Happy Birthday, Sarah – Tatort Stuttgart – Folge 888

by on 1. Dezember 2013

Im „Klaus’Haus“, einem relativ unauffälligem Jugendtreff in einem der ärmeren Stadtteile Stuttgarts, wird ein Sozialarbeiter ermordet aufgefunden. Das „Klaus’Haus“ kümmert sich als wohltätige Einrichtung in privater Trägerschaft um die Jugendlichen der Region. Die Ermittler Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) übernehmen den Fall und treffen im Jugendhaus auch auf Sarah Baumbach. Das junge Mädchen stammt aus einer durchweg kriminellen Familie und war Stammgast im Jugendhaus. Die Indizien deuten darauf, dass Sarah in den Mord involviert sein könnte.

Happy Birthday, Sarah - Tatort Stuttgart

Happy Birthday, Sarah – Tatort Stuttgart / Bild: SWR/Stephanie Schweigert

Sarah pflegte steten Kontakt zu Frank Schöllhammer, der als Sohn des Gründers des „Klaus’Haus“ ein Herz für die Jugendlichen hatten und Sozialarbeiter wie Schützlinge regelmäßig zu Pool-Abenden in seiner Villa einlädt. Die Ermittler hegen jedoch den Verdacht, dass Schöllhammer Fördergelder für das Jugendhaus in andere Kanäle umleitet und das Mordopfer davon erfahren haben könnte. Doch dann legt Sarah ein eindrucksvolles Geständnis ab, mit dem der Fall geklärt erscheint.

Sebastians Bewertung: ★★★★★★★★☆☆
In „Happy Birthday, Sarah“ ermitteln Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) im Umfeld eines Jugendclubs. Die Handlung ist ansprechend und temporeich gestaltet, auch wenn die Spannung nicht durchgängig gehalten werden kann. Die Charaktere strotzen nur so vor Klischees, aber diese kommen zumeist nicht albern oder künstlich herüber. Die Dialoge sind knackig, mit Biss und Humor ausgestattet.

Auch schauspielerisch ist dem SWR ein guter Stuttgarter Tatort gelungen. Die Haupt- und Nebendarsteller liefern ein sehr gutes Spiel ab, zeigen Charakter und authentische Emotionen. Technisch zeigt sich eine ruhige Kameraführung mit klassischen Einstellungen. Besonderes Augenmerk wird auf die Musik gelegt. Von „The Prodigy“ bis „Metallica“ wird vieles geboten, ohne dass es störend oder nervig wirken könnte.

Insgesamt ist dem SWR mit „Happy Birthday, Sarah“ ein guter Krimi gelungen, der mit starken Darstellern und einem soliden Plot aufwarten kann. Gerade das spannende und überraschende Finale gibt dem Plot den richtigen Drive. Manchmal erinnert es durch den Dauereinsatz von Rocksongs schon an modernes Musikfernsehen. So kann es mit den Schwaben gerne weitergehen!

Majas Bewertung: ★★★★★★★★☆☆
“Happy Birthday, Sarah” klingt dem Titel nach weit lebendiger und lebensfroher als der Tatort ist. So düster ist es lange nicht gewesen. Im heutigen Fall geht es um ein 13jähriges Mädchen, welches in zerrütteten familiären Verhältnissen aufwächst und mehr und mehr in den Sumpf der Kriminalität gerät – dessen sie sich auch voll bewusst ist. Doch für Sarah ist dieses Leben völlig normal und sie muss einiges durchmachen bis sie sich öffnet.

Die beiden Stuttgarter Hauptkommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) spielen ihre Rollen sehr gut, reagieren menschlich und vorallem schnell, was die verschiedenen Situationen von ihnen auch verlangen. Ebenso Staatsanwältin Emilia Álvarez (Carolina Vera) wird ihrer Rolle in diesem Tatort gerecht und arbeitet Hand in Hand mit den Kommissaren zusammen. Dem gesamten Team scheint der Ernst der Lage bewusst zu sein. Bootz versucht neben den Ermittlungen seine privaten Sorgen in Schach zu halten und seine beiden Kinder zu versorgen. Man sieht ihm an, dass ihm auch gerade deshalb der Fall mit der jungen Sarah sehr nah geht.

Die Handlung ist durchweg stimmig und der Zuschauer kann leicht folgen. Die Spannung musste heute allerdings dem erdrückenden Fall weichen, was durchaus zu verschmerzen ist, denn der Tatort konnte trotzdem die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ein weiterer Pluspunkt, der auf keinen Fall unerwähnt bleiben darf, ist die durchgängig passende Musik. Wo sonst viele für den Tatort eigen komponierte Stücke Platz finden, hören wir heute Songs von The Prodigy, Metallica und The Rolling Stones, die perfekt in die Handlungsstränge eingearbeitet sind.

