Das goldene Band – Tatort Hannover – Folge 854

by on 16. Dezember 2012

Nachdem der erste Tatort der Doppelfolge aus HannoverWegwerfmädchen” mit Hauptkommissarin Charlotte Lindholm alias Maria Furtwängler letzten Sonntag mit 10,67 Millionen TV-Zuschauern einen Rekord einholten, sind wir sehr gespannt, wie sich der Fall um Zwangsprostitution und den fast unergründlichen Netzwerken von Wirtschaft, Politik, Bankern und Rockern weiterentwickelt. Kurz vorwegzunehmen ist, dass der heutige Teil “Das goldene Band” auch unabhängig von der erten Folge verstanden werden kann.

Das goldene Band Tatort Hannover

Das goldene Band – Tatort Hannover / Bild: NDR/Gordon Muehle

Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) nimmt wieder einen Fall auf, der einige Wochen zuvor bereits abgeschlossen wurde. Und Sie muss sich gegen Widerstand ihrer Kollegen durchsetzen. Bei diesem Fall ging es um eine sehr junge osteuropäische Zwangsprosituierte, die auf einer Feier von einigen Herren misshandelt wurde und danach auf der Müllkippe entsorgt wurde. Die niedersächsische Ermittlerin konnte jedoch weder die Veranstalter noch die Teilnehmer bzw. den Ort der Feier herausfinden. Grund für die erneute Aufnahme des Falls ist ein brutaler Mord an dem Mörder der Zwangsprostituierten. Dieser wurde kurze Zeit nach seiner Verhaftung in der JVA Langenhagen von Mithäftlingen umgebracht.

Bei den Ermittlungen stoßen Charlotte Lindholm und ihre Kollegin von der Kripo Carla Prinz auf einen Chip eines Navigationsgerätes, wodurch die beiden Frauen endlich den Ort der Pary ausfindig machen können. Den Chip hatte der Tote als eine Art Lebensversicherung versteckt. Die Feier, bei der mehrere junge Frauen misshandelt wurden, fand auf einem kleinen Schloss statt, welches einem sehr umstrittenen Immobilien-Milliadärs Hajo Kaiser (Bernhard Schir) gehört. Zu allem Unglück macht Lindholm eine unangenehme Entdeckung, denn sie findet in Kaisers Bekanntenkreis auch ihren Lebensgefährten Jan Liebermann (Benjamin Sadler). Nun ist klar, dass seine Recherchen, die er als Ghostwriter anstellt, sich mit den Ermittlungen seiner Freundin kreuzen, nämlich die Netzwerke und Verstrickungen von Wirtschaft, Politik sowie Bankern und Rockern. Aus diesem Grund ist sich die sonst so taffe Hauptkommissarin auch nicht mehr im klaren darüber, ob sie Liebermann weiterhin vertrauen kann oder er von ihren beruflichen Interessen profitieren möchte. Schließlich findet sie die zuvor verschwundene Kronzeugin Larissa Pantschuk wieder, die sich jedoch gegen eine Aussage weigert. Lindholm muss sich selbst in eine schwierige Lage bringen, um an die Hintermänner zu gelangen…

Sebastians Bewertung: ★★★★★★★☆☆☆
In „Das goldene Band“ wird die Handlung aus „Wegwerfmädchen“ fortgesetzt. Das Erzähltempo nimmt erst gegen Ende Fahrt auf und die Handlung verfängt sich zunehmend im Beziehungsgeflecht der vielen Beteiligten. Dabei ist die schauspielerische Leistung der Darsteller ansprechend, wenn auch nicht vollends überzeugend. Maria Furtwängler spielt in ihrer Rolle als Charlotte Lindholm über weite Strecken die Hilf- und Ratlose, erst zum Schluss bekommt sie das klassische Lindholm-Format. Genau wie im ersten Teil werden häufig Farbfilter genutzt und auf Musik und Sound weitestgehend verzichtet.

Insgesamt ist dem NDR ein guter Tatort gelungen. „Das goldene Band“ hat die Handlung aus „Wegwerfmädchen“ abgerundet, wenn auch mit sehr wenigen Überraschungsmomenten ausgestattet. Ein letztes Mal störend hat die Beziehungsgeschichte zum Journalisten Jan Liebermann (Benjamin Sadler) in die Story eingegriffen und den Zuschauer genervt. Immerhin gab es auch hier einen runden Abgang des Helden. Hoffen wir, dass die nächste Lindholm-Liebe wieder mehr am Rand agiert.

