum durch den gesamten Fall, kann aber immer wieder irgendwie aufgenommen werden. Außerdem überspannen die Macher der Folge an einigen Stellen fast den Bogen, denn insbesondere Hauptkommissar Faber wirkt überzeichnet. Ein wenig mehr Witz hätte nicht schaden können.

Dortmund? Dass dieser Tatort in Dortmund spielt, lässt sich wohl nur erahnen. Schade. Einige typische Ruhrpott-Bilder wurden zwar eingespielt, aber der Wiedererkennungswert fehlt fast vollständig. Schade. Im Gegensatz zu manch anderem Polizeipräsidium konnten die Dortmunder mit einem modernen Büro aufwarten. Wird auch Zeit, aus den 1980er Jahren herauszuwachsen.

Fazit: Starker Anfang, darauf folgend eine eher schwache Handlung. Geben wir dem neuen Team im Tatort Dortmund noch eine Chance sich zusammenzuraufen und zusammenzuwachsen. Zumindest sind am Schluss keine Fragen offengeblieben und das ist ja auch mal was.

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:30
Drehbuch – Jürgen Werner
Regie – Thomas Jauch
Erstsendung – 23.9.2012
Produktionssender – WDR
Produktionsfirma – Colonia Media
Drehort – Dortmund, Köln
Bildformat – 16:9
Redaktion – Frank Tönsmann

Besetzung
Hauptkommissar Peter Faber – Jörg Hartmann
Hauptkommissarin Martina Bönisch – Anna Schudt
Oberkommissarin Nora Dalay – Aylin Tezel
Oberkommissar Daniel Kossik – Stefan Konarske
Jonas Zander (Gerichtsmediziner) – Thomas Arnold
Hauptkommissar Krüger – Robert Schupp
Lars Bremer – Christoph Jöde
Dr. Hendrik Strehlsen – Michael Rotschopf
August Strehlsen – Joachim Bißmeier
Ellen Strehlsen – Sonja Baum
Sebastian Lesniak – Ludwig Blochberger
Kai Schiplok – Tim Viehoefer
Laura Polatschek – Silvia Weiskopf
Thomas Bremer – Uli Krohm
Baarkeeper Tom – Christopher Kohn
Martin Höller – Patrick Heyn
Hausmeister von Fabers alter Schule – Rolf Dennemann
N.N – Markus Jakovljevic

Stab
2nd Unit Kamera – Ansgar Krajewski
Aufnahmeleitung – Markus Hesseling
Außenrequisite – Daniel Kolarov
Außenrequisite – Dominik Schmitz
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Wanja Krieger
Besetzung/Casting – Gitta Uhlig
Best Boy – Thorben Olbertz
Continuity – Caroline Krebsfänger
Continuity – Markus Berera
Digital Colorist – Rainer Bültert
Garderobe – Sandra Lee
Herstellungsleitung – Liane Retzlaff
Kamera – Clemens Messow
Kameraassistenz – Jörg Viertel
Kameraassistenz – Tobias Linsel
Kamerabühne – Andreas Hülzer
Kostüme/Kostümbild – Martina Jeddicke
Location Scout – Rolf Viehrig
Maske/Maskenbildner – Frauke Horn
Maske/Maskenbildner – Silvia Barthelmeß
Maske/Maskenbildner – Claudia Busch
Mischung – Christoph Merkele
Motivaufnahmeleitung – Simon Raphael Louwen
Motivaufnahmeleitung – Ulrich Büchel
Musik/Filmkompositionen – Stephan Massimo
Oberbeleuchter – Andreas Theiner
Postproduktion – Carla Schild-Kreindl
Produktionsassistenz – Nicole Schaffrath
Produktionsleitung – Marion Sand
Produzent – Sonja Goslicki
Regieassistenz – Kirsten Laser
Requisite – Roman Halassy
Schnitt – Dagmar Lichius
Set-Aufnahmeleitung – Alexander Viering
Sounddesign – Klaus Waßen-Floren
Standfotografie – Willi Weber
Szenenbild – Frank Polosek
Ton/Filmtonassistenz – Sebastian Leukert
Ton/Filmtonmeister – Wolfgang Wirtz
Videooperator – Tim Weskamp

Weitere Meinungen und Rezensionen

Faz.net: Zum ersten Mal spielt ein Ruhrpott-„Tatort“ nun in Dortmund. Die Premiere bietet einen leicht schizophrenen Kommissar, spielt mit Viererkette und lässt noch Luft nach oben. (…) Legenden-Potential lässt die erste Dortmund-Folge noch nicht erkennen. Außer am Profil der Hauptfigur müsste man künftig auch am Zusammenspiel der ermittelnden Viererkette arbeiten.

Bz-berlin.de: Fazit: Bei den Dortmundern ist für jeden was dabei: der Durchgeknallte, die Bodenständige, die Harte und der Testosteron-Schädel. Lässt sich gut an, jetzt müssen nur noch die Fälle stimmen.

Serienjunkies.de: Das Team Bönisch-Faber hat sich schon im Laufe der Episode sortiert und konnte nicht nur im Bereich der psychoanalytischen Rollenspiele die Zusammenarbeit verbessern. Die einfühlsame Kommissarin, die auch im eigenen Team die Wogen glätten kann und Faber mit seiner in die Enge treibenden Direktheit ergänzen sich gut.

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