Das erste Opfer – Tatort Stuttgart – Folge 813

by on 9. Oktober 2011

Auf einer Großbaustelle geschieht ein seltsamer Mord: Der Bauunternehmer Detlef Börner (Thomas Huber) wird nachts in einem Baucontainer von der Schaufel eines Radladers kampfunfähig gemacht und dann mit einer blutverdünnenden Injektion einfach liegengelassen. In Marbach passiert kurze Zeit später ein weiterer Mord. Sigrun Karrenbrock (Constanze Weinig), eine Restaurantbetreiberin wird von einem gestohlenen Geländewagen überfahren. Die Frau verblutet.

Das erste Opfer Tatort

Das erste Opfer - Tatort Stuttgart / Bild: SWR/Stephanie Schweigert

Die Stuttgarter Kriminalkommissare Sebastian Bootz (Felix Klare) und Thorsten Lannert (Richy Müller) glauben aufgrund eines Fotos und den ungewöhnlichen Mordmethoden, dass beide Fälle zusammenhängen müssen. Ihre Ermittlungen ergeben außerdem, dass die beiden Opfer einmal ein Paar gewesen sind. Der Bauunternehmer hatte zuletzt mit einem ehemaligen Studienkollegen Michael Joswig (Hans-Werner Meyer) telefoniert, der der einzige Überlebende des damaligen Freundeskreises ist. Lannert und Bootz vermuten die Mordmotive in diesem Freundeskreis zu finden. Joswig sagt jedoch nichts. Je mehr Informationen die Kommissare recherchieren können und in das Leben der beiden Opfer blicken, desto klarer wird, dass der Mörder seine Opfer bestrafen wollte. Und deshalb schwebt auch Michael Joswig und seine Familie in Lebensgefahr.

Sebastians Bewertung: ★★★☆☆☆☆☆☆☆
Die Kriminalkommissare Sebastian Bootz (Felix Klare) und Thorsten Lannert (Richy Müller) gehen im Tatort „Das erste Opfer“ auf die Jagd nach einem Serienmörder. Schauspielerisch bleiben beide allerdings blass. Auch die Nebenrollen stechen nicht gerade hervor. Das Drehbuch gibt den Darstellern allerdings auch nicht allzu viele Möglichkeiten, um sich auszuzeichnen. Kamera und Bild sind eher dunkel gehalten, tragen aber auch nicht zur Spannung bei. Das Spannungsniveau bewegt sich auch insgesamt auf unterem Niveau. Die Ausstattung ist unauffällig und setzt keine Akzente.

Insgesamt ist dem SWR mit „Das erste Opfer“ kein guter Tatort gelungen, obwohl alle kriminalistischen Register gezogen wurden. Das Drehbuch und der Plot sind einfach zu flach, auch die Regie konnte dem Buch kein echtes Leben einhauchen. Etwas mehr Tempo und Dramatik hätte dem Tatort gut zu Gesicht gestanden. So müssen wir uns leider damit abfinden, dass der Stuttgarter Tatort weiter ein Dasein als Tatortnebenschauplatz fristet und keine weitere Beliebtheit erlangen wird.

Majas Bewertung: ★★★★★★★★☆☆
“Das erste Opfer” beginnt actionreich und es wird ungewöhnlich viel Blut gezeigt für einen Tatort. Ein grausamer gewalttätiger Mord, der extrem viel Spannung aufbaut. Diese wird durch einen zweiten, ebenso grausamen Mord, noch gesteigert. Die Handlung selbst wird erst in der zweiten Hälfte wirklich interessant. Es ist eine Reise in die Vergangenheit der beiden Opfer mit verwirrenden Bekanntschaften und einem dunklen Geheimnis.

Eine erstaunlich große Rolle spielt in diesem Tatort die Staatsanwältin Emilia Álvarez (Carolina Vera), die allerdings nicht mit besonderen Leistungen glänzen kann. Sie wirkt oft überheblich und allzu perfekt. Die beiden Stuttgarter Hauptkommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) wirken in diesem Fall sehr eng miteinander verbunden und gehen freundschaftlich miteinander um. Lannert hilft Bootz sogar beim Abhängen der trockenen Wäsche. Die Kommissare spielen eher unauffällig und ihre Leistung lässt sich kaum bewerten. Schade, denn Lannert und Bootz konnten in ihren vorherigen Fällen weitaus mehr überzeugen. Sehr viele Szenen sind mit eigens komponierter Musik unterlegt, die Spannung erzeugt und die Dialoge und Handlungen unterstützt.