Stuttgart konnte mit dem Tatort “Happy Birthday, Sarah” auf ganzer Länge überzeugen, auch wenn der Fall erschreckend düster ist. Das Zusammenspiel von Schauspielern, Handlung und Musik ist wirklich gut gelungen.

Zur Musik aus diesem Tatort: Soweit möglich und bekannt, haben wir die Songs des Soundtracks “Happy Birthday, Sarah” für Euch zusammengestellt. Weitere Infos und Hinweise gerne an uns.

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:13
Drehbuch – Wolfgang Stauch
Regie – Oliver Kienle
Erstsendung – 1.12.2013
Produktionssender – SWR
Arbeitstitel – Kindersoldaten
Produktionsfirma – Maran Film
Drehort – Stuttgart, Karlsruhe, Rastatt, Baden-Baden
Bildformat – 16:9
Redaktion – Brigitte Dithard, Manfred Hattendorf

Besetzung
Hauptkommissar Thorsten Lannert – Richy Müller
Hauptkommissar Sebastian Bootz – Felix Klare
Staatsanwältin Emilia Álvarez – Carolina Vera
Kriminaltechnikerin Nika Banovic – Mimi Fiedler
Daniel Vogt (Gerichtsmediziner) – Jürgen Hartmann
Sarah Baumbach – Ruby O. Fee
Jeanette Baumbach – Britta Hammelstein
Ronald Prager – Antonio Wannek
Sven Vogel – Tobias Oertel
Kathi Dorst – Maryam Zaree
Frank Schöllhammer – Patrick von Blume
Birgit Haber – Charlotte Bohning
Andreas Haber – Nikolaj Alexander Brucker
Thomas Christmann – Urs Remond
Henry Bootz – Jakob Höhne
Maja Bootz – Miriam Joy Jung
N.N – Luca Ninivaggi
N.N – Mailin Kieshauer
N.N – Khaled Al-kayid

Stab
Außenrequisite – Andreas Fassongé
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Martin Kraus
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Dominic Moser
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Sascha Reinhardt
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Sven Willwersch
Besetzung/Casting – Birgit Geier
Besetzung/Casting – Tina Böckenhauer
Continuity – Patricia Teichert
Digital Colorist – Richard Gröhl
Erster Aufnahmeleiter – Thomas Ruschke
Herstellungsleitung – Michael Reusch
Innenrequisite – Silke ten Hove
Kamera – Jürgen Carle
Kameraassistenz – Andreas Schmidt
Kameraassistenz – Tobias M. Bartl
Kameraassistenz – Mirjam Weisflog
Kameraassistenz – Peter Sebera
Kamerabühne – Stefan Hübscher
Kostüme/Kostümbild – Barbara Fiona Schar
Maske/Maskenbildner – Thea Hanisch-Moll
Maske/Maskenbildner – Claudia Koch
Mischung – Marc Schmieder
Musik/Filmkompositionen – Heiko Maile
Oberbeleuchter – Gerd Walter
Producer – Nils Reinhardt
Produktionsassistenz – Prisca Feuerer
Produktionsleitung – Andrea Pfeifer
Produzent – Sabine Tettenborn
Regieassistenz – Frank Schneider
Regieassistenz – Meno Sellschopp
Requisite – Stephanie Brachmann
Schnitt – Barbara Brückner
Set-Aufnahmeleitung – Daniel Geier
Sounddesign – Julia Fonseca
Steadicam – Michael Ole Nielsen
Stunt Koordination – Steffen Jung
Synchronregie – Robert Klemm
Szenenbild – Andreas C. Schmid
Ton/Filmtonassistenz – Johannes Winkler
Ton/Filmtonmeister – Jörg Kidrowski
Ton/Filmtonmeister – Michael Diehl

Weitere Meinungen und Rezensionen

Spiegel.de: Das Mädchen, unglaublich, aber wahr, tritt und rollt schließlich einen der Polizisten durch den Raum, bis sie ihn schließlich in die richtige Position gebracht hat. Dostojewski, Alter! Wer die Gesamtausgabe des Finsterlings gelesen hat, dem ist alles zuzutrauen.

Sueddeutsche.de: Solch ein Tatort kippt schnell ins kalkuliert Betroffene, aber Kienle und Autor Wolfgang Stauch halten alles in der Waage. Sarah ist nicht nur verloren, sie ist auch voll Energie. Die Sozialarbeiter sind souverän genug, mit ihrem Image zu spielen. “Was sagt ein arbeitsloser Sozialarbeiter zu einem Sozialarbeiter, der Arbeit hat? – Eine Currywurst mit Pommes, bitte.”

WN.de: Die Geschichte endet mit einem spannenden Schlussakt, bei dem Sarah – Minuten vor ihrem 14. Geburtstag – bewaffnet auf Rache aus ist. Einer der besten „Tatorte“ des Jahres./em>

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