Der Wald steht schwarz und schweiget – Tatort Ludwigshafen – Folge 838

by on 13. Mai 2012

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Mitten im Wald findet eine Spaziergängerin einen toten Mann der unterhalb eines Felsens liegt. Hauptkommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) wird zum Tatort beordert, doch als sie an der Fundstelle ankommt, ist das Opfer spurlos verschwunden. Also macht sie sich auf die Suche nach Hinweisen, die Aufschluss zum Verbleib des Mannes geben könnten. Als sie sich im Wald umsieht wird sie plötzlich von hinten niedergeschlagen. Sie erwacht gefesselt und umgeben von fünf Jugendlichen, die zu einer in der Nähe angesiedelten Resozialisierungsgruppe gehören und anscheinend ihren Gruppenleiter auf dem Gewissen haben.

Der Wald steht schwarz und schweiget - Tatort Ludwigshafen

Der Wald steht schwarz und schweiget - Tatort Ludwigshafen / Bild: SWR/Peter A. Schmidt

Die Gruppe befindet sich nun zu Fuß auf der Flucht vor der Polizei und Lena Odenthal versucht, die Jugendlichen zu beruhigen und die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen. Währenddessen ist Mario Kopper (Andreas Hoppe) besorgt um seine Kollegin und versucht alles, um Lenas Aufenthaltsort herauszubekommen. So beginnt für ihn ein Wettlauf gegen die Zeit und auch das Wetter schlägt einige Kapriolen, sodass die Suche nach Odenthal nicht einfacher wird. Auch innerhalb der Gruppe der Jugendlichen werden die Strapazen der Flucht immer deutlicher, die Stimmung kippt zunehmend und Aggressivität und Zorn auf die Kommissarin nehmen zu. Wird es Kopper gelingen, seiner Kollegin noch rechtzeitig zu Hilfe zu eilen?

Sebastians Bewertung: ??????????
Im neuen Ludwigshafener Tatort “Der Wald steht schwarz und schweiget” findet sich Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) als Geisel unter Jugendlichen im Pfälzerwald wieder, während Mario Kopper (Andreas Hoppe) verzweifelt nach ihr sucht. Die schauspielerische Leistung gibt nicht viel her, da die völlig dämlichen Dialoge jegliche Atmosphäre zunichte machen. Einzig Tomas Lemarquis kann in seiner Rolle des Junkies Panne seine Rauschzustände schauspielerisch ausleben. Obwohl der Plot alle Grundlagen fĂĽr eine spannende EntfĂĽhrungsgeschichte mitbringt, mag keine echte Dramatik aufkommen. Die Kamera setzt häufig auf Close-Ups, in der Bildsprache wird mit starken Lichtfiltern gearbeitet. Der Zuschauer wird weiterhin mit immerwährenden Soundeffekten aus der untersten Schublade der Dramakiste geplagt.

Insgesamt ist “Der Wald steht schwarz und schweiget” weit unter seinen Möglichkeiten. Vor allem die zu Teil abenteuerlichen Dialoge setzen dem Gesamterfolg zu. Die Begriffe “Castor-Transport”, “Handyortung”, “Hubschrauber” und “Risotto” werden bis an ihre Belastungsgrenze durchgekaut. Kaum einmal gelingt es, die Beziehungen und ScharmĂĽtzel  innerhalb der Gruppe realistisch einzufangen, obwohl diese ja Hauptschauplatz und Spannungsfeld zugleich bieten. Somit muss sich der SWR mit 3 Sternen zufrieden geben, die es fĂĽr die Handlungsidee gibt.

Majas Bewertung: ??????????
Nach dem ĂĽberragenden Tatort “Die Ballade von Cenk und Valerie” letzte Woche haben es die Ludwigshafener Hauptkommissare Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) heute wirklich schwer. Bereits nach den ersten 15 Minuten ist klar, das aus dem Tatort “Der Wald steht schwarz und schweiget” kaum etwas rauszuholen ist. Die EntfĂĽhrung von Lena Odenthal scheint eher an den Haaren herbeigezogen zu sein und auch die aufdringliche Musik kann keine Spannung erzeugen. Die Jugendlichen, die Odenthal entfĂĽhrten, haben so viel mit sich selbst zu tun und sind sich ihrer Handlungen kaum bewusst. Odenthal bemuttert die fĂĽnfköpfige Gruppe. Mario Kopper setzt zwar alles daran, seine Kollegin zu finden, doch sind seine Ermittlungsmethoden mehr als dĂĽrftig. Auch von Frederick Lau, der den AnfĂĽhrer der Jugendlichen spielt und aus dem Regener-Film “Neue Vahr SĂĽd” bekannt ist, konnte mit seinen schauspielterischen Qualitäten nicht punkten.

