Die Chinesische Prinzessin – Tatort Münster – Folge 883

by on 20. Oktober 2013

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In Münster wird die Ausstellung der chinesischen Künstlerin Songma (Huichi Chiu) eröffnet. Prof. Boerne (Jan Josef Liefers) muss selbstverständlich anwesend sein, um der Künstlerin seine Hochachtung entgegen zu bringen. Und tatsächlich entwickelt sich zwischen beiden ein intensiver Flirt, der auf einem Leichentisch in der Gerichtsmedizin seinen Höhepunkt findet.

Die chinesische Prinzessin - Tatort Münster

Die chinesische Prinzessin – Tatort Münster / Bild: WDR/Willi Weber

Am nächsten Morgen ist die Prinzession tot. Sie liegt mit aufgeschnittener Kehle noch immer auf jenem Obduktionstisch. Boerne liegt bewusstlos in einer Ecke, ist zudröhnt mit Kokain und hält die Mordwaffe – eines seiner eigenen Skalpelle – in der Hand. Ist das das Ende eines bizarren Liebesspiels oder was ist hier passiert? Der Professor leidet unter Amnesie und kann sich deshalb an nichts erinnern.

Auch Kommissar Thiel (Axel Prahl) hat schwerwiegende Gedächtnislücken. Am Vortag hat er mit Freunden, Vater und Kollegin Nadeshda (Friederike Kempter) seinen Geburtstag gefeiert. Die hübsche Kollegin hat ihn auch noch zu einem Absacker nach Hause begleitet. Am nächsten Morgen überrascht sie ihn mit einem Kaffee, doch ist da mehr passiert? Noch bevor er seinen Rausch richtig ausschlafen kann, muss er sich noch um einen weiteren toten Chinesen kümmern, der im Wald gefunden wird. Schnell wird klar, dass beide Fälle zusammenhängen und es beginnt ein undurchsichtiges Spiel, bei dem noch weitaus mehr Leben in Gefahr sind.

Sebastians Bewertung: ★★★★★★★☆☆☆
“Die Chinesische Prinzessin” ist endlich wieder ein echter Krimi aus dem Münsterland. Der Plot ist spannend, undurchsichtig und gespickt mit ernsthafter Kritik an der chinesischen Regierung. Durch die Limitierung Boernes als Tatverdächtigen treten sowohl im Plot, als auch im schauspielerischen Bereich – eher Axel Prahl und Friederike Kempter in ihren Rollen in den Vordergrund. Die Leistungen der Darsteller sind im Ensemble gut und angenehm unauffällig. Das tut allen gut, denn damit tritt auch der Klamauk zurück und lässt dem Fall den Vortritt. So stört auch die private Nebenstory nicht.

Insgesamt ist dem WDR mit “Die Chinesische Prinzessin” ein guter Krimi gelungen, der aber auch einige Schwachpunkte aufweist. Der Plot ist sauber angelegt und enttäuscht lediglich am Ende, da er sich einem einfachen Motivtrick bedient und sich die Zuschauer etwas veralbert vorkommen könnten. In der Umsetzung ist neben den guten schauspielerischen Leistungen zu bemerken, dass Münster als Geisterstadt dargestellt wird und nur sehr selten Komparsen oder Statisten zu sehen sind. Hier hätte man sich wirklich etwas mehr Mühe geben können.

Alles in allem lässt sich dennoch festhalten, dass hier endlich einmal wieder ein Krimi produziert wurde, der trotzdem humorvoll sein kann! Den Klamauk sollte man dann einfach weiterhin “Mord mit Aussicht” im Vorabendprogramm überlassen. Ich jedenfalls, wäre sehr dankbar.

Majas Bewertung: ★★★★★★★☆☆☆
Der Tatort “Die chinesische Prinzessin” beginnt mit einem lallenden Thiel (Axel Prahl), der mit seiner Kollegin Nadeshda (Friederike Kempter) Rotwein aus Maßkrügen trinkt. Prof. Boerne (Jan Josef Liefers) dagegen hat sich auf einer Ausstellung in die chinesische Künsterin Songma (Huichi Chiu) verguckt und landet mit ihr auf dem Obduktionstisch. Beide schlagen also auf ihre Art maßlos über die Stränge.

Schauspielerisch muss man festhalten, dass hier nicht unbedingt besondere Talente am Start gewesen sind. Doch alle Schauspieler haben ihren Job durchaus gut gemacht. Auch die Kamera und die musikalische Untermalung war unauffällig, was im Fall Münster allerdings positiv aufgefallen ist. Endlich konnten die Münsteraner wieder mit einem handfesten Krimi überzeugen und ließen Spot und Klamauk außen vor. Das Team hat sich in “Die chinesische Prinzessin” auf das Wesentliche konzentriert und konnte den eigentlichen Fall lösen. Während die letzten Folgen aus Münster oft nur noch als eine lächerliche Parodie abgetan wurde und trotzdem eine ungewöhnlich hohe Zuschauerquote erzielte, blieb Kriminalhauptkommissar Thiel in diesem Tatort mehr oder weniger ernst. Die permanenten Neckereien fehlten im Grunde vollständig, was wohl auch damit zusammenhängt, dass Rechtsmediziner Prof. Boerne selbst Opfer ist. Er steht unter Schock und verhählt sich dementsprechend ruhig.

