Er wird töten – Tatort Bremen – Folge 876

by on 9. Juni 2013

Hauptkommissar Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) ist gerade aus Afghanistan zurück und kaum richtig in Bremen angekommen, da wird er schon in die Ermittlungen eines neuen Falls konfrontiert. Auf dem Polizeipräsidium taucht eine Frau (Annika Kuhl) auf, die sich bedroht fühlt. Stedefreund will den neuen Kollegen Leo Uljanoff (Antoine Monot jr.) um Unterstützung bitten und findet diesen ermordet auf der Toilette.

Tatort Er wird töten

Er wird töten – Tatort Bremen / Bild: Radio Bremen/Jörg Landsberg

Daraufhin wird das Gebäude großräumig gesperrt und die beiden Kommissare beginnen mit den Aufklärungsarbeiten. Inga hatte zwar eine Affäre mit ihrem Kollegen Leo, trotzdem lässt sie es sich nicht nehmen, den Mordfall zu leiten. Bald finden sie heraus, dass es sich bei der bedrohten Frau um eine Ärztin namens Marie Schemer handelt. Diese gibt an, von ihrem Exmann Joseph (Peter Schneider) verfolgt und bedroht zu werden. Außerdem soll er ihre gemeinsame Tochter umgebracht haben und sei nun auch für den Tod von Leo verantwortlich. Die Bremer Ermittler können tatsächlich schnell eine Verbindung herstellen, denn Leo leitete vor einigen Jahren einen Fall, in dem es um den Tod der kleinen Tochter ging. Damals wurde Joseph für den Mord an seiner eigenen Tochter verurteilt. Doch musste Leo Uljanoff deshalb sterben?

Sebastians Bewertung: ★★★★★☆☆☆☆☆
Im neuen Bremer Tatort „Er wird töten“ müssen Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) den Mord an Kollege und Freund Ingas Leo Uljanoff (Antoine Monot jr.) aufklären. Dabei wirft das Setting der Geschichte so einige interessante Rätsel auf, die durchaus für Spannung hätten sorgen können. Leider ziehen sich die Dialoge wie Kaugummi und so plätschert – was als temporeicher Thriller beginnt – langsam vor sich hin und verkommt zu einem düsteren, langatmigen und leicht zu durchschauendem Kammerspiel.

Die schauspielerische Leistung der Darstellung ist grundsolide, vor allem Mommsen gelingt es hin und wieder Akzente zu setzen. Die Kamera setzt auf dunkle, ausdrucksstarke Einstellungen und überlange Schnitte. Musik und Sound wird sehr bewusst und dossiert eingesetzt.

Insgesamt hat Radio Bremen mit „Er wird töten“ die Chance vergeben, aus einem guten Buch einen spannenden Krimi zu machen. Die Dialoge hätten etwas mehr Prägnanz und Schnelligkeit gebraucht, um den Zuschauer wirklich fesseln zu können. Des Weiteren war der Fall für aufmerksame Zuschauer schnell zu lösen. Nach den vielen Bremer Tatort-Enttäuschungen in den letzten Jahren ist das immerhin eine Steigerung, bei der noch Luft nach oben bleibt.

Majas Bewertung: ★★★★★★★☆☆☆
Der Tatort “Er wird töten” beginnt nicht gerade spannend. Erst mit dem Todeskampf von Leo Uljanoff (Antoine Monot jr.) kommt Fahrt auf, die jedoch schnell wieder verschwindet. Dieses Spiel zwischen Spannung und Trägheit zieht sich leider durch die gesamten 90 Minuten.

Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) ist sichtlich mitgenommen vom Tod ihres Kollegen Leo, mit dem sie außerdem eine Liebesbeziehung hat. Und auch Stedefreund (Oliver Mommsen), der gerade erst wieder aus Afghanistan zurückgekehrte, ist nicht ganz bei der Sache. Als Stedefreund den blutüberströmten Leo auf der Toilette im Polizeipräsidium findet, vergisst er anscheinend alle seine polizeilichen Vorschriften, denn er dreht die Leiche einfach um und hinterlässt Spuren am Tatort. Und dann ist da auch noch die verstörte Marie. Scheint so, als sind alle etwas überfordert mit dem Fall. Schauspielerisch dagegen machen alle Beteiligten einen guten Job und wirken sehr überzeugend. Von traurigen über brutalen bis hin zu dramatischen Szenen ist wohl für jeden Zuschauer etwas dabei. Die Film-Crew hat nichts ausgelassen. Und auch die Kamera kann mit Zeitlupeneinsätzen und Rückblenden punkten und sorgt für Abwechslung.

Alles in allem ist der Tatort “Er wird töten” gut gemacht. Ein echter Krimi, auch wenn ich persönlich das Thema selbst nicht wirklich mitreißend fand.

