Fette Hoppe – Tatort Weimar – Folge 891

by on 26. Dezember 2013

Seinen ersten Arbeitstag hatte sich Kriminalkommissar Lessing (Christian Ulmen) auch anders vorgestellt. Kaum trifft er in die verträumte Kleinstadt Weimar auf gerät er mitten in einen Großeinsatz der Polizei. Ein Geiselnehmer hat sich mit der schwangeren Kommissarin Kira Dorn (Nora Tschirner) im Rathaus verschanzt. Ohne zu zögern greift Lessing ein und es gelingt ihm, den Geiselnehmer zu überwältigen.

Fette Hoppe - Tatort Weimar

Fette Hoppe – Tatort Weimar / Bild: MDR/Andreas Wünschirs

Doch es bleibt keine Zeit um sein neues Team wirklich kennenzulernen, denn schon drängt ein neuer Fall. Die Weimarer Wurstkönigin Brigitte Hoppe wird vermisst. Sie ist für die Rostbratwurst “Fette Hoppe” bekannt, die die beste Thüringens sein soll. Die Ermittler finden Hinweise auf ein Gewaltverbrechen und auch an Verdächtigen mit Motiven mangelt es nicht. So ist da Sohn Sigmar mit seiner Freunding Nadine Reuter, die mit Anfang 30 schon zwei Ehemänner hat sterben sehen. Sie könnte Sigmar dazu angestiftet haben und auf das Erbe scharf sein.

Und dann ist da noch Frau Olm, die Leiterin des Gewerbeamts. Sie scheint ebenfalls etwas mit der Tat zu tun zu haben. Oder ist der Pferdekutscher Casper Bogdanski der Täter? Der Anruf eines Unbekannten bringt eine überraschende Wendung: Brigitte Hoppe wurde entführt. Als die Geldübergabe scheitert, kommen den Kommissaren Zweifel. Sie glauben immer mehr, dass Brigitte Hoppe ermordet wurde und der Täter Lösegeld für eine Leiche verlangt. Die Ereignisse in Weimar überschlagen sich…

Sebastians Bewertung: ★★★★★★★★☆☆
Mit „Fette Hoppe“ feierte der neue Weimarer Tatort Premiere, der nun wohl regelmäßig am zweiten Weihnachtsfeiertag zu sehen sein wird. Vorweg war schon erkennbar, dass der MDR auf den Zug der Dramödien aus Münster und Saarbrücken aufspringen will. Die Handlung ist dabei meist zweitrangig, da es mehr auf bissige, sarkastische Dialoge ankommt. Und hier wurde gute Arbeit geleistet. Sicher sind die Witze nicht ganz so feinsinnig, dafür dürften sie aber den Geschmack vieler jüngerer Zuschauer treffen.

Auch der Plot ist durchaus abwechslungsreich gestaltet, so dass es unterhaltsam, abwechslungsreich und spannend bleibt. Die Leistung der Darsteller ist ebenfalls gut, Ulmen erinnert an einen ermittelnden Herr Lehmann und Tschirner ist tapfer dabei ihr Keinohrhasen-Image abzulegen. Technisch gibt es wenig Auffälligkeiten. In der Musik bestimmen klassische Themen und Variationen der Tatort-Titelmusik.

Insgesamt ist dem MDR mit „Fette Hoppe“ eine interessante, witzige Satire auf einen Krimi gelungen. Man kann sicher fehlenden Tiefgang oder Anspruch anbringen, allerdings muss man den Zweck des Fernsehens nicht vergessen: Unterhaltung. Das ist dem Team wirklich gelungen! In dieser Form können Ulmen und Tschirner wirklich ein regelmäßiger Bestandteil der Tatort Landschaft werden.

Majas Bewertung: ★★☆☆☆☆☆☆☆☆
Wer nach den Weihnachtsfeiertagen noch träge auf dem Sofa liegt und eine seichte TV-Unterhaltung sucht, für den ist der Tatort “Die fette Hoppe” genau das richtige. Alle anderen sind wohl von dem ersten Weimarer Fall mit Christian Ulmen als Kommissar Lessing und Nora Tschirner als Kira Dorn enttäuscht. Die Handlung ist zäh und ein Spannungsbogen fehlt gänzlich. Hauptkommissar Lessing gibt im Grunde eine ganz gute Figur ab. Er ist von Hamburg nach Weimar gekommen und platzt an seinem ersten Arbeitstag mitten in eine Polizeiübung hinein – was ihm allerdings erst danach klar wird. Als er mit seinem Wohnmobil am vermeintlichen Tatort ankommt, wirkt er nicht gerade vorbereitet. Lessing ist eher der lässige Typ, der sich mit seiner neuen Umgebung zufrieden geben muss und die Ermittlungen ruhig angeht. Kira Dorn dagegen ist die junge und straighte Kommissarin, die alles unter Kontrolle zu haben scheint und auch hochschwanger in Weimar ermittelt, da sie sich für unabkömmlich hält. Auch die anderen Schauspieler glänzen nicht gerade mit ihrer Leistung und die Rollen wirklich gekünztelt sowie teilweise sogar lächerlich.

