Feuerteufel – Tatort Hamburg – Folge 872

by on 28. April 2013

In einem der noblen Hamburger Stadtteile brennt wieder ein Auto und in dieser Nacht ist sogar eine Frau ums Leben gekommen. Die Polizei ist schnell zur Stelle, denn sie kennen die nächtlichen Brände bereits. Doch nun haben sich mit dem Tod der Frau die schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet.

Tatort Feuerteufel

Feuerteufel – Tatort Hamburg / Bild: NDR/Christine Schröder

Die Frau hat wohl in ihrem Auto geschlafen und konnte sich dann, als es bereits Feuer gefangen hatte, nicht mehr in Sicherheit bringen und flüchten. Hauptkommissar Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) nimmt sich dem Fall an, beginnt die Ermittlungen in der Hansestadt und merkt zugleich, dass die Stimmung in Hamburg seit den Bränden nicht gut ist. Nun setzen sich sogar die Bürger zur Wehr, die Autonomen werden lauter und auch in den folgenden Nächten brennen wieder Autos. Die junge LKA-Ermittlerin Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) wird als Expertin in Sachen Brandfällen hinzugezogen und ermittelt gemeinsam mit Thorsten Falke. Doch die Aufklärungen beginnen nur schleppend und die Stimmung in Hamburg wird schlechter und schlechter…

Der NDR hat nun neben Kriminalhauptkommissar Nick Tschiller (Til Schweiger) ein weiteres Tatort-Team ins Leben gerufen. Kommissar Thorsten Falke, der bei Schweigers Debüt im März bereits eine kurze Gastrolle hatte, wird nun in Hamburg und Norddeutschland ermitteln. Die heutige Folge “Feuerteufel” ist seine Premiere.

Sebastians Bewertung: ★★★★★★☆☆☆☆
Mit „Feuerteufel“ feiert Wotan Wilke Möhring die Premiere als neuer Tatort-Kommissar in Hamburg. Als legitimer Nachfolger von Mehmet Kurtulus alias Cenk Batu muss Möhring als Hauptkommissar Thorsten Falke gleich eine kniffligen Fall lösen. Unterstützt wird Falke von LKA-Ermittlerin Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller), der wohl heißesten Kommissarin seit der jungen Maria Furtwängler anno 2002. Die schauspielerische Leistung der Darsteller ist durchaus sehr ansprechend, sowohl Haupt-, als auch Nebenrollen machen einen sehr guten Job und überzeugen durch Authentizität.

Leider ist der Plot nicht das Maß aller Dinge, zu träge verlaufen die Ermittlungen, zu langsam schreitet die Handlung voran und zu einfach werden die Motive der invertierten Detektivgeschichte offengelegt. Technisch ist der Film sauber produziert, vor allem anhaltende Kamerafahrten und warme Farben kommen zum Einsatz. Musikalisch wird voll auf Musik gesetzt. Ob Autoradio, Stereoanlage oder Ghettoblaster, hinter jeder Szene liegt ein gut zu erkennender Song. In Sachen Ausstattung hätte etwas mehr Liebe und Details in die gezeigten Webseiten gelegt werden können.

Insgesamt ist dem NDR mit „Feuerteufel ein solider Krimi gelungen, der vor allem durch ausgezeichnete Darsteller überzeugt und Lust auf mehr macht. Der Plot kann dabei leider nicht ganz mithalten, zu unübersehbar sind die Ungereimtheiten und zu fad zieht sich die erste Stunde dahin. Möhring ist demnach ein guter Start gelungen, der durch ein besseres Buch zu einem sehr guten Tatort werden könnte. Schön ist ebenfalls, dass es ein Wiedersehen mit Petra Schmidt-Schaller als LKA-Ermittlerin Katharina Lorenz geben wird.

Majas Bewertung: ★★★★★★★☆☆☆
Die Hamburger Tatort-Premiere “Feuerteufel” mit Wotan Wilke Möhring als Hauptkommissar Thorsten Falke war spannend, aber auch brutal und hat die ermittelnden Kommissare und Polizisten an ihre Grenzen gebracht. Doch zum Schluß wendet sich das Blatt… Nach dem grausamen Mord an einer Frau, die im brennenden Auto sitzt beginnen die Ermittlungen beim LKA. Da sich die Aufklärung des Falls jedoch von Anfang an schwierig gestaltet und die Bevölkerung kaum zu bremsen ist und nicht an den Erfolg der Polizei glaubt, bekommt Falke Unterstützung von der jungen Kollegin Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller). Allerdings kann auch sie erst einmal nicht viel ausrichten. Stattdessen rücken die privaten Streitigkeiten zwischen Falke und seinem Kollegen und langjährigen Freund Jan Katz (Sebastian Schipper) in den Mittelpunkt. Auch mit Katharina Lorenz versteht er sich nicht besonders gut. Parallel taucht der Zuschauer immer wieder in das Leben von Brandstifter Ruben Schaller (David Berton) ein. Zwei parallele Handlungsstränge und die Tatsache, dass der mutmaßliche Täter von Anfang an bekannt ist, erzeugen Spannung. Das Konzept des NDR geht auf.

Die schauspielerischen Leistungen von Wotan Wilke Möhring, Sebastian Schipper und auch von David Berton können auf ganzer Linie überzeugen und werden durch ideenreiche Inszenierungen und Kameraeinstellungen des Regisseurs unterstützt. Kommissar Thorsten Falke ist ein sehr engagierter Ermittler, der weiß, wie man mit den Menschen auf der Straße und mit Jugendlichen umgeht. Er lebt alleine und kümmert sich zu Hause um seine Katze, die stehts auf dem Küchentisch sitzt und frisst. Doch Falke ist authentisch und im Gegensatz zu seinem Hamburger Kollegen Nick Tschiller alias Til Schweiger kann man ihm die Rolle abnehmen. Auch wenn das Ende den Zuschauern schaudern lässt, muss man sich doch fragen, ob die Gerichtsmedizin ihren Job überhaupt erledigt hat. Dass die Frau von ihrem eigenen Mann mit bloßen Händen erstickt wurde, hätte Spuren hinterlassen müssen.

