Borowski und der Engel – Tatort Kiel – Folge 892

by on 29. Dezember 2013

Sabrina Dobisch (Lavinia Wilson) wird Zeugin bei einem schweren Verkehrsunfall, bei dem auch ein Fußgänger verletzt wird und die Altenpflegerin versucht daraufhin das Leben des verletzten Christian van Meeren (Martin Bruchmann) zu retten. Sie gibt außerdem der Autofahrererin und angeblichen Unfallverursachererin Doris Ackermann (Leslie Malton) die Schuld und klagt sie des vorsätzlichen Mordes an. Sie selbst lässt sich in der Öffentlichkeit als Retterin feiern.

Tatort Borowski und der Engel

Borowski und der Engel – Tatort Kiel / Bild: NDR/Christine Schröder

Der Kieler Hauptkommissar Klaus Borowski (Axel Milberg) stellt den Fall allerdings als einziger in Frage, denn außer Sabrinas Zeugenaussage gibt es keine Anzeigen eines Verbrechens. Schließlich findet Sarah Brandt (Sibel Kekilli) eine Waffe in Doris Auto, was dem Ermittler-Team zu denken gibt. Nun stellt sich beiden die Frage, ob es doch einen Zusammenhang zwischen dem verunglückten Opfer Christian und der Fahrerin Doris gibt? Auffällig verhält sich auch der Klavierlehrer André Rosenthal (Bruno Cathomas), der sich anscheinend oft in der Nähe von Christian gesehen wurde.

Sebastians Bewertung: ★★★★★★★★★☆
Im neuen Kieler Tatort „Borowski und der Engel“ ermitteln Klaus Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli) in dem Fall eines Verkehrsunfalls, der sich durch Zeugenaussagen in einen Mord wenden soll. Auch wenn der Plot etwas Zeit braucht um Fahrt aufzunehmen, lebt die Folge von der Spannung und den starken Charakterdarstellern. Allen voran Lavinia Wilson gibt als Todesengel Sabrina Dobisch den Ton an und spielt die Psychopathin mit erschreckender Hingabe. Auch die anderen Darsteller überzeugen wieder einmal in ihren Rollen.

Die Kamera setzt vor allem starke Kontraste und lange Szeneneinstellungen mit wenigen Schnitten. Auf Musik wird bis auf die Eröffnungsszene fast vollständig verzichtet, so dass auch eine übertriebene Dramatisierung abgewendet werden kann. Die Ausstattung kann sich sehen lassen und legt wert auf viele Details. Vor allem Schloss Tremsbüttel wird zur Szenerie und bietet der Handlung einen guten Schauplatz.

Insgesamt liefert der NDR mit „Borowski und der Engel“ wieder einmal einen grandiosen Psychokrimi ab. Ganz im Stil der skandinavischen Krimis wird viel Wert auf die Charaktere und deren Entwicklung gelegt. Zwar ist das Erzähltempo gedrosselt, doch die Spannung kann über die Spielzeit aufrechterhalten werden. Es ist einfach eine große Freude den Kieler Tatort zu sehen, der sich mit dieser Folge selbst das schönste Geschenk zum 10-jährigen Jubiläum macht. Auf weitere 10 Jahre!

Majas Bewertung: ★★★★★★★★★★
Das war nun der letzte Tatort in diesem Jahr und es war auf jeden Fall auch einer der besten des Jahres. “Borowski und der Engel” war von Anfang bis Ende ein wirklich gelungener Krimi, der es verdient hat, in dieses Genre eingeordnet zu werden – jede Menge Spannung, ein Haufen Emotionen und eine fast durchweg plausible Handlung.

Begeistert hat mich Lavinia Wilson als Altenpflegerin Sabrina Dobisch, die mit allen Mitteln gegen ihre Einsamkeit kämpft und ein großes Geflecht aus Lügen um sich herum aufbaut. Die Verzweiflung ist ihr ins Gesicht geschrieben, doch sie schafft es immer wieder die Menschen um sich herum zu von sich zu überzeugen. Letztendlich kommen ihr die Kommissare jedoch auf die Schliche. Gut und Böse, Fantasie und Realität liegen hier eben sehr nah beieinander. Doch auch die anderen Schauspieler überzeugten auf ganzer Linie, u.a. Bruno Cathomas als Klavierlehrer André, der eine sehr mysteriöse Rolle spielt. Das Kieler Team, bestehend aus Hauptkommissar Klaus Borowski (Axel Milberg) und Kollegin Sarah Brandt (Sibel Kekilli) ist einfach großartig. Die beiden sind so unterschiedlich und man muss sie einfach mögen. Zudem passen sie in ihren Rollen extrem gut zusammen und ergänzen sich auf ganzer Linie.

