Eine bessere Welt – Tatort Frankfurt – Folge 800

by on 8. Mai 2011

Spät am Abend stürmt Sven Döring in das Frankfurter Kommissariat um einen Mord zu melden. Hauptkommisarin Conney Mey (Nina Kunzendorf) und ihr Kollge Frank Steier (Joachim Król) sind noch im Büro und nehmen den Mann in Empfang. Döring versucht zu erklären, dass sein Sohn seit einem Jahr im Koma liegt und dessen Freundin Mariam ihn versucht hat umzubringen. Ihr Kollege Seidel soll außerdem versucht haben diese Tat zu vertuschen. Die beiden Ermittler sind sich einig, das der aufgebrachte Döring extrem gefährlich und unberechenbar zu sein scheint. Sie stellen sich die Frage, wer nun überhaupt in Gefahr schwebt und möglicherweise geschützt werden muss. Conny Mey fährt daraufhin zu dem Mädchen und steckt in einem typischen Polizeidilemma, denn solange Mariam nichts passiert ist kann auch nichts gegen den potentiellen Täter unternommen werden. Doch die Kriminalkommissare nehmen trotzdem die Spur auf und treffen sofort auf Unstimmigkeiten. Ein mörderisches Spiel beginnt zwischen der Polizei, Sven Döring und dem Mädchen.

Eine bessere Welt Tatort Frankfurt

Eine bessere Welt Tatort Frankfurt / Bild: HR/Johannes Krieg

Der Tatort “Eine bessere Welt” ist die 800. Folge und somit ein Grund zum Feiern. Außerdem ist dieser Tatort die Premiere für das neue Team aus Frankfurt. Conny Mey und Frank Steier treten somit in die Fußstapfen von Kriminalhauptkommissar Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf) und Kriminalhauptkommissarin Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) die in der hessischen Stadt am Main von 2002 bis 2010 ermittelten. Der HR konnte bereits mit der Folge “Wie einst Lilly” zum 40. Tatort-Jubiläum im November letzten Jahres den neuen Ermittler im Landeskriminalamt Wiesbaden, Felix Murot (Ulrich Tukur) vorstellen. In Zukunft wird es also zwei Tatorte aus Hessen geben. Die Dreharbeiten zum zweiten Fall mit Conny Mey und Frank Steier haben kürzlich bereits begonnen. Der Fall “Ein Toter im Nachtzug” wird voraussichtlich Anfang 2012 in der ARD erstausgestrahlt. Bleibt also zu hoffen, dass der HR den Geschmack des TV-Publikums getroffen hat und ein weiteres interessantes Konzept entwickelt hat.

Sebastians Bewertung: ★★★★★★☆☆☆☆

Die neuen Frankfurter Kommissare Mey und Steier kommen in „Eine bessere Welt“ nur langsam auf Touren. Es dauert eine ganze Weile, bis der Fall an Fahrt gewinnt und das undurchsichtige Szenario Konturen annimmt. Der Plot befasst sich mit einem bereits „erledigtem Fall“, der noch einmal neu aufgerollt wird, aber der ganzen Geschichte die Dynamik raubt. Dagegen hat sich die Ausstattung etwas einfallen lassen und ganz Tatort unlike Conny Mey mit sehr freizügigen Klamotten á la Lara Croft kostümiert. Mit üppigem Dekolleté und gut sichtbarem Pistolenhalfter verkörpert Nina Kunzendorf einen Kommissarinnentyp, der im Tatort bisher fehlte. Joachim Król als Hauptkommissar Frank Steier dagegen, stellt den stereotypischen Eigenbrödler dar, der schon so häufig die Tatorte aus dem ganzen Land ziert.

Insgesamt ein solider Start für den neuen Frankfurter Tatort, ohne die ganz großen Highlights, aber mit ein paar erfrischenden Ideen. Leider kann der Plot nicht vollends überzeugen, so gilt bei einer Ermittlung eben nicht dasselbe wie bei einer guten Suppe: noch einmal Aufgewärmtes schmeckt nicht unbedingt besser. Auch das Ende wirkt ein wenig stark arrangiert, ohne den Fall letztendlich aufzuklären. Und warum im Sommer Folgen gezeigt werden, die bei Eis und Schnee gedreht wurden, werden wir wohl nie verstehen.

Majas Bewertung: ★★★★★★★★☆☆

In “Eine bessere Welt” feiern die beiden Hauptkommissare ihr Debüt im Frankfurter Tatort und zurecht ist dieser Tatort ein Jubiläum. Conny Mey alias Nina Kunzendorf macht eine gute Figur, wenn auch eine sehr ungewöhnliche für eine Kommissarin. Ihr Kleidungsstil ist schrill und im Gegensatz zu ihrem Kollegen Frank Steier (Joachim Król) ist sie jung, fast jugendlich, abendteuerlustig und zackig. Und sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Steier hingegen ist von der alten Schule und geht seinen eigenen Weg. Doch auch aus seinem Mund kommen treffsichere Wörter und Sprüche, die es auf den Punkt bringen und das Publikum zum Schmunzeln bringen. Das Polizeipräsidium scheint sich seit ca. 30 Jahren nicht mehr wirklich verändert zu haben. Dort steht die Zeit still, wäre da nicht Conny Mey, die mit ihrere Art und ihrem Auftreten neuen Wind bringt.