Die gesamte Geschichte wirkt unglaubwürdig und fad sowie unendlich lang, denn die meisten Szenen befassen sich nicht mit der Aufklärung des eigentlichen Falles, nämlich dem Tod des Gruppenleiters und auch nicht mit der Enführung sondern eher mit den Jugendlichen selbst. Es gibt einfach keinen spannenden Hintergrund, an dem der Tatort aufgehängt ist.

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:30
Drehbuch – Dorothee Schön
Regie – Ed Herzog
Erstsendung – 13.5.2012
Produktionssender – SWR
Arbeitstitel – Der Wald steht still und schweiget
Produktionsfirma – Maran Film
Drehort – Baden-Baden, Karlsruhe, Ramberg, Dahn, Pfälzer Wald
Bildformat – 16:9
Redaktion – Manfred Hattendorf, Melanie Wolber

Besetzung
Hauptkommissarin Lena Odenthal – Ulrike Folkerts
Hauptkommissar Mario Kopper – Andreas Hoppe
Peter Becker (Kriminaltechniker) – Peter Espeloer
Frau Keller – Annalena Schmidt
Tom Metzger – Frederick Lau
Murat Bircan – Edin Hasanovic
Sascha Smirtek – Adrian Saidi
Paawo Vietholz (Panne) – Tomas Lemarquis
Benni Weingärtner (Baby) – Theo Trebs
Erzieher – Thomas Lawinky
Frau Schnippenkötter – Heidemarie BrĂĽny

Stab
AuĂźenrequisite – Markus Lorenz
Besetzung/Casting – Birgit Geier
Continuity – Melanie Fronicke
Innenrequisite – Helmut Lippmann
Kamera – Andreas Schäfauer
Kameraassistenz – Andreas Schmidt
KostĂĽme/KostĂĽmbild – Susann Bollig
Musik/Filmkompositionen – Christoph M. Kaiser
Musik/Filmkompositionen – Julian Maas
Producer – Sebastian HĂĽnerfeld
Produktionsleitung – Michael Bentkowski
Regieassistenz – Frank Schneider
Schnitt – Isabelle Allgeier
Steadicam – Markus Eckert
Szenenbild – Jost Schrader
Ton/Filmtonmeister – Peter Tielker

Weitere Meinungen und Rezensionen
Stern.de: “Die zunehmend verzweifelte Lage der Kommissarin im Wald erzeugt Spannung, der Zuschauer fiebert mit der sonst so souveränen Ermittlerin mit. Nur Koppers teils banale Dialoge vor allem mit Sekretärin Edith Keller (Annalena Schmidt), aber auch mit der Pilzsammlerin Frau Schnippenkötter (Heidemarie BrĂĽny) stören dabei. Das gilt auch fĂĽr die stellenweise arg dramatische Begleitmusik.”

SĂĽddeutsche Zeitung: “Und Lena Odenthal schlägt das Ganze zwar auf den Magen, aber am Ende kann sie bei Assistent Kopper schon wieder ein Risotto genieĂźen: Kopper sagt, es sei “das beste nördlich der Alpen”. Was das Risotto angeht, wird hier eine groĂźe Idee perfekt umgesetzt.”

FR-online: “Eine härtere Konfrontation zwischen älterer Polizistin – Ulrike Folkerts gibt ihr eine schöne Nervenstärke und Halb-AbgebrĂĽhtheit – und auf cool nur machenden jungen Männern wäre mal was anderes gewesen. Stattdessen immer wieder 08/15-Tatort-Getue: Handy-Ortung, Hubschrauber, SpĂĽrhund. Und an den Zuschauer adressierte Sätze wie „Der Pfälzer Wald ist das größte Waldgebiet Deutschlands“ (Andreas Hoppe als Mario Kopper). Gähn.”

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