Im Abseits – Tatort Ludwigshafen – Folge 805

von am 19. Juni 2011

Mit dem FC Eppheim ist die sehr talentierte Fußballerin Fadime Gülüc (Filiz Koc) erst kürzlich in die erste Bundesliga aufgestiegen und wurde für die Frauennationalmannschaft des DFB berufen. Manager Klaus Meingast will die überaus attraktive Frau auch zum Markenzeichen des FC Eppheim machen und hat große Pläne. Doch die Starspielerin wird noch am selben Tag erschlagen in der Dusche der Mannschaftskabine gefunden. Kurz vor ihrer Ermordung war sie noch bei einem Fotoshooting mit dem Fotografen Martin Jansen.

Im Abseits - Tatort Ludwigshafen

Im Abseits - Tatort Ludwigshafen / Bild: SWR/Krause-Burberg

Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) nehmen umgehend die Ermittlungen auf. Nach dem Ergebnis der Rechtsmedizin muss Fadime den Täter gekannt haben. Die Kommissare versuchen sich zuerst einen Überblick vom familiären Umfeld des Opfers zu machen. Die Eltern der türkischstämmigen Nationalspielerin machen keinem Hehl aus ihren Schwierigkeiten mit dem Werdegang ihrer Tochter. Besonders Mutter Irem Gülüc (Siir Eloglu) macht den Kommissaren klar, dass sie sehr unglücklich mit den Ambitionen ihrer Tochter war. Vater Batur (Ferhat Keskin) gibt dagegen zu Protokoll, dass er nach anfänglichen Schwierigkeiten ein großer Fan seiner Tochter war und sie so gut es ging unterstützte. Ganz anders äußert sich Tobias Freitag (Constantin von Jascheroff), der Exfreund der Ermordeten, den Kopper in Fadmines Wohnung überrascht. Er wurde von der Fußballspielerin verlassen, damit sie sich voll auf den Sport konzentrieren kann. Dies scheint Freitag aber nicht akzeptieren zu wollen. Für den Tatzeitpunkt haben sowohl Tobias, als auch Fadimes Eltern ein wasserfestes Alibi.

Odenthal und Kopper hören sich daraufhin intensiver im Verein um und erfahren, dass es auch dort Kontrahenten und Neider gab. Vor allem Sonja Tossik ist nicht gut auf das Opfer zu sprechen. Sie gibt an, dass Fadime von Vereinsseite immer bevorzugt wurde und ihre eigene harte Trainingsarbeit nie Würdigung fand. Platzwart Steffen Rennert weiht die Kommissare in weitere Interna ein und gibt an, dass Sonja Tossik besonders in Trainerin Petra Krömer (Susanne-Marie Wrage) eine große Fürsprecherin hat. Diese hatte Konkurrentin Fadime erst kürzlich auf die Ersatzbank verbannt, da diese sich nicht genug auf Fußball konzentriert hätte. Da auch der Stuhl der Trainerin gewaltig wackelt und diese Ausbootung einen neuen Konflikt mit Manager Meingast, scheint auch Krömer ein Motiv zu besitzen.

Derweil versuchen Trainerin und Mannschaft mit Unterstützung des DFB (u.a. Theo Zwanziger, Jogi Löw, Oliver Bierhoff) zum Tagesgeschäft überzugehen und sich auf die nächsten Spiele zu fokussieren. Doch dann erfahren Odenthal und Kopper, dass Fadime in die amerikanische Profiliga wechseln wollte. Ist nun das Motiv gefunden? Die Kommissare wittern eine heiße Spur…

Sebastians Bewertung: ★★★☆☆☆☆☆☆☆

In „Im Abseits“ ermitteln Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) im Umfeld des Frauenfußballs. Mit Unterstützung des DFB soll diesem Thema kurz vor der WM auch einmal im Tatort eine Werbeplattform gegeben werden. Der Plot ist wenig temporeich und bietet wenige dramaturgische Höhen. Leider zeichnen sich die vielen, prominenten Gastdarsteller vor allem durch laienhaftes Spiel aus, welches kein Vorwurf ob ihres Einsatzes sein soll, aber etwas Schauspieltraining und eine gute Regie hätten an dieser Stelle sinnvoll sein können. Die Kameraführung und das Bild sind eher langweilig gestaltet. Verglichen mit dem Fußballtatort aus Hannover zu Beginn des Jahres, ist die Ausstattung und Szenerie sehr mager gewählt, es will einfach keine authentische Atmosphäre aufkommen.

