Das Wunder von Wolbeck – Tatort Münster – Folge 851

by on 25. November 2012

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In „Das Wunder von Wolbeck“ machen Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und Rechtsmediziner Prof. Boerne (Jan Josef Liefers) die Bekanntschaft mit dem Münsteraner Landleben. Sie ermitteln in Ställen und Feldern zwischen den Tieren der Bauern, nachdem der Heilpraktiker Raffael Lembeck am Morgen von seiner Ehefrau Stella auf einem restaurierten Hof bei Wolbeck leblos aufgefunden wird. Der Heilpraktiker war anscheinend in seiner Praxis zu Fall gekommen und hat sich dabei tödlich verletzt.

Das Wunder von Wolbeck - Tatort Münster

Das Wunder von Wolbeck – Tatort Münster / Bild: WDR/Wolfgang Ennenbach

Prof. Boerne und Frank Thiel finden heraus, dass es zwischen den Lambecks und den Kintrups vom Nachbarhof regelmäßig zu Auseinandersetzungen gekommen ist. Dabei mochte Schwiegertochter Milena Kintrup (Julia Krynke) die Lambecks sehr und war schon einmal gut mit Stella befreundet, allerdings hat Schwiegermutter Ruth Kintrup kein Interesse an den Nachbarn und wiegelt bei der Befragung ab. Milenas Mann Moritz ist mehr an seinen Tieren interessiert und mag sich in die Streitereien zwischen Frau und Mutter nicht einmischen.

Die Ermittlungen führen dennoch bald zu einem Erfolg und legen ein dunkles Geheimnis frei, welches Lambecks Kumpels aus dem Dorf bisher strikt hüteten…

Sebastians Bewertung: ☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆
„Das Wunder von Wolbeck“ führt Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und Rechtsmediziner Prof. Boerne (Jan Josef Liefers) in das Münsteraner Umland. Wenn die zwei nicht gerade Schabernack treiben oder ihrem sarkastischen Humor frönen, suchen sie in den Ställen der Landwirtschaften nach dem Mörder eines Kinderwunschtherapeuten. Die schauspielerische Leistung der Hauptdarsteller ist wieder einmal hervorragend. Da die Handlung wenig Raum für Ernsthaftes und Krimi lässt, muss schon von einer Dramödie gesprochen werden.

Die Kamera ist fängt die Bilder stimmungsvoll und authentisch ein, ohne sich groß in Details zu verlieben. Auffällig häufig findet die Text-Bild-Schere ihren Einsatz. Musikalisch dominiert amerikanische Countrymusik. Bei ernsthaften Szenen werden tiefe Blas- und Streichkompositionen eingesetzt.

Insgesamt ist dem Tatort Münster eine hervorragende Komödie gelungen, die sehr gute Unterhaltung am Sonntagabend garantiert. Leider ist von einem ernsthafen Krimi nicht viel übrig geblieben. „Das Wunder von Wolbeck“ erinnert vom Konzept eher an „Mord mit Aussicht“ als an einen spannenden Kriminalfilm. So ist die Bewertung unmöglich, was gibt man einem Tatort, der im Grunde keiner ist?

Majas Bewertung: ★★★★☆☆☆☆☆☆
Der Münsterner Tatort “Das Wunder von Wolbeck” hätte auch mit dem Titel “Thiel und Boerne auf dem Bauernhof” durchgehen können, denn die eigentliche Mordermittlung ist wieder einmal in den Hintergrund geraten. Stattdessen gibt es, insbesondere zu Beginn, Sarkasmus und Ironie am laufenden Band. Der Tatort ist fast schon eine Parodie seiner selbst und kann sich durchaus mit “Switch Reloaded” messen. Kommissar Thiel und Prof. Boerne ermitteln auf dem Land, zwischen Kühen, Ziegen und Vogelgezwitscher. Idyllischer hätte es kaum wirken können, gäbe es keinen Mordfall. Bereits nach den ersten 15 Minuten wird der Tatort relativ langsam und handlungstechnisch passiert kaum mehr als beim Landarzt. Als Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl) laut keuchend einen kurzen Verfolgungssprint hinlegt, kann die Folge mit einer recht spannenden Kameraperspektive, nämlich aus Thiels Sicht à la Blair Witch Project punkten. Schade, dass solche oder ähnliche Kameraeinstellungen nicht häufiger aufgegriffen werden.

Thiel blamiert sich schließlich mit ein paar Brocken Englisch so ungemein, was ihn selbst jedoch kaum zu stören scheint. Außerdem – und das ist ihm sehr bewusst – keucht er nach ein paar schnellen Schritten bereits und kann kaum eine Verfolgungsjagd aufnehmen. Rechtsmediziner Prof. Boerne (Jan Josef Liefers) merkt selbst recht schnell, dass sein schwarzer Anzug kaum die richtige Arbeitskleidung darstellt und passt sich an – soweit es sein Kleiderschrank zulässt. Eile hat das Münsteraner Ermittlerteam nicht zu haben, denn kaum sind die beiden aus der Stadt raus, haben sie einen extrem langsamen Modus eingeschaltet. Die einzige, die sich wirklich ins Zeug legt und an den Ermittlungen bemüht, ist Assistentin Nadeshda Krusenstern (Frederike Kempter).