Professionalität sieht wirklich anders aus und der Tatort “Die fette Hoppe” hat auf mich eher den Eindruck einer Art Übung gemacht. Mit einem echten Krimi hatte das heute wohl nicht allzuviel gemein. Ulmen gebe ich noch eine zweite Chance, denn wie bereits bekannt ist, wird es eine weitere Folge aus Weimar geben.

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:30
Drehbuch – Murmel Clausen, Andreas Pflüger
Regie – Franziska Meletzky
Erstsendung – 26.12.2013
Produktionssender – MDR / ARD-DEGETO
Produktionsfirma – Wiedemann & Berg Television GmbH & Co. KG
Drehort – Weimar, Apolda
Bildformat – 16:9
Redaktion – Sven Döbler, Birgit Titze

Besetzung
Kriminalkommissar Lessing – Christian Ulmen
Kriminalkommissarin Kira Dorn – Nora Tschirner
Kriminalhauptkommissar Kurt Stich – Thorsten Merten
Kriminaltechniker Hans Bangen – Wolfgang Maria Bauer
Brigitte Hoppe (Wurstkönigin) – Elke Wieditz
Sigmar Hoppe – Stephan Grossmann
Frau Olm – Ramona Kunze-Libnow
Casper Bogdanski – Dominique Horwitz
Lotte Bogdanski – Klara Deutschmann
Michael (Polizist) – Jan Baake
Polizist – Martin Bertram
Dr. Seelenbinder – Ute Wieckhorst

Stab
2nd Unit Kamera – Alexander von Wasielewski
Assistent der Produzenten – Simone Ruff
Assistent der Set-AL – Sascha Esche
Außenrequisite – Mathias Hohm
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Oliver Joest
Continuity – Tina Hönig
Digitaleffekte – Robert Lacroix
Erster Aufnahmeleiter – Michael Brodhuhn
Garderobe – Claudia Blumenauer
Herstellungsleitung – David Vogt
Innenrequisite – Julia Friebe
Kamera – Philip Peschlow
Kameraassistenz – Timothy Sedgwick
Kameraassistenz – Andreas Hoberg
Kameraassistenz – Julian Arayapong
Kostümbildassistenz – Iris Reisig
Kostüme/Kostümbild – Ulla Gothe
Lichtassistenz – Dietrich Schönherr
Maske/Maskenbildner – Peggy Billing
Maske/Maskenbildner – Janina Münch
Musik/Filmkompositionen – Eike Hosenfeld
Musik/Filmkompositionen – Tim Stanzel
Musik/Filmkompositionen – Moritz Denis
Oberbeleuchter – Stepan Novotny
Producer – Nanni Erben
Produktionsassistenz – Linda Heerwagen
Produktionsfahrer – Holger Möbes
Produktionsfahrer – Tobias Schulz
Produktionsleitung – Gabriele Reuter
Produzent – Max Wiedemann
Produzent – Quirin Berg
Regieassistenz – Petra Erler
Requisitenfahrer – Michael Naue
Schnitt – Jürgen Winkelblech
Schnittassistenz – Christian Reinhardt
Set-Aufnahmeleitung – Torsten Etling
Set-Aufnahmeleitung – Michael Schütz
SFX – Stephan von Tresckow
Steadicam – Fabian Rösler
Stunts – Tim Haberland
Szenenbildassistenz – Jürgen Schäfer
Ton/Filmtonassistenz – Torsten Lenk
Ton/Filmtonmeister – Matthias Richter

Weitere Meinungen und Rezensionen

Sueddeutsche.de: Die Episode ist natürlich eine Parodie. Manchmal tut es etwas weh. Aber manchmal tut es – nach einem Jahr eisern geführter Tatort-Qualitätsdebatten – auch ein bisschen gut, wie unaufgeregt Ulmen und Tschirner ihre Wurst- und Wortwitze verstreuen.

NZZ.ch: Weimar erscheint als Postkartenidylle, wo fernes Hundegebell den fehlenden Verkehrslärm ersetzt. Und die jungen attraktiven Frauen unter den Hauptpersonen waren früher alle in derselben Klasse und haben noch immer mit ihren Pubertätskämpfen von einst zu tun. Wer das mag, wird diesen «Tatort» lustig finden. Auf den Plot kommt es nicht an.

Web.de: Zum anderen, weil der Humor des eingespielten Duos Tschirner und Ulmen an Treffsicherheit den anderen “Schmunzelrevieren” aus Münster und Saarbrücken überlegen ist. Dieser Eindruck ist aber – wie immer wenn’s um Humor geht – Geschmackssache. Oder wie Christian Ulmen sagen würde: “Entweder du checkst es oder eben nicht.”

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