Die Ballade von Cenk und Valerie – Tatort Hamburg – Folge 837

by on 6. Mai 2012

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Der letzte Fall von Ermittler Cenk Batu (Mehmet Kurtulus) in Hamburg spielt in der Finanzwelt. Er wird mit mehreren anderen verdeckten Ermittlern in unterschiedlichen Banken eingeschleust und soll dort illegale GeschÀfte aufdecken. Es gilt zuerst Beweise gegen kriminelle Machenschaften im Finanzsystem zu beschaffen. Die Aktion ist mit der Regierung und dem neuen Bundeskanzler Grasshof (Kai Wiesinger) abgestimmt.

die ballade von cenk und valerie tatort hamburg

Die Ballade von Cenk und Valerie - Tatort Hamburg / Bild: NDR/Sandra Hoever

Der in der Bank beschĂ€ftigte Andreas Dobler (Christoph Letkowski) gilt als skrupellos und fĂ€llt Cenk direkt ins Visier. Er beobachtet ein geheimes Treffen zwischen Dobler und der geheimnisvollen Valerie (Corinna Harfouch) und die Situation gerĂ€t völlig außer Kontrolle.

Vor 20 Jahren war sie Auftragskillerin und wurde weltweit gesucht. Nun ist sie zurĂŒckgekehrt, scheint todkrank zu sein und nur noch ihren letzten Auftrag – Bundeskanzler Grasshof zu ermorden – auszufĂŒhren


Sebastians Bewertung: ??????????
In „Die Ballade von Cenk und Valerie“ hat Mehmet Kurtulus seinen letzten Auftritt als Sonderermittler Cenk Batu. Die schauspielerische Leistung der Darsteller ist außergewöhnlich gut, neben Kurtulus ĂŒberzeugen auch Corinna Harfouch als „Eiskalter Engel“ Valeri und Kai Wiesinger als Bundeskanzler Grasshof. Obwohl die Handlung etwas Zeit benötig, um an Dynamik zu gewinnen, wĂ€chst das Tempo stetig an und gipfeln in einem Feuerwerk an Dramatik. In Sachen Bildsprache werden sehr geschickt Überblendungen, RĂŒckblenden und Farbfilter eingesetzt, um die Handlung und Szenerie zusĂ€tzlich zu untermalen. Auch hier geht das Konzept voll auf! Musik wird nur sehr dosiert verwendet, schon hĂ€ufiger finden Soundeffekte ihren wirkungsvollen Einsatz.

Insgesamt ist dem NDR mit „Die Ballade von Cenk und Valerie“ ein wĂŒrdevoller und sehr guter Abschied von Sonderermittler Cenk Batu gelungen. Zwar ĂŒberdreht die Handlung an einigen Stellen und verlĂ€sst den gewohnten Tatort-Realismus, aber dies fĂ€llt insgesamt nicht schwer ins Gewicht. Es wurde sogar noch geschafft die Finanzkrise und die wilden Spekulationen der Broker zu thematisieren, obwohl dies nur am Rand eine Rolle spielt. An einer Stelle wird ein RĂŒckblick auf Cenks bisherigen Taten gewagt und somit der Handlungsbogen komplettiert. Nach diesem Fall muss ich mit einer TrĂ€ne konstatieren: Ende aus, das war es von Cenk Batu, dem vielleicht interessantesten und außergewöhnlichsten Tatort-Kommissar in diesem Jahrtausend. Ab nĂ€chstem Jahr, darf sich dann Til Schweiger in den viel zu großen Fußstapfen des Sonderermittlers versuchen. Leider.

Majas Bewertung: ??????????
„Die Ballade von Cenk und Valerie“ ist der letzte Tatort fĂŒr Mehmet Kurtulus als verdeckter Ermittler Cenk Batu in Hamburg. Und dieser Tatort hat es in sich. Spannung von der ersten Minute. Die Handlung ist schnell, es gibt viele Szenewechsel und viele Nebenhandlungen, die jedoch alle mit dem eigentlichen Fall in Verbindung stehen und den Zuschauer zusĂ€tzlich fesseln. Auch Cenks schwangere Freundin Gloria wird mit in den Fall hineingezogen. Deshalb steht der Ermittler auch unter besonderem Druck, denn Gloria wird nur freigelassen, wenn er fĂŒr die Auftragskillerin Valerie den Bundeskanzler ermordet. Mehmet Kurtulus spielt seine Rolle sehr professionell und glaubwĂŒrdig. Doch im Gegensatz zu frĂŒheren FĂ€llen handelt Cenk Batu nicht immer so professionell und scheint seinen Job als verdeckter Ermittler nicht in jeder Situation gewachsen zu sein. Er weiht seine Freundin in einige Geheimnisse ein und lĂ€sst sich zudem auch beim Landeskriminalamt blicken.

