Das schwarze Haus – Tatort Konstanz – Folge 814

by on 16. Oktober 2011

Im neuen SWR Tatort „Das schwarze Haus“ müssen Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) auf die Suche nach dem Mörder des Males Martin Neumann gehen. Dabei führen sie ihre Ermittlungen in eine Künstlerkolonie, die normalerweise eine idyllisch gelegene und kreative Umgebung für viele Künstler darstellt. Doch all dies gerät nach dem perfiden Mord in den Hintergrund, denn der Maler wurde auf grausame und kaltblütige weise mit einem bewusst herbeigeführten Stromschlag getötet.

Das schwarze Haus Tatort Konstanz

Das schwarze Haus - Tatort Konstanz / Bild: SWR/Stephanie Schweigert

Noch während Blum und Perlmann das Umfeld des etwas eigentümlichen Malers sondieren und dessen soziale Bindungen und Verfeindungen studieren, geschieht bereits ein weiterer Mord. Klara Blum findet heraus, dass die Morde nach einem Bestseller des Krimiautors Ruben Rath geschehen, dessen Buch offenbar als detaillierte Vorlage genutzt wird. Die Kommissare tappen auf ihrer Suche nach den Motiven allerdings nach wie vor im Dunkeln. Können Blum und Perlmann den Serientäter stellen, bevor er weitere Morde begeht?

Sebastians Bewertung: ★★★☆☆☆☆☆☆☆

In „Das schwarze Haus“ treiben sich Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) in der Künstlerszene Konstanz’ herum. Ihr Spiel wirkt dabei leicht unstrukturiert und bietet kaum Platz für Spannung oder Emotionen. Auch Hannes Jaennicke kann in seiner Nebenrolle als Schriftsteller und Bestsellerautor Ruben Rath (Hannes Jaenicke) keinerlei Akzente setzen und reiht sich somit in die spröde darstellerische Leistung seiner Kollegen ein. Die Größten Defizite ergeben sich allerdings aus dem Drehbuch, welches Regisseur Thomas Bohn beigesteuert wurde. Die Geschichte wirkt ein wenig fad und äußerst beliebig. Dass es sich bei diesem Krimi um die Tatortreihe handelt, lässt sich nicht ablesen. Auch die Kameraführung kommt über „handwerklich solide“ nicht hinaus. Das Bild wird zumeist von pastellfarbenen Tönen dominiert und trägt zumindest etwas zur Atmosphäre bei. Die Ausstattung hatte ein paar gute Ideen und kann sich sowohl mit interessanten Requisiten, als auch vielseitigen Drehorten in Szene setzen.

Insgesamt hat der SWR mit „Das schwarze Haus“ einen sehr mittelmäßiger Tatort abgeliefert, der weder durch einen großartigen Plot, noch besondere schauspielerische Leistungen hervorstechen kann. Einzig Jonathan Müller in seiner Rolle als autistischer Autorensohn Ferry Rath kann etwas auf sich aufmerksam machen. Es fehlt dem Tatort „Das schwarze Haus“ auch ein wenig an der tatorttypischen Handlung, dem regionalen Bezug und den kleinen Besonderheiten, die den Tatort so liebenswert machen. Der Unterhaltungswert ist insgesamt stark beschränkt, sodass sich diese Folge wohl keiner gesteigerten Beliebtheit erfreuen wird. Es ist an der Zeit, dass der SWR mal wieder mit einer wirklich guten Geschichte aufwarten kann, denn seit „Herz aus Eis“ (2008) sehnen sich die Zuschauer nach einer außergewöhnlich guten Folge aus Konstanz.

Majas Bewertung: ★★☆☆☆☆☆☆☆☆

Dunkel, dunkler, Tatort – nicht nur der Titel “Das schwarze Haus” ist dunkel sondern auch die vielen schier endlosen langweiligen Szenen und Handlungsstränge dieser Folge. Schnelligkeit? Fehlanzeige! Spannung? Fehlanzeige!