Wieder einmal überwiegt der Unterhaltungswert bei einem Tatort aus Münster und die eigentliche Geschichte hätte ein wenig mehr Handlung und Tiefgang verdient.

Sonderhinweis
Heute bitten wir um Eure Mithilfe: Susann führt eine Befragung zum Erleben während der Fernsehrezeption durch. Der Fokus liegt auf der Rezeption von fiktionalen Sendungen, am Beispiel des Tatorts und dem Vergleich der Rezeption während der Spiele der 1. Bundesliga. Bitte nehmt Euch ein paar Minuten Zeit und beantwortet die Fragen. Es gibt übrigens auch etwas zu gewinnen. Hier mitmachen!

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:30
Drehbuch – Wolfgang Stauch
Regie – Matthias Tiefenbacher
Erstsendung – 25.11.2012
Produktionssender – WDR
Produktionsfirma – Filmpool
Drehort – Münster und Umgebung, Köln
Bildformat – 16:9
Redaktion – Nina Klamroth

Besetzung
Hauptkommissar Frank Thiel – Axel Prahl
Rechtsmediziner Prof. Karl-Friedrich Boerne – Jan Josef Liefers
Nadeshda Krusenstern – Frederike Kempter
Silke Haller (Alberich) – Christine Urspruch
Staatsanwältin Wilhelmine Klemm – Mechthild Großmann
Herbert Thiel – Claus D. Clausnitzer
Stella Beckmann – Lina Beckmann
Milena Kintrup – Julia Krynke
Ruth Kintrup – Hildegard Schmahl
Moritz Kintrup – Stefan Kampwirth
Bert Krien – Jan-Peter Kampwirth
Thomas Krien – Johannes Rotter
Gert Krien – Mirco Reseg
Jutta Krien – Kerstin Römer
Englische Lady – Sandra Darnell
Französin – Franziska Lehmann
N.N – Lisa Feller
N.N – Oliver Fleischer

Stab
2nd Unit Kamera – Roman Schauerte
Außenrequisite – Stefan Diening
Besetzung/Casting – Clemens Erbach
Besetzung/Casting – Antje Wetenkamp
Continuity – Heiko Hahn
Erster Aufnahmeleiter – Anja Becker
Erster Aufnahmeleiter – Zsuzsanna-Charlie Gurath
Filmgeschäftsführung – Svenja Jentzsch
Garderobe – Sara Hamacher
Garderobe – Nina Sarah Jensen
Herstellungsleitung – André Fahning
Innenrequisite – Sabine Feldmann
Kamera – Martin Farkas
Kamerabühne – Kim Mikkelsen
Kameraassistenz – Annika Speidel
Kameraassistenz – Roman Schauerte
Kostümbildassistenz – Nina Sarah Jensen
Kostüme/Kostümbild – Mika Braun
Licht – Armin Bürkle
Location Scout – Markus Zimmer
Maske/Maskenbildner – Silvia Barthelmeß
Maske/Maskenbildner – Peggy Lilkendey
Mischung – Arne Dammann
Musik/Filmkompositionen – Biber Gullatz
Musik/Filmkompositionen – Andreas Schäfer
Postproduktion – Marlies Lausen
Producer – Katrin Kuhn
Produktionsassistenz – Alexandra Bock
Produktionsfahrer – Dieter Weinreis
Produktionsfahrer – Erik Merten
Produktionsleitung – Jürgen J. Bock
Produzent – Iris Kiefer
Regieassistenz – Sven Blum
Schnitt – Dora Vajda
Set-Aufnahmeleitung – Marcel Kommissin
Sounddesign – Michael Andreas
Standfotografie – Wolfgang Ennenbach
Szenenbild – Frank Godt
Ton/Filmtonmeister – Andreas Wölki

Weitere Meinungen und Rezensionen

TVSpielfim.de: “Für seine “langjährige herausragende Leistung in der humoristischen Fernsehunterhaltung” wurde das Münsteraner Stammpersonal 2012 für den Grimme-Preis nominiert. Es sei ihnen gegönnt – aber nicht erst diese gut besetzte Countrygroteske wirft die Frage auf, wann genau im Laufe der letzten zehn Jahre das Element “Krimi” abhanden gekommen ist.”

Quotenmeter.de: “Eigentlich würde dieser «Tatort» auch hervorragend als Dramödie funktionieren. Dann jedoch wirkt der eingebettete Mordfall fast fehl am Platz und das Fazit fällt relativ ernüchternd aus. Die Jubiläumsfolge des «Tatort Münster» hat ganz klar große Stärken. Diese liegen nach wie vor im Bereich der Besetzung, denn Prahl und Liefers sind in ihren Paraderollen nicht nur unfassbar komisch, sondern authentisch und beweisen eine Gespür für ihre Rollen.”

Spiegel.de: “Weibische Kommissare, müde Zuchtbullen, schlappe Cowboys: Was ein schöner Abgesang auf den Männlichkeitskult hätte werden können, ist am Ende aber doch nur eine weitere Körpersaft-Burleske aus dem Münsterland.”

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