Insgesamt ist dieser Tatort aus Stuttgart dramatisch und mitreißend, sodass man definitiv am Ball bleibt. Von den Schauspielern Müller und Klare habe ich mir mehr erwartet. Weitere Pluspunkte kann die Folge mit den perfekt eingesetzten Musikstücken sammeln.

Sendeinformationen
Sendelänge: ca. 90:00
Drehbuch – Stephan Brüggenthies, Leo P. Ard, Birgit Grosz
Regie – Nicolai Rohde
Erstsendung – 09.10.2011
Produktionssender – SWR
Produktionsfirma – Maran Film
Drehort – Stuttgart, Baden-Baden, Karlsruhe, Freiberg/Neckar
Bildformat – 16:9
Redaktion – Brigitte Dithard, Manfred Hattendorf

Besetzung
Hauptkommissar Thorsten Lannert – Richy Müller
Hauptkommissar Sebastian Bootz – Felix Klare
Staatsanwältin Emilia Álvarez – Carolina Vera
Kriminaltechnikerin Nika Banovic – Miranda Leonhardt
Daniel Voigt [Gerichtsmediziner] – Jürgen Hartmann
Michael Joswig – Hans-Werner Meyer
Nadine Joswig – Julika Jenkins
Hanna Joswig – Nina Gummich
Karin Börner – Alexandra von Schwerin
Heiner Horsch – Peter Kremer
Heike Rosendorf – Irene Rindje
Ulrich Rosendorf – Hannes Hellmann
Rico – Johannes Allmayer
Detlef Börner – Thomas Huber
Sigrun Karrenbrock – Constanze Weinig

Stab
Assistent der Set-AL – Larissa Lösch
Außenrequisite – Andreas Fassonge
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Sven Willwersch
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Martin Kraus
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Philipp Hertweck
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Christopher Lorenz
Besetzung/Casting – Clemens Erbach
Besetzung/Casting – Antje Wetenkamp
Continuity – Felix Triebel
Erster Aufnahmeleiter – Sabine Reiboldt
Innenrequisite – Christian Bößler
Kamera – Ralf Nowak (ersten 3 Drehtage)
Kamera – Jürgen Carle (ab 4. Drehtag)
Kameraassistenz – Martin Furch
Kamerabühne – Stefan Hübscher
Kostüme/Kostümbild – Stephanie Kühne
Location Scout – Pamela Schmidt
Musik/Filmkompositionen – Johannes Kobilke
Producer – Nils Reinhardt
Produktionsassistenz – Prisca Feuerer
Produktionsleitung – Michael Bentkowski
Produzent – Sabine Tettenborn
Regieassistenz – Sabine Vollmer
Schnitt – Martina Butz-Kofer
Set-Aufnahmeleitung – Daniel Geier
Standfotografie – Stephanie Schweigert
Steadicam – Patrick D. Kaethner
Szenenbild – Anette Reuther
Ton/Filmtonassistenz – Johannes Winkler
Ton/Filmtonmeister – Lutz Pape

Weitere Meinungen und Rezensionen

Stuttgarter Zeitung: Der Kreis der Verdächtigen könnte aus einem Lehrbuch für Drehbuchschreiber stammen. Das muss nicht schlecht sein – und der Tatort “Das erste Opfer” hat trotz mehrerer Standardeinstellungen seine spannenden Momente.

TAZ: Der Krimi “Das erste Opfer” ist brutal aber wenig tiefsinnig. Der Stuttgarter Tatort mit dem Ermittler-Duo Lannert/Bootz dümpelt mau vor sich hin.

DerWesten: Es ist ein bisschen anstrengend, mitanzusehen, wie gute Schauspieler gegen das höchstens mittelmäßige Drehbuch von Stephan Brüggenthies anspielen müssen. Dabei geht’s nicht mal um die solide Handlung – Serienkiller sind ja in der Regel ganz gut für die Spannung.

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Das erste Opfer - Tatort Stuttgart - Folge 813, 6.2 out of 10 based on 16 ratings

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Petra Oktober 10, 2011 um 08:06

Seit längerem habe ich wieder einen Tatort angeschaut und hab mich über diese gelungene und spannende Folge gefreut. Eine Mini-Kleinigkeit fand ich charmant: als die beiden Kommissare wortlos darüber, zusammen die Wäsche falten :) (typischer Hausfrauenkommentar… hahaha)

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