Meiner Meinung nach war dieser Tatort erfrischend und das Ermittlerteam konnte endlich wieder einmal auf ganzer Linie punkten. So lässt man sich doch gerne vom Krimi am Sonntag Abend unterhalten. An der Story selbst kann gerne in Zukunft noch etwas gearbeitet werden.

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:41
Drehbuch – Orkun Ertener
Regie – Lars Jessen
Erstsendung – 20.10.2013
Produktionssender – WDR
Produktionsfirma – Müller & Seelig Filmproduktion
Drehort – Münster und Umgebung, Köln
Bildformat – 16:9
Redaktion – Nina Klamroth

Besetzung
Hauptkommissar Frank Thiel – Axel Prahl
Rechtsmediziner Prof. Karl-Friedrich Boerne – Jan Josef Liefers
Nadeshda Krusenstern – Friederike Kempter
Silke Haller (Alberich) – Christine Urspruch
Staatsanwältin Wilhelmine Klemm – Mechthild Großmann
Herbert Thiel – Claus D. Clausnitzer
Jürgen Martin (Kurator) – Tonio Arrango
Dr. Müller-Arnke – Thomas Meinhardt
Wang Yijaian – Maverick Quek
Xia Miao – Yvonne Yung Hee
Zhao Yu-Tang – Aaron Le
Songma – Huichi Chiu
Yu Jianzheng – Yu Fang
Rong Tao – Nick Dong-Sik
N.N – Bernhard Marsch
N.N – Henry Meyer
N.N – Pengfei Yang
N.N – Axel Häfner
N.N – Katja Heinrich

Stab
Assistent der Set-AL – Walter Kimmerle
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Martin Wysmyk
Besetzung/Casting – Anja Dihrberg
Best Boy – Christian Goerges
Continuity – Alisa Leptihn
Digital Colorist – Robert Brenner
Digital Imaging Technician – Valentino Herth
Erster Aufnahmeleiter – Susanne Pfeiffer
Filmgeschäftsführung – Sandra May
Grafik – Nicolai Cronau
Innenrequisite – Thomas Frankenberg
Kamera – Jana Marsik
Kamerabühne – Claus Gerling
Kameraassistenz – Joachim Haller
Kameraassistenz – Julia Baumann
Kostüme/Kostümbild – Anette Schröder
Lichtassistenz – Cornelius Köster
Location Scout – Stefan Möller
Maske/Maskenbildner – Jennifer Porscheng
Maske/Maskenbildner – Nicole Masztalerz
Mischung – Gerald Cronauer
Motivaufnahmeleitung – Laetitia Boschert
Musik/Filmkompositionen – Stefan Wulff
Musik/Filmkompositionen – Heinrich Dageför
Oberbeleuchter – Jochen Kratzheller
Produktionsassistenz – Evi Baumgartner
Produktionsfahrer – Erik Merten
Produktionsleitung – Gabriele Goiczyk
Produzent – Jutta Müller
Regieassistenz – Elisabeth Hagemann
Requisite – Rolf Dietrich-Lohmann
Requisitenfahrer – Andre Haskamp
Schnitt – Sebastian Schultz
Set Dresser – Anuchai Wolfgang Dodo Lilienthal
Set Runner – Sven Kämmerer
Set-Aufnahmeleitung – Claudia Trinius
Sounddesign – Achim Rhinow
Standfotografie – Thomas Kost
Steadicam – Florian Klos
Stunts – Vi-Dan Tran
Szenenbild – Alexander Scherer
Ton/Filmtonassistenz – Oliver Skrotzki
Ton/Filmtonmeister – Andreas Turnwald

Weitere Meinungen und Rezensionen

RP-online.de: Die fanden – zumindest für einige Team-Mitglieder – unter erschwerten Bedingungen statt, da Regisseur Lars Jessen “Grünes Drehen” durchsetzen wollte: Papier sparen, Licht dosieren, Müll vermeiden – und weniger Fleisch beim Catering. Axel Prahls Kommissar-Darstellung ist das gut bekommen: Er guckt so herrlich verhungert in dieser Folge, die zu den besseren Münster-“Tatorten” gehört. Auch wenn man sie eigentlich nicht mehr sehen kann.

Spiegel.de: Und so schlagen sich Boerne, der die chinesische Künstlerin dann offensichtlich vor ihrem Tod doch nicht verführen konnte, und Thiel, der wiederum nicht mehr weiß, ob er die Kollegin verführen konnte oder nicht, vollverkatert durch einen gekonnt politisch aufgeladenen Fall. Das Material wird leichthändig, aber niemals fahrlässig ausgebreitet.

FR-online.de: Außerdem macht Nadeshda Krusenstern ihrem Chef am Ende ein so hinreißendes Kompliment, nein, es ist ein 08/15-Kompliment, aber sie macht es so hinreißend, dass es lohnt, die krudeste Verschwörungstheorie – in Wahrheit glaubt man sie eh längst alle – und Schlussvolte hinzunehmen, um das auf keinen Fall zu versäumen.

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