Freunde bis in den Tod – Tatort Ludwigshafen – Folge 882

by on 6. Oktober 2013

In Ludwigshafen werden die Kriminalhauptkommissare Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) mit einem neuen Fall konfrontiert. Auf einem Feldweg nahe der Stadt wird ein junger Mann erschossen aufgefunden. Schnell stellt sich die Frage, warum der 19jährige Roland Klaas dort gewesen ist.

Tatort Freunde bis in den Tod

Freunde bis in den Tod – Tatort Ludwigshafen / Bild: SWR/Alexander Kluge

Die Ermittler finden heraus, dass in der Nähe des Tatorts in einer Kiesgrube Schießübungen stattgefunden haben, die auf jeden Fall geheim bleiben sollten. Sämtliche Patronenhülsen wurden aufgesammelt und die Spuren weitgehendst verwischt. Schließlich fängt Kopper an, ein von Roland selbst programmiertes Computerspiel zu spielen und seine Kollegin stellt fest, dass ein Level dieses Spiels sehr dem Grundriss von Rolands Schule gleicht. Die beiden haben eine schreckliche Ahunung, denn alles deutet auf einen geplanten Amoklauf hin. Sie befragen Rolands Kumpel Manu (Joel Basman) und können dann herausfinden, bei wem der tote Schüler das Gewehr gekauft hat. Die einzelnen Puzzelteile des Mordfalls fügen sich langsam aneinander und die Ludwigshafener Kommissare können schließlich auch Rolands Mörder ausmachen. Doch Manu will die Pläne seines besten Freundes zu Ende bringen und macht sich auf den Weg zur Schule…

Sebastians Bewertung: ★★★★★★☆☆☆☆
In neuen Ludwigshafener Tatort „Freunde bis in den Tod“ ermitteln die Kriminalhauptkommissare Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) in einem Mordfall eines Jugendlichen, der so einige Fragen aufwirft. Der Plot ist im Grunde spannend angelegt, gönnt sich allerdings in Sachen Tempo zu viele Zwischenpausen. So fällt es dem Zuschauer – trotz inhaltlicher Schärfe und Thematisierung der ausschweifenden Gewaltfantasien (Stichwort Winnenden/Erfurt) von Schülern – merklich schwer, konzentriert bei der Sache zu bleiben.

Schauspielerisch liegt der Fokus diesmal bei den vielen Nebenrollen, denen im Rahmen der Zeit genügend charakterliche Schärfe gegeben wird. Vor allem die Jungen Talente machen ihre Sache richtig gut. Joel Basman agiert souverän als der beste Freund des Mordopfers. Leonie Benesch zeigt die gesamte Emotionspalette eines Teenagers in der Rolle der geheimnisvollen Mitschülerin Julia.

Technisch ist „Freunde bis in den Tod“ einfach gestrickt. Warme Farben und hohe Kontraste werden grundsätzlich gefiltert und untermauern so das triste Bild, dass die Welt der Schüler abgibt. Nur hin und wieder überrascht Regisseur (Nicolai Rohde) mit einem ansprechenden Schnitt oder Szenenübergang. Musik kommt nur in Form von Soundeffekten zum Einsatz.

Insgesamt ist dem SWR mit „Freunde bis in den Tod“ ein guter Tatort gelungen, da er sich auf die Grundzüge eines spannenden Krimis besinnt und spannende Charaktere in den Vordergrund stellt. Nach den vielen enttäuschenden Folgen der letzten Jahre, ist mit diesem Fall für das Team Odenthal wieder ein deutliche Steigerung zu sehen. Bleibt zu hoffen, dass das Niveau beibehalten werden kann.

Majas Bewertung: ★★★★★☆☆☆☆☆
Der Tatort “Freunde bis in den Tod” beginnt relativ langsam und wird im Laufe der nächsten 90 Minuten auch nur stellenweise schneller. Insgesamt ist der Tatort recht vorhersehbar, was in den Augen eines TV-Zuschauern kaum Spannung aufkommen lässt. Trotzdem ist das Thema des Amoklaufs ein sehr brisantes und wurde durchaus, wenn auch mit vielen Klischees, passabel umgesetzt. Leider konnten die beiden Hauptkommissare Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) wieder kaum überzeugen, sondern ließen sich die Show von zwei jungen Schauspielern stehlen. Leonie Benesch als Julia und Joel Basman als Manu punkteten auf ganzer Linie und konnten mit ihren Rollen so einiges retten.

Die begleitende Musik ist gut ausgewählt, unterstreicht viele Szenen und Handlungsstränge und sorgt für die sonst zu kurz gekommene Spannung. Die Kameraeinstellungen sind bis auf die ersten Minuten relativ unauffällig, dennoch passend.