Die beiden Kommissare Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) werden nicht so recht warm miteinander. Sie zeigen weder alleine das nötige Zeug zum Tatort-Kommissar noch können sie gemeinsam die Zuschauer begeistern. Einschläfernde langatmige Dialoge überwiegen leider in dieser Folge aus Konstanz, fast lustlose Gespräche und Verhöre nehmen jegliche Freude.

Der gesamte Tatort wirkt sehr gestellt, die Schauspieler scheinen ihre Rolle Wort für Wort auswendig gelernt zu haben und sie beim Dreh nur widerwillig auszuspucken. Auch die Gesten und Mimiken bestechen nicht und wirken extrem einstudiert. Der Tatort Konstanz gehört zwar nicht zu meinen Favoriten, doch gab es schon weitaus spannendere Fälle, denen man gerne folgte.

Sendeinformationen
Sendelänge: ca. 90:00
Drehbuch – Thomas Bohn
Regie – Thomas Bohn
Erstsendung – 16.10.2011
Produktionssender – SWR
Produktionsfirma – Maran Film
Drehort – Konstanz, Baden-Baden, “Villa Wolf” in Radolfzell, Reichenau
Bildformat – 16:9
Redaktion – Ulrich Herrmann, Manfred Hattendorf

Besetzung
Klara Blum – Eva Mattes
Kai Perlmann – Sebastian Bezzel
Annika Beck (Beckchen) – Justine Hauer
Dr. Wehmut (Gerichtsmediziner) – Benjamin Morik
Ruben Rath – Hannes Jaenicke
Ferry Rath – Jonathan Müller
Susanne Gauss – Annika Blendel
Peter Jeschke – Michael Kausch
Simone von Sallari – Constanze Weinig
Thomas Backhausen – Stephan Kampwirth
Martin Neumann – Manfred Böll
Kriminaltechniker Müller – Oliver Stein
Polizistin – Annika Martens
N.N – Ursula Cantieri

Stab
Außenrequisite – Holger Geiß
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Sven Willwersch
Besetzung/Casting – Clemens Erbach
Besetzung/Casting – Antje Wetenkamp
Continuity – Lilo Gerber
Garderobe – Caroline Andre
Junior Producer – Nils Reinhardt
Kamera – Cornelia Wiederhold
Kameraassistenz – Christina Fauth
Kameraassistenz – Simon Sturzenegger
Kostümbildassistenz – Caroline Andre
Kostüme/Kostümbild – Claudia Unger
Location Scout – Pamela Schmidt
Location Scout – Isis Hager
Musik/Filmkompositionen – Hans Franek
Produzent – Uwe Franke
Regieassistenz – Sabine Vollmer
Schnitt – Isabelle Allgeier
Schnittassistenz – Eva Hartmann
Set-Aufnahmeleitung – Volker Stappenbeck
Szenenbild – Joachim Schäfer
Ton/Filmtonassistenz – Thomas Thutewohl

Weitere Meinungen und Rezensionen
Evangelisch.deUnterm Strich sicher kein überdurchschnittlicher, aber ein immerhin durchaus sehenswerter “Tatort”, zumal Bohns Kamerafrau Cornelia Wiederhold einige ausgesprochen hübsche Winterbilder vom Bodensee gelungen sind.

Tittelbach.tv„Das schwarze Haus“ ist ein Krimi, der in seiner Anlage auch etwas für Fritz Wepper („Mord in bester Gesellschaft“) oder für Wilsberg, Börne & Konorten hätte sein können. Einen mittelprächtigen Ermittlerkrimi mit allzu offensichtlicher Gemenge-Lage aus ausgedachten Mordmotiven und vorgeschobenen Verdächtigungen (..)”

Digitalfernsehen.deMattes, die Klara Blum seit 2002 spielt und mit ihr nach eigenen Angaben die Handtasche teilt, besticht in diesem “Tatort” wieder durch vielsagende, minimale Mimik wie ein kurzes Zucken des Mundwinkels.

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