Der Tatort “Borowski und der Engel” hatte einen nordischen Charakter und hätte auch fast ein Fall mit dem schwedischen Kriminalkommissar Kurt Wallander aus Ystad sein können. Gerade auch die vielseitigen Aufnahmen und Kameraeinstellungen erinnern an die skandinavischen Kollegen. Tatort können die Kieler.

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:28
Drehbuch – Sascha Arango
Regie – Andreas Kleinert
Erstsendung – 29.12.2013
Arbeitstitel: Borowski und der Engel des Todes
Produktionssender – NDR
Produktionsfirma – Nordfilm GmbH
Drehort – Kiel und Umgebung, Pinneberg
Bildformat – 16:9
Redaktion – Sabine Holtgreve

Besetzung
Hauptkommissar Klaus Borowski – Axel Milberg
Sarah Brandt – Sibel Kekilli
Kriminalrat Roland Schladitz – Thomas Kügel
Sabrina Dobisch – Lavinia Wilson
Doris Ackermann – Leslie Malton
Dora van Meeren – Victoria Trauttmansdorff
Felix van Meeren – Horst Janson
Christian van Meeren – Martin Bruchmann
André Rosenthal – Bruno Cathomas
Unfallfahrer – Mat Nichol
Nachbarin – Laura Schwickerath
N.N – Nicolas Garin
N.N – Mirco Kuball
N.N – Jürgen Gröning
N.N – Mathias Junge
N.N – Alexandra Riemann
N.N – Gertrud Rajkowski
N.N – Stefanie Burkhart

Stab
Assistent der Set-AL – Eric Overheu
Aufnahmeleitung – Muriel Amstalden
Außenrequisite – Sabine Dotzauer
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Frank Müller
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Kai Stegenga
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Christopher Sälzer
Besetzung/Casting – Suse Marquardt
Best Boy – Olaf Maack
Bildtechnik – Henning Sancken
Continuity – Birgitt Dorny
Erster Aufnahmeleiter – Christoph Heitmann
Fachberatung – Winfred Tabarelli
Garderobe – Lydia Vetter
Garderobe – Sarah Beckmann
Grafik – Sabine Zimmermann-Niebuhr
Herstellungsleitung – Jan Michael Kremer
Innenrequisite – Meike Pauly
Kamera – Benedict Neuenfels
Kamerabühne – Mario Matic
Kameraassistenz – Andreas Erben
Kameraassistenz – Phillip Wölke
Kostümbildassistenz – Conny Frei
Kostüme/Kostümbild – Karin Lohr
Location Scout – Hagen Diercksen
Maske/Maskenbildner – Elisabeth Harlan
Maske/Maskenbildner – Jens Holstein
Maske/Maskenbildner – Christine Rose
Mischtonmeister – Christoph Metke
Motivaufnahmeleitung – Phillip Pemöller
Musik/Filmkompositionen – Daniel Dickmeis
Oberbeleuchter – Michael Herrmann
Postproduktion – Ulrike Freyer
Producer – Holger Ellermann
Produktionsassistenz – Sonja Meyer
Produktionsfahrer – Daniel König
Produktionsfahrer – Ilka Müller-Waack
Produktionsfahrer – Tatjana Godovits
Produktionsleitung – Patrick Brandt
Produktionsleitung – Daniel Buresch
Produzent – Kerstin Ramcke
Regieassistenz – Claudia Beewen
Schnitt – Gisela Zick
Standfotografie – Christine Schroeder
Steadicam – Johannes Holweg
Stunt Koordination – Rainer Werner
Stunts – Armin Sauer
Szenenbild – Myrna Drews
Szenenbildassistenz – Benjamin Speiswinkel
Ton/Filmtonassistenz – Thomas Vosseler
Ton/Filmtonmeister – Torsten Többen
Videooperator – Fabio Spitzenberg

Weitere Meinungen und Rezensionen

Abendzeitung-Muenchen.de: Ein Psychothriller zum Geburtstag: Zu seinem zehnjährigen „Tatort“-Jubiläum löst der Kieler Hauptkommissar Klaus Borowski alias Axel Milberg einen Fall zwischen Realität und Fantasiewelt – wieder unterstützt von Sibel Kekilli als Kommissarin Sarah Brandt.

DerWesten.de: Tatort-Kommissar Borowski feiert am Sonntag sein zehnjähriges Tatort-Jubiläum mit einem großartigen Krimi. Die Geschichte einer Frau, die mit einer Raffinesse und Impertinenz lügt, macht ihm schwer zu schaffen. „Borowski und der Engel“ bietet wieder einmal mehr als den üblichen Krimistandard.

Tittelbach.tv: Arangos irrwitzige Story hebelt nicht nur die Mythen des TV-Krimis aus, auch Regisseur Kleinert macht deutlich, was er liebt: das Kino und seine Schauspieler. Lavinia Wilson stilisiert er zur Ikone postmoderner Weiblichkeit. Große Fernsehkrimi-Kunst!

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