Die Unmöglichkeit, sich den Tod vorzustellen – Tatort Berlin – Folge 773

by on 26. September 2010

Die Berliner Kunstszene wird von einem Todesfall in ihren Festen erschüttert: Der weltweit anerkannte Künstler Hanns Helge wurde in einer seiner Installationen von heruntergefallenen Panzerglasplatten erschlagen. Als nicht trivial stellt sich die Frage heraus, ob es sich um einen Unfall, den der Künstler selbst als “wahre Vollendung des Werkes durch den Tod” indirekt ankündigte – oder einen von langer Hand geplanten Mord handelt. So finden sich mit der Galeristin Oona von Wilm und einem privaten Sammler gleich eine Reihe von Profiteuren, die einige Millionen Euro am Tod Helges verdienen. Während die Ermittlungen in beide Richtungen beginnen, erhält Kommissar Till Ritter die traurige Nachricht, dass sich sein geliebter Onkel Klaus das Leben genommen hat. Dies kann Ritter nicht auf sich sitzen lassen und untersucht auf eigene Faust die Todesumstände.

Doch nicht nur im beruflichen Umfeld stoßen Till Richter und Felix Stark auf so manche Ungereimtheit, die zum Rätseln aufgibt. So scheint selbst die Mutter des Künstlers nicht über die Arbeiten ihres Sohnes bescheid zu wissen. Auch die ehemalige Muse Patty ist merkwürdig verschlossen und stellt sich absolut ahnungslos, so auch die Kulturwissenschaftlerin Anna Linde, die über den Tod im Werk der Arbeiten des Künstlers promoviert hat.Ritter muss schließlich schmerzhaft einsehen, dass sein geliebter Onkel freiwillig die Erde verlassen hat. Gemeinsam mit Stark klärt er selbstverständlich auch das Todesrätsel um den Hanns Helge. Nein, sterben wollte er nicht. Kunst ist erfahrbar, der Tod aber nicht.

Sebastians Bewertung: ★★★★★★☆☆☆☆

Der Tatort zeichnet das Bild einer aalglaten Kunstszene, die durch ihre unspektakulär langweilige Art ganz und gar nicht künstlerisch – nein eher total künstlich – wirkt. Gewohnt cool agieren Ritter und Stark und sorgen dafür, dass sich “Die Unmöglichkeit sich den Tod vorzustellen” in die Berliner Tatortserie einreiht: Gradlinige Story, klare Bilder und Kamera, überzeugende Kommissare. Leider können auch Dominic Raacke (Ritter) und Boris Aljinovic (Stark) nicht über den bisweilen flachen Plot und das Spiel mit den Künstlerklisches hinwegtäuschen, was diesen Tatort in die Kategorie “mittelprächtig” spült. Immerhin nimmt der Tatort gegen Ende etwas Fahrt auf und meistert noch eine überraschende Wendung.

Majas Bewertung: ★★★★★★★★☆☆

Mord oder Selbstmord? Der schillernde Berliner Künstler Hanns Helge kommt tragisch ums Leben. Zur gleichen Zeit wird auch der ermittelnde Kommissar Till Ritter mit dem Tod berührt, denn sein Onkel wird tot aufgefunden. Der Suizid scheint klar, doch kann das der verzweifelte Kommissar Ritter kaum glauben bis er schließlich einen kurzen Abschiedsbrief in den Händen hält. Im Fall Helge wird der engste Kreis um den Toten immer wieder verhört und das Beziehungsgeflecht gibt den beiden Berliner Kommissaren bis zum Schuss Rätsel auf. Das Geständnis kommt unverhofft und lässt die Geschichte dramatisch und schmerzhaft enden. Fast durchgehend spannend und trotz des ernsten und ergreifenden Themas wirkt dieser Kriminalfall frisch und lebendig – ausgedrückt u.a. durch die vielen musikalischen Elemente und künstlerischen Aspekte. Till Ritter und Felix Stark ergänzen sich prächtig in ihren Ermittlungen.

Sendeinformationen

Sendelänge: 87:46
Drehbuch: Beate Langmaack
Regie: Christine Hartmann
Erstsendung: 26.9.2010
Produktionssender: RBB
Produktionsfirma: X Filme Creative Pool GmbH
Drehort: Berlin
Bildformat: 16:9
Redaktion: Dr. Josephine Schröder-Zebralla

Besetzung
Hauptkommissar Till Ritter – Dominic Raacke
Hauptkommissar Felix Stark – Boris Aljinovic
Kriminaltechniker Lutz Weber – Ernst-Georg Schwill
Hanns Helge – Max von Thun
Oona von Wilm – Caroline Eichhorn
Urs Büchner – Bernhard Schütz
Onkel Klaus – Tilo Prückner
Markus Kuhn – Joram Voelklein
Patty – Josefine Preuß
Hanns Helges Mutter – Monika Lennartz
Anna Linde – Hobmeier Brigitte

Stab
Buch – Beate Langmaack
Kamera – Charlie F. Koschnik
Musik – Fabian Römer und Steffen Kaltschmid

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