Borowski und der stille Gast – Tatort Kiel – Folge 842

by on 9. September 2012

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„Er ist in meiner Wohnung. Er kommt einfach durch die Wand.“ flüstert Carmen Kessler ins Telefon. Doch die Polizei auf der anderen Seite der Leitung kann ihr nicht mehr helfen. Carmen Kessler wird kurze Zeit später tot in ihrer Wohnung aufgefunden. In selbiger wurde sie das Opfer eines brutalen und rätselhaften Verbrechens.

Borowski und der stille Gast - Tatort Kiel

Borowski und der stille Gast – Tatort Kiel / Bild: NDR/Marion von der Mehden

So stehen die beiden Kieler Kommissare Klaus Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli) vor einer Menge offener Fragen. Wie konnte der Täter mehrfach in die geschlossene Wohnung eindringen ohne auch nur eine Spur zu hinterlassen? Es scheint fast, als habe der Mörder einige Zeit unbemerkt bei der jungen Frau gewohnt. Regisseur Christian Alvart inszeniert mit „Borowski und der stille Gast“ ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die epilepsiekranke Kommissarin selbst in die Fänge des psychopathischen Täters gerät.

Sebastians Bewertung: ★★★★★★★★★☆
Im neuen Kieler Tatort „Borowski und der stille Gast“ werden Zuschauer mit in das Seelenleben eines psychisch kranken Spanners entführt. Auch wenn der typisch mürrisch agierende Axel Milberg als Kommissar Klaus Borowski die Schauspielkünste diesmal kaum zeigen kann, ist die Leistung der Darsteller sehr anständig. Lars Eidinger überzeugt als psychopatischer Briefträger Kai und auch Sibel Kekilli kann aus ihrer Rolle einiges herausholen und beweist vollends, dass sie als Schauspielerin ernst genommen werden sollte. Die Handlung ist insgesamt schlüssig und trotz bekanntem Täter für die Zuschauer ungemein spannend. Kamera, Bild und Ton sind perfekt aufeinander abgestimmt.

Insgesamt ist dem NDR mit „Borowski und der stille Gast“ wieder einmal ein sehr guter Tatort gelungen. Regisseur Christian Alvart zeigt sein ganzes Können und kann dabei auf ein gutes Buch von Sascha Arango bauen, welcher sich auch schon für den sensationellen Tatort „Borowski und die Frau am Fenster“ verantwortlich zeigte. Wenn der NDR die Qualität der neuen Kieler Tatort-Folgen aufrecht erhalten kann, steht einem langfristigen Erfolg nichts im Wege. Zumal man sich den Kieler Tatort gar nicht mehr ohne Sibel Kekilli vorstellen kann.

Majas Bewertung: ★★★★★★★★★☆
Der Tatort „Borowski und der stille Gast“ lässt einem schon zu Beginn einen kurzen kalten Schauer über den Rücken laufen. Es geht um einen unscheinbaren Briefträger namens Kai Korthals (Lars Eidinger), der in die Wohnungen junger Frauen eindringt und dort ihre Zahnbürsten benutzt, aber sich auch für eine gewisse Zeit einnistet und seine Opfer beobachtet. Ein ungebetener Gast, ein stiller Gast, der die Psyche der Opfer angreift und dieses Gefühl auch beim Zuschauer weckt.

Kommissar Klaus Borowski (Axel Milberg) hat alle Hände voll zu tun, denn neben dem brenzligen Fall kommt auch noch heraus, dass seine Kollegin und Assistentin Sarah Brandt (Sibel Kekilli) an Epilepsie leidet und teilweise mit der Arbeit überfordert ist. Beide machen einen guten Job und spielen ihre Rollen größtenteils glaubhaft. Außerdem gerät Sarah Brandt selbst in die Opferrolle. Meiner Meinung nach sind Borowski und Brandt das vielleicht interessanteste Ermittler-Duo im Moment, denn auf den ersten Blick passen sie so gar nicht zusammen und sind auch beide nicht die typischen Kommissare. Auch Lars Eidinger wird seiner Rolle als Postbote gerecht und zeigt verschiedene Gesichter, die man ihm durchaus alle abnehmen kann. Viele Szenen in „Borowski und der stille Gast“ werden durch die passende Klaviermusik unterstützt und fördern die Spannung ungemein. Auch Frank Sinatra kommt mit seinem Song „Some enchanted evening“ zu Wort.