Sehr ungewöhnlich ist, dass der Tatort fast ohne Musik auskommt. Nur vereinzelt werden kurze und ruhige Musikeinlagen genutzt um die aussagekrĂ€ftigen Bilder und enorm vielseitigen Kameraeinstellungen zu unterstĂŒtzen. Einige kurze Blenden in die Zukunft lassen das Ende erahnen – das Ende von Ermittler Cenk Batu. Und so viel Action und Dramatik zugleich hat ein deutscher Krimi selten beinhaltet. Insgesamt muss man allerdings bemĂ€ngeln, dass bei aller Spannung die RealitĂ€t fast völlig auf der Strecke bleibt. Neun Punkte fĂŒr den Tatort „Die Ballade von Cenk und Valerie“.

Sendeinformationen
SendelÀnge: 88:30
Drehbuch – Matthias Glasner
Regie – Matthias Glasner
Erstsendung – 06.05.2012
Produktionssender – NDR
Produktionsfirma – Studio Hamburg
Drehort – Hamburg
Bildformat – 16:9
Redaktion – Dr. Ira Neukirchen, Christian Ganderath

Besetzung
Hauptkommissar Cenk Batu – Mehmet Kurtulus
Uwe Kohnau – Peter Jordan
Valerie – Corinna Harfouch
Bundeskanzler Grasshof – Kai Wiesinger
Andreas Dobler – Christoph Letkowski
Kilian – Jonas Nay
Gloria – Anna Bederke
Journalistin – Zarah Jane McKenzie
Emma – Lieselotte Voß
Spengler – Oliver Sauer
Matti – Noah Matheis
Schwester Karina – Nora von Harpe
LKA-Beamter – Sören Wunderlich
N.N – Maike Bollow
N.N – Frank Auerbach
N.N – Christoph Bantzer
N.N – Till Wonka
N.N – Stefan Schießleder
N.N – Christopher Weiß
N.N – Henning Sembretzki
N.N – Mathias Junge
Patient – Julius Feldmeier
Trader 3 – Niklas Osterloh
BKA-Beamter – Peter Sikorski

Stab
Assistent der Set-AL – Ricarda Höhn
Außenrequisite – Ulrike Klein
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Henning Blum
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Stefan Uhlenbrock
Besetzung/Casting – Marion Haack
Continuity – Maria Wolf
Erster Aufnahmeleiter – Lars Haagen
Erster Aufnahmeleiter – Daniel Funke
Garderobe – Mirjam Tschochner
Herstellungsleitung – Jan Kremer
Innenrequisite – Meike Sudholz
Kamera – Jakub Bejnarowicz
KamerabĂŒhne – Manuel Schlegel
KamerabĂŒhne – Carsten Eisenach
Kameraassistenz – Maximilian von Saurma-Jeltsch
Kameraassistenz – Tim Rosenbohm
Kameraassistenz – Lisa Caroline Cohrs
KostĂŒme/KostĂŒmbild – Sabine Keller
Location Scout – Jan MĂŒller von der Haegen
Maske/Maskenbildner – Diana von Stanislawski
Maske/Maskenbildner – Nicola Schallon
Maske/Maskenbildner – Markus Scharping
Motivaufnahmeleitung – Philipp Pemöller
Musik/Filmkompositionen – Julian Maas
Musik/Filmkompositionen – Christoph M. Kaiser
Oberbeleuchter – Tommy Schulz
Produktionsassistenz – Martina Christian
Produktionsfahrer – Uwe Helbich
Produktionsleitung – Patrick Brandt
Produktionsleitung – Daniel Buresch
Produzent – Dr. Lisa Blumenberg
Regieassistenz – Rick Ostermann
Requisitenfahrer – Achim Grodd
Schnitt – Heike Gnida
Set-Aufnahmeleitung – Markus Burhenne
Standfotografie – Sandra Hoever
Stunt Koordination – Rainer Werner
Szenenbild – Tamo Kunz
Szenenbildassistenz – Maren Eich
Ton/Filmtonassistenz – Dirk-Teo SchĂ€fer
Ton/Filmtonmeister – Jörg Krieger

Weitere Meinungen und Rezensionen
Hamburger Abendblatt: „Die Ballade von Cenk und Valerie“ ist der fatalistischste, dunkelste, traurigste Fall des „Borderliner-Kommissars“, wie Kurtulus ihn nennt. Mehr Tragödie als Krimi. Und in seiner Mischung aus Melancholie und Verrat, aus Misstrauen und GrĂ¶ĂŸenwahn, wunderbar getroffen fĂŒr einen Schluss- und Höhepunkt nach sechs „Tatort“-Filmen.

SĂŒddeutsche Zeitung: Die letzte Folge mit Kommissar Cenk Batu in Hamburg ist dramatisch und gĂ€nzlich gegen den Massengeschmack konzipiert. RealitĂ€tsnĂ€he oder lineares ErzĂ€hlen sind dabei Nebensache. Am Ende sind fast alle tot. Und die nicht tot sind, sind wieder allein.

Welt online: Was bleibt ist ein letzter Film mit diesem unglĂŒcklichen Ermittler, der zu viel will und deshalb leider viele LĂ€ngen hat: „Die Ballade von Cenk und Valerie“ ist Drama, Drama, Drama, jede Figur wirkt ĂŒberzeichnet, jede Situation ein einziger Albtraum fĂŒr den Helden, der deshalb unfreiwillig komisch wirkt.

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