Majas Bewertung: ★★★★★★★☆☆☆
Als Kriminalhauptkommissarin Charlotte Lindholm wegen eines Mordes in die JVA gerufen wird, beginnt sie wieder die Ermittlungen des eigentlich abgeschlossenen Falles “Wegwerfmädchen”. Langsam fügen sich die Puzzleteile zusammen und dabei dringt Lindholm immer tiefer in die kriminellen Machenschaften der Wirtschaft ein. Der Fall nimmt sie sichtlich mit, doch wie immer ist die Ermittlerin kaum zu bremsen. Ihre Neugierde und Unerschrockenheit lassen sie kämpfen und ihre Umwelt fast vergessen. Zu allem Überfluss ist auch noch ihr Freund Jan Liebermann in die Geschichte verwickelt, was den genzen Fall nicht einfacher macht. Schauspielerisch gibt es kaum positive noch negative Leistungen zu berichten. Maria Furtwängler spielt souverän – ebenso ihre Kollegen. Einzig Bernhard Schir kann als Immobilienhai Hajo Kaiser punkten. Spannung ist in diesem Tatort “Das goldene Band” garantiert, doch so ganz will man der Handlung keinen Glauben schenken.

Die Doppelfolge aus Hannover ist eine willkommene Abwechslung im Tatort und durch die minimal geänderten Rahmenbedingungen wird Spannung aufgebaut, die sich zudem Folgen übergreifend hält. Meiner Meinung nach war der zweite Teil um einige Längen interessanter.

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:30
Drehbuch – Stefan Dähnert
Regie – Franziska Meletzky
Erstsendung – 16.12.2012
Produktionssender – NDR
Produktionsfirma – Nordfilm GmbH
Drehort – Hannover und Umgebung, Berlin, Polen
Bildformat – 16:9
Redaktion – Daniela Mussgiller, Christian Granderath

Besetzung
Hauptkommissarin Charlotte Lindholm – Maria Furtwängler
Stefan Bitomsky – Torsten Michaelis
Jan Liebermann – Benjamin Sadler
Larissa Pantschuk- Emilia Schüle
Hajo Kaiser – Bernhard Schir
Von Braun – André Hennicke
Gregor Claussen – Michael Mendl
Uwe Koschnik – Robert Gallinowski
Bitomsky – Torsten Michaelis
Carla Prinz – Alessija Lause
Michael Belz – Christoph Jacobi
u.v.m.

Stab
Assistent der Set-AL – Levy Spéder
Außenrequisite – Stefan Scheurich
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Dirk Henkel
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Renko Neubauer
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Hendrik Römer
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Niko Möller
Erster Aufnahmeleiter – Gernot Sprenger
Garderobe – Simone Kreska
Garderobe – Nana Seemann
Herstellungsleitung – Sibylle Maddauss
Innenrequisite – Andreas Huschke
Kamera – Eeva Fleig
Kameraassistenz – Florian Trautwein
Kamerabühne – Andreas Frey
Kostüme/Kostümbild – Ursula Gothe
Lichtassistenz – Henning Battenfeld
Location Scout – Marion Gerhardt
Location Scout – Nadine Freitag
Maske/Maskenbildner – Heiko Wengler-Rust
Maske/Maskenbildner – Fe Ferber
Maske/Maskenbildner – Meike Pitke
Motivaufnahmeleitung – Michael Otto
Musik/Filmkompositionen – Johannes Kobilke
Oberbeleuchter – Jürgen Tomadini
Produktionsfahrer – Danielo Gallone
Produktionsleitung – Dietmar Fischer
Produktionsleitung – Viola von Liebieg
Produzent – Heike Streich
Produzent – Kerstin Ramcke
Regieassistenz – Christine Rogoll
Requisitenfahrer – Björn Lupke
Schnitt – Jürgen Winkelblech
Set Runner – Niklas Dietz
Set-Aufnahmeleitung – Anika Dombrowsky
Steadicam – Holger Zechel
Stunt Koordination – Thomas Bloem
Stunts – Gertfried Reinitzhuber
Szenenbild – Wolfgang Baark
Szenenbildassistenz – Katharina Hafermaas
Ton/Filmtonassistenz – Max Schmeling
Ton/Filmtonmeister – Ben Krüger
Videooperator – Constantin Heller

Weitere Meinungen und Rezensionen

Spiegel.de: Aber wie funktioniert er denn nun, der Hannoveraner Klüngel zwischen Rotlichtviertel und High Society, zwischen Steintor und Herrenhausen? Diese Frage wird nicht beantwortet. Unseren Respekt verdienen die Verantwortlichen für diesen der Wirklichkeit abgerungenen “Tatort”-Brocken trotzdem.

Maerkischeallgemeine.de: Klingt fast nach Sitcom, wo nach jeder Folge das dramaturgische Ausgangsniveau wieder erreicht wird. Ja, auch nach diesem Zweiteiler sind wir so schlau wie vorher. Findet Charlotte noch ihr Glück? Freuen wir uns auf die nächste Runde. Auch wenn es nichts zu Lachen gibt.

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