Ein bißchen psycho, ein bißchen gruselig. Insgesamt hebt sich dieser Tatort von den letzten Folgen positiv hervor, denn er hat gezeigt, dass es auch mal anders geht. Den Filmemachern ist eine überraschende Abwechslung gelungen. An der Realität muss wie so oft noch gefeilt werden, aber daran haben wir uns mittlerweile gewöhnt und welche Serie ist schon von vorne bis hinten realitätsnah?

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:30
Drehbuch – Sascha Arango
Regie – Christian Alvart
Erstsendung – 9.9.2012
Produktionssender – NDR
Produktionsfirma – Studio Hamburg
Drehort – Kiel und Umgebung, Kiel Mettenhof
Bildformat – 16:9
Redaktion – Sabine Holtgreve

Besetzung
Hauptkommissar Klaus Borowski – Axel Milberg
Kommissarsanwärterin Sarah Brandt – Sibel Kekilli
Roland Schladitz – Thomas Kügel
Ernst Klee (Kriminaltechniker) – Jan Peter Heyne
Gerichtsmediziner Dr. Stormann – Samuel Finzi
Kai Korthals – Lars Eidinger
Roswitha Kranz – Peri Baumeister
Nathaniel Kranz – Willem und Kristen Hass
Moni – Nadine Wrietz
N.N – Linda Stach
N.N – Gerald Wick

Stab
Assistent der Set-AL – Eric Overheu
Aufnahmeleitung – Christoph Heitmann
Außenrequisite – Sabin Enste
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Jörg Santjer
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Boris Lohmeyer
Besetzung/Casting – Suse Marquart
Best Boy – Martin Lieckfeld
Fachberatung – Dr. Stefan Stodieck
Garderobe – Mirjam Tschochner
Garderobe – Sarah Beckmann
Herstellungsleitung – Jan Michael Kremer
Innenrequisite – Karola Soos
Kamera – Ngo The Chau
Kameraassistenz – Gregor Grieshaber
Kameraassistenz – Jan-Frederik Wockenfuß
Kamerabühne – Ilko Petkow
Kamerabühne – Theo Krönke
Komparserie – Kirsten Schultz
Kostümbildassistenz – Marion Schumacher
Kostüme/Kostümbild – Anja Kaninck
Licht – Benjamin Dreythaller
Location Scout – Hagen Diercksen
Maske/Maskenbildner – Antje Bockeloh
Motivaufnahmeleitung – Philipp Pemöller
Musik/Filmkompositionen – Michl Britsch
Presse – Iris Bents
Presse – Carina Maier
Producer – Holger Ellermann
Produktionsassistenz – Sonja Meyer
Produktionsfahrer – Daniel Funke
Produktionsfahrer – Daniel König
Produktionsleitung – Patrick Brandt
Produktionsleitung – Daniel Buresch
Produzent – Kerstin Ramcke
Regieassistenz – Steffi Doehlemann
Requisitenfahrer – Achim Grodd
Schnitt – Sebastian Bonde
Set-Aufnahmeleitung – Muriel Amstalden
Sounddesign – Andre Mundt
Standfotografie – Marion von der Mehden
Steadicam – Rodja Kükenthal
Stunt Koordination – Rainer Werner
Szenenbild – Birgit Kniep-Gentis
Ton/Filmtonassistenz – Thomas Vosseler
Ton/Filmtonmeister – Torsten Többen

Weitere Meinungen und Rezensionen

Tittelbach.tv: Weitere Pluspunkte von „Borowski und der stille Gast“: Sibel Kekilli und Sarah Brandt, beide kommen im „Tatort“ aus Kiel mit dieser Episode an – hoch impulsiv und jähzornig, dann wieder sanft und einsichtig. Lars Eidinger („Alle anderen“) als Mörder wider Willen bringt unglaublich viele Facetten in sein Spiel, die ein herkömmlicher Krimi-Psychopath nicht ausleben darf.

FAZ.net: Will man das alles so genau sehen, so genau wissen? Was interessiert einen die krankhafte Logik, der perverse Schlüsse ziehende Verstand eines Soziopathen, abgesehen vom Erzeugen des beruhigenden Gedankens, dass nichts von uns darin steckt?

Sueddeutsche.de: Der Mann, den Eidinger spielt, schiebt sich unter die Haut seiner Opfer, beißt sich in ihnen fest wie ein Parasit im Fleisch des Wirtstiers. Er sorgt sich um diese Frauen, er lebt mit ihnen, ohne dass sie es wissen. Sie ahnen es nur. Die Morde, die der Mann begeht, sind Beziehungstaten eines Beziehungsgestörten, denn sie beenden Beziehungen, die nur er als Beziehungen empfindet.

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