Die Folge hat auffällig viele gute Lichtinszenierungen zu bieten. Die teilweise grellen Lichtkegel spielen den Schauspielern blass-graue Farbe in ihre Gesichter. Doch eine warme und besondere Atmosphäre überwiegt durch etliche kleinere Lichtquellen. Die Szenen im nächtlichen Frankfurt spielen sich unter Straßenlaternen ab und bieten eine interessante Kulisse. Das Wetter in Frankfurt scheint nicht eindeutig zu wissen, wie es sich verhalten soll. Mal schneit es kräftige Flocken und die Autos sind schneebedeckt. Mal sind die Straßen nass und kurz darauf sogar trocken. Die kurzen Rückblenden hätte sich der HR allerdings auch sparen können. Sie führen den Zuschauer kaum weiter.

Insgesamt ist dieser Tatort ein fast skurriler Fall der sich um eine angespannte Vater-Sohn-Geschichte dreht. Eine mehr oder weniger stimmige Handlung, der man gut folgen konnte sprechen für den neuen Tatort in Frankfurt, die jedoch zum Schluß hin etwas dünn wird. Die beiden Ermittler müssen sich jedoch noch finden um ein wirkliches Team abzugeben. Acht Punkte für “Eine bessere Welt”.

Sendeinformationen

Sendelänge: ca. 90:00
Drehbuch – Lars Kraume
Regie – Lars Kraume
Erstsendung – 08.05.2011
Produktionssender – HR
Drehort – Frankfurt am Main und Umgebung
Bildformat – 16:9
Redaktion – Liane Jessen, Jörg Himstedt

Besetzung

Hauptkommissar Frank Steier – Joachim Król
Hauptkommissarin Conny Mey – Nina Kunzendorf
Chef der Mordkommission – Gerd Wameling
Miriam Sert – Vicky Krieps
Kommissar Seidel – Peter Kurth
Sven Döring – Justus von Dohnányi
Daniel Behnken – Arnd Klawitter
Stefan Döring – Frederick Lau
Max – Max Philip Koch
N.N – Konstantin Frolov
N.N – Nils Kahnwald
N.N – Andreas Helgi Schmid
N.N – Susanne Böwe
N.N – Stephanie Eidt
N.N – Michael Abendroth
N.N – Michael Keseroglu
N.N – Marc Oliver Schulze
N.N – Claude de Demo
N.N – Robert Chistott
N.N – Christiane Nothofer
N.N – Wolfgang Michael
N.N – Alexandra Strüven

Stab

Aufnahmeleitung – Daniela Krause
Baubühne – Herbert Langstein
Baubühne – Christian Micken
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Elke Ditter
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Jens Lupek
Besetzung/Casting – Ingrid Böhm
Bildtechnik – Erhard Bredowski
Bühnentechnik – Gernot Heppner
Continuity – Béatrice M. Hoffmann
Drehbühne – Frank Grimm
Drehbühne – Michael Reich
Garderobe – Iris Arasimavicius
Garderobe – Marie Tschunko
Grafik – Andreas Bekier
Grip – Stefan Hübscher
Kamera – Armin Alker
Kameraassistenz – Nadine Lang
Kameraassistenz – Nina Mettmann
Komparserie – Astrid Sic
Kostümbildassistenz – Annette Finze
Kostüme/Kostümbild – Katharina Schnelting
Maske/Maskenbildner – Michael Holler
Maske/Maskenbildner – Marc Krcek
Mischung – Peter Senkel
Oberbeleuchter – Dieter Müller-Lenz
Produktionsbüro – Christine Köppel
Produktionsleitung – Arno Maas
Produzent – hr Fernsehfilm
Regieassistenz – Rick Ostermann
Requisite – Betina Schepp
Requisite – Christopher Dey
Schnitt – Stefan Blau
Schnittassistenz – Jochen Schnelle
Set-Aufnahmeleitung – Dirk Eberling
SFX – Rainer Hildebrand
Sounddesign – Silke Franken
Sounddesign – Christiane Petri
Standfotografie – Johannes Krieg
Stunts – Armin Sauer
Szenenbild – Olaf Schiefner
Ton/Filmtonassistenz – Bernd Funtsch
Ton/Filmtonassistenz – Ralf Ganswindt
Ton/Filmtonmeister – Katja Schenk

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