Ein hochbegabter “Freak”, der gerne Baller-Spiele zockt und Waffen liebt – das Klischee könnte wohl kaum größer sein und schürt eher noch die pädagogischen Gegner solcher Spiele. Wie dem auch sei, dieser Tatort “Freunde bis in den Tod” war mittelmäßig und bleibt mit vielen Auf und Abs im Gedächnis.

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:30
Drehbuch – Harald Göckeritz
Regie – Nicolai Rohde
Erstsendung – 6.10.2013
Produktionssender – SWR
Produktionsfirma – Maran Film
Drehort – Ludwigshafen und Umgebung, Baden-Baden, Karlsruhe
Bildformat – 16:9
Arbeitstitel – Amok
Redaktion – Melanie Wolber, Manfred Hattendorf

Besetzung
Hauptkommissarin Lena Odenthal – Ulrike Folkerts
Hauptkommissar Mario Kopper – Andreas Hoppe
Peter Becker (Kriminaltechniker) – Peter Espeloer
Edith Keller – Annalena Schmidt
Vertrauenslehrer Haller – Anian Zollner
Manu – Joel Basman
Julia – Leonie Benesch
Ron – Rick Okon
Ron´s Mutter – Nina Kronjäger
Ron´s Vater – Rainer Jatzke
Manu´s Stiefvater – Wolfram Koch
Manu´s Mutter – Ilona Christina Schulz
Frank Oesner – Simon Schwarz
Franks Freundin – Barbara Behrendt
Kai Lutz – Zlatko Maltar
Hausmeister – Roland Frey
Wirt Mosch – Reinhard Mahlberg
Passantin – Stephanie Brehme

Stab
Assistent der Set-AL – Nadja Sturm
Außenrequisite – Andreas Fassongé
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Martin Kraus
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Sven Willwersch
Besetzung/Casting – Birgit Geier
Besetzung/Casting – Tina Böckenhauer
Continuity – Melanie Fronicke
Erster Aufnahmeleiter – Steffen Schmölzer
Filmgeschäftsführung – Jan Kist
Herstellungsleitung – Michael Reusch
Innenrequisite – Helmut Lippmann
Kamera – Jürgen Carle
Kameraassistenz – Kerstin Laura Pommerenke
Kameraassistenz – Hannes Engler
Kamerabühne – Stefan Hübscher
Kostümbildassistenz – Martin Furch
Kostüme/Kostümbild – Ingrid Weiß
Location Scout – Pamela Schmidt
Maske/Maskenbildner – Martina Hartmann
Maske/Maskenbildner – Tony Longequeue
Mischung – Marc Schmieder
Motivaufnahmeleitung – Steffen Schmölzer
Musik/Filmkompositionen – Johannes Kobilke
Oberbeleuchter – Gerd Walter
Produktionsassistenz – Prisca Feuerer
Produktionsleitung – Hartwig König
Produzent – Nils Reinhardt
Produzent – Sabine Tettenborn
Regieassistenz – Michaela Bury
Regieassistenz – Franziska Kleeberg
Regieassistenz – Anne Stoye
Requisite – Angela Grassl
Schnitt – Martina Butz-Kofer
Schnittassistenz – Sandra Kocanek
Set-Aufnahmeleitung – Jasmin Riedel
Sounddesign – Julia Fonseca
Steadicam – Michael Ole Nielsen
Szenenbild – Anette Reuther
Ton/Filmtonassistenz – Michael Janssen
Ton/Filmtonmeister – Johannes Grehl

Weitere Meinungen und Rezensionen

Bz-berlin.de: „Freunde bis in den Tod“ bietet solide Sonntagabend-Unterhaltung. Geübte „Tatort“-Gucker dürfte die Auflösung des Falls nicht überraschen. Aber diese Folge der Krimiserie lebt ohnehin weniger von der Suche nach dem Mörder, als vielmehr von der allgegenwärtigen Verunsicherung und Angst.

Spiegel.de: Die “Tatort”-Ermittler Odenthal und Kopper untersuchen den Tod eines hochbegabten Schülers, der ein Attentat begehen wollte. Was als kühle Anatomie eines geplanten Amoklaufs beginnt, endet in lauwarmer Küchenpsychologie.

Welt.de: Würde man den Versuch wagen, sämtliche Odenthal/Kopper-Szenen einfach rauszuschneiden, die Geschichte könnte trotzdem funktionieren. Weil sie (nicht nur) für pfälzische Verhältnisse fabelhaft gefilmt, geschnitten, vertont, gespielt ist. Feinfühlig, psychologisch interessant, klug geschachtelt, die Balance zwischen den Geschichten wahrend.

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