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:30
Drehbuch – Christian Jeltsch
Regie – Florian Baxmeyer
Erstsendung – 9.6.2013
Produktionssender – RB/ARD Degeto
Produktionsfirma – Bremedia
Drehort – Bremen und Umgebung
Bildformat – 16:9
Redaktion – Annette Strelow

Besetzung
Hauptkommissarin Inga Lürsen – Sabine Postel
Hauptkommissar Nils Stedefreund – Oliver Mommsen
Helen Reinders – Camilla Renschke
Dr. Katzmann (Pathologe) – Matthias Brenner
Kriminalassistent Karlsen – Winfried Hammelmann
Leo Uljanoff – Antoine Monot jr.
Dr. Marie Schemer – Annika Kuhl
Joseph Vegener – Peter Schneider
Robert Vegener – Peter Schneider
Joost Brauer – Werner Wölbern
Prof. Max Schemer – Heinz Lieven
Theo Kiempolz – Michael Abendroth
Helga Vegener – Jeannette Arndt
Leos Mutter – Irene Kugler
Petric – Jurij Schrader
Polizistin – Laina Schwarz
Hundeführer – Helge Tramsen

Stab
Assistent der Set-AL – Axel Bierstedt
Assistent der Set-AL – Miriam Gehrt
Aufnahmeleitung – Dirk Eickhoff
Außenrequisite – Dagmar Schugk
Baubühne – Marcus Grau
Baubühne – Ralf Wahl
Baubühne – Harald Prien
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Adriano Grilli
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Dirk Rullkötter
Besetzung/Casting – Gitta Uhlig
Best Boy – Claus Scheipers
Best Boy – Linus Liermann
Continuity – Anna Slaba
Digital Colorist – Jutta Boukamp
Fachberatung – Wolfgang Hänel
Filmgeschäftsführung – Nina Dieckmann
Garderobe – Erika Haertel
Garderobe – Annika Brose
Herstellungsleitung – Sascha Ommert
Innenrequisite – Janina Lauer
Kamera – Marcus Kanter
Kameraassistenz – Philipp Schöttner
Kameraassistenz – Axel Stock
Kameraassistenz – Hagen Schöne
Kostümbildassistenz – Sandra Fuhr
Kostüme/Kostümbild – Astrid Karras
Licht – Olli Schafhausen
Licht – Claus Scheipers
Location Scout – Kay Schellack
Maske/Maskenbildner – Elisabeth Harlan
Maske/Maskenbildner – Samira Ghassabeh
Motivaufnahmeleitung – Kay Schellack
Postproduktion – Doris Ohlsen-Schöne
Produktionsassistenz – Julia Sliwa
Produktionsfahrer – Torsten Moeck
Produktionsfahrer – Erik Seerainer
Produktionsleitung – Frank Berszuck
Produzent – Stephan Bechtle
Regieassistenz – Thomas Brück
Requisitenfahrer – Michael Waschnig
Schnitt – Frederike Weymar
Schnittassistenz – Sylvia Dieckmann
Set-Aufnahmeleitung – Manuela Rusch
Set-Aufnahmeleitung – Jennifer Nitz
Standfotografie – Jörg Landsberg
Stunt Koordination – Ronnie Paul
Stunts – René Lay
Szenenbild – Detlef Prowedi
Ton/Filmtonassistenz – Bianca Ihnken
Ton/Filmtonmeister – Frank Buermann
Ton/Filmtonmeister – Tina Schulte
Videooperator – Jennifer Jahnz

Weitere Meinungen und Rezensionen
Tittelbach.tv: Es ist eine Art Fortsetzung zum „Tatort – Puppenspieler“. Whodunit- und Figuren-Spannung halten sich geschickt die Waage. Retrospektiv gesehen stimmt die Logik dieser Krimi-Tragödie nicht immer. Postel mal wieder in der Rolle der preußischen Kommissarin, Mommsen dagegen gibt den „Taxi Driver“!

Spiegel.de: Regisseur Florian Baxmeyer und Autor Christian Jeltsch, die gemeinsam schon einige exzeptionelle “Tatorte” geliefert haben, inszenieren den Film als formvollendeten Paranoia-Thriller. Neben klaustrophobischen Szenen in den Verhörzellen gibt es erratische Kameraflüge in den schwarzen Nachthimmel.

Tagesspiegel.de: Dieser „Tatort“ aus Bremen (Buch: Christian Jeltsch, Regie: Florian Baxmeyer) ist ein klassischer Krimi. Wer lügt? Wer sagt die Wahrheit? Und vor allem: Wer ist der Mörder? Genau um diese Fragen geht es. Ungewöhnlich hingegen ist die Dramaturgie: Die Ermittlungsergebnisse fallen nicht wie oft in TV-Krimis einfach vom Himmel.

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