Insgesamt ist dem NDR mit “Feuerteufel” ein guter Tatort gelungen, der allerdings nicht unbedint durch seine Handlung sondern vielmehr durch großartige Schauspieler und einem guten Regisseur glänzt. Großes Kompliment an Özgür Yildirim. In der nächsten Folge wird sich zeigen, ob sich das Hamburger Team etablieren und einem neuen frischen Tatort in Norden durchstarten kann. Potenzial ist auf jeden Fall gegeben.

Musik im Tatort “Feuerteufel”

Einen Song konnten wir für Euch notieren, der während des Baseketballspiels der Jugendlichen lief:

Sendeinformationen
Sendelänge: 84:44
Drehbuch – Markus Busch
Regie – Özgür Yildirim
Erstsendung – 28.4.2013
Produktionssender – NDR
Produktionsfirma – Colonia Media
Drehort – Hamburg und Umgebung
Arbeitstitel – Feuer über Flottbek
Bildformat – 16:9
Redaktion – Daniela Mussgiller, Christian Granderath

Besetzung
Hauptkommissar Thorsten Falke – Wotan Wilke Möhring
LKA-Ermittlerin Katharina Lorenz – Petra Schmidt-Schaller
Jan Katz – Sebastian Schipper
Bendixen (Falkes Vorgesetzter) – Achim Buch
Ruben Schaller – David Berton
Meike Höversen – Lo Rivera
Jürgen Mintal – Bernhard Schütz
Kurt Schütz – Philipp Baltus
Maurice – Patrick Abozen
Staatsanwältin – Carolin Spiess
Stuttner – Albrecht Ganskopf
Mirko Hanken – Ben Münchow
N.N – David Schütter
Oliver Devers – Oliver Törner
Martina – Katharina Spiering
Taxifahrer – Jan Peter Heyne
Frau Sander – Charlotte Crome
N.N – Sam Sen
N.N – Hans Löw

Stab
2nd Unit Kamera – Maximilian Lips
Assistent der Set-AL – Eric Overheu
Ausstattung – Thomas Rings
Besetzung/Casting – Deborah Congia
Best Boy – Steffen Birker
Continuity – Bente Zippel
Erster Aufnahmeleiter – Tarik Erpinar
Filmgeschäftsführung – Manfred Hanke
Kamera – Matthias Bolliger
Kamerabühne – Michael Bauert
Kamerabühne – Benjamin Rasch
Kamerabühne – Sebastian Leinung
Kameraassistenz – Frederik Tegethoff
Kameraassistenz – Sebastian Keim
Kameraassistenz – Paul Gredig
Kostüme/Kostümbild – Christine Zahn
Location Scout – Nic Diedrich
Maske/Maskenbildner – Fe Ferber
Maske/Maskenbildner – Lea Gerling
Mischung – Sascha Heiny
Motivaufnahmeleitung – Manuel Stülten
Musik/Filmkompositionen – Christoph M. Kaiser
Musik/Filmkompositionen – Julian Maas
Oberbeleuchter – Holger Schippmann
Postproduktion – Christian Kaps
Produktionsassistenz – Ulrike Lanz
Produktionsfahrer – Jörg Pakusch
Produktionsfahrer – Daniel Luoni
Produktionsleitung – Björn Eggert
Produktionsleitung – Daniel Buresch
Produzent – Björn Vosgerau
Produzent – Uwe Kolbe
Regieassistenz – Barbara Skawran
Schnitt – Sebastian Thümler
Schnittassistenz – Adrian Tetzlaff
Schnittassistenz – Bine Pufal
Set-Aufnahmeleitung – Muriel Amstalden
SFX – Norbert Skodock
Sounddesign – Malte Bieler
Standfotografie – Christine Schroeder
Stunt Koordination – Thomas Bloem
Szenenbild – Iris Trescher-Lorenz
Ton/Filmtonassistenz – Max Kober
Ton/Filmtonmeister – Maarten van de Voort

Weitere Meinungen und Rezensionen

Zeit.de: Die Jagd nach dem Feuerteufel ist kriminalistisch unspektakulär, Spannung selten spürbar. Hier und da wähnt man sich eher im Großstadtrevier mit seinen putzigen Kiezroutinen. Aber es kann eben nicht immer knallen und tschillern. Zwar nimmt der Fall kurz vor Schluss noch eine überraschende Wendung, nachdem der Täter 80 Minuten lang feststand. Aber die Stärke dieser Premiere liegt eindeutig nicht im Sujet, sondern im Ensemble.

Faz.net: Dies ist ein „Tatort“, der die klassischen Motive des schnörkellos-harten Polizeifilms parat hat, was Menschenkenntnis und politische Instinkte ja nicht ausschließt. Jeder Nebenstrang ist an seinem Platz und absolut begreiflich; ausführliche Schilderungen des Sozialen, die, wie man nicht zuletzt am „Tatort“ immer wieder sehen kann, leicht ins Bräsige lappen, gibt es hier nicht, wohl aber Dialoge, die ebenfalls sitzen

Bz-berlin.de: Unbedingt einschalten. „Feuerteufel“ ist von der ersten bis zur letzten Minute spannend und wartet mit einem überraschenden Ende auf. Neben Wotan Wilke Möhring überzeugen David Berton als Ruben Schaller und Volksbühnen-Star Bernhard Schütz als Jürgen Mintal.

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