Insgesamt ist „Im Abseits“ leider ein wenig gelungenes Werbeformat des Frauenfußballs und kann leider auch nicht als Krimi überzeugen. Zum Einen kommt keine echte Atmosphäre auf und kann keine Begeisterung für den Sport geweckt werden, zum Anderen erstickt der Fall in den Klischees kickender Frauen und türkischer Familien. An dieser Stelle können auch Theo Zwanziger und Co. nicht unterstützen, so wirken die „echten“ Promis mehr als Ballast und weniger als sinnvoll eingesetzte Elemente. Es bleibt zu hoffen, dass die WM 2011 richtig gut wird, dann wird sich an diesen Fall auch niemand mehr erinnern…

Majas Bewertung: ★★★☆☆☆☆☆☆☆

Der SWR behandelt im Tatort “Im Abseits” die Themen Frauenfußball und Integration und setzt dabei auf die beginnende Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. In den ersten 10 Minuten wird die Handlung spannend aufgebaut, flacht dann jedoch abrupt ab und zieht sich fast endlos. Die Ludwigshafener Kommissare Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) ermitteln, wie auch in den anderen Folgen, oft in zwei Richtungen. Doch auch wenn sie unterschiedlicher Meinung sind, kommen sie immer wieder zusammen und klären die Fälle gemeinsam auf. Odenthal ist im Gegensatz zu ihrem Kollegen sehr zielstrebig und hartnäckig. Kopper ist der sympathische Kommissar von nebenan, der jedoch auch ungemütlich werden kann. Beide machen einen guten Job. Zahlreiche Bilder werden musikalisch untermalt, was diesen Szenen Spannung verleiht und das ganze Augenmerk auf das Wesentliche zieht. Bilder und Kamera ist in diesem Tatort unauffällig.

Insgesamt ist “Im Abseits” ein eher langweiliger Tatort, der durchaus mehr Potenzial gehabt hätte. Das Thema der Integration ist leider durch viel zu viele Klischees danebengegangen und konnte auch in Verbindung mit Fußball nicht überzeugen.

Sendeinformationen

Sendelänge: ca. 90:00
Drehbuch – Jürgen Werner
Regie – Uwe Janson
Erstsendung – 19.6.2011
Produktionssender – SWR
Arbeitstitel – Abseits
Produktionsfirma – Maran Film
Drehort – Ludwigshafen, Baden-Baden, Kuppenheim
Bildformat – 16:9
Redaktion – Melanie Wolber

Besetzung

Hauptkommissarin Lena Odenthal – Ulrike Folkerts
Hauptkommissar Mario Kopper – Andreas Hoppe
Kriminaltechniker Peter Becker – Peter Espeloer
Edith Keller – Annalena Schmidt
Peter Becker – Peter Espeloer
Sonja Tossik – Amelie Kiefer
Sonja Römer (Gerichtsmedizinerin) – Brigitte Zeh
Petra Krömer (Trainerin) – Susanne-Marie Wrage
Martin Jansen – Stefan Konarske
Tobias Freitag – Constantin von Jascheroff
Klaus Meingast – Bernd Gnann
Irem Gülüc – Siir Eloglu
Batur Gülüc – Ferhat Keskin
Fadime Gülüc – Filiz Koc
Stefan Rennert – Michael Lott
N.N – Pheline Roggan

Gastdarsteller (alle als sie selbst)

Dr. Theo Zwanziger – DFB Präsident
Steffi Jones – Vorsitzende des Organisationskomitees zur WM 2011
Joachim Löw – Bundestrainer Fußballnationalmannschaft der Herren
Oliver Bierhoff – Manager Fußballnationalmannschaft der Herren
Diverse Spielerinnen und Verantwortliche der Deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen

Stab

Außenrequisite – Markus Lorenz
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Martin Kraus
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Alexander Warth
Continuity – Felix Triebel
Kamera – Cornelia Wiederhold
Kostüme/Kostümbild – Petra Neumeister
Oberbeleuchter – Volker Manz
Produktionsleitung – Jürgen Weissenrieder
Produzent – Sebastian Hünerfeld
Produzent – Sabine Tettenborn
Regieassistenz – Johanna Pfaff
Schnitt – Martina Butz-Kofer
Standfotografie – Jaqueline Krause-Burberg
Szenenbild – Klaus-Peter Platten
Ton/Filmtonmeister – Jörg Kidrowski

Weitere Meinungen und Rezensionen
DerWesten: Wenn auch der Tatort das Integrationsproblem und die finanziellen Unwägbarkeiten im Sport nicht lösen kann, den Mörder finden Odenthal und Kopper – so viel ist sicher. Die Auftritte der prominenten Fußballgäste wirken zwar recht laienhaft, ihr Engagement für den Frauenfußball scheint jedoch ernst gemeint zu sein.

Evangelisch.de: Ohnehin muss für Zuschauer mit Fußballresistenz ziemlich viel erklärt werden. Dass schließlich DFB-Boss Zwanziger höchst selbst mitwirkt und zudem die Herren Löw und Bierhoff sowie die Damen Steffi Jones (Präsidentin des Organisationskomitees für die Frauen-WM) und Celia Okoyino da Mbabi (aktive Nationalspielerin) mitbringt, zeigt, welche Bedeutung der DFB dem Film bemisst.

Spiegel.de: Das Tragische an diesem “Tatort”: Koppers Haltung wird trotz aller Bemühungen nicht so richtig widerlegt. Integrationsfragen, Sponsorenpolitik, ungerechte Entlohnung und emanzipatorische Aspekte tritt man hier so breit, da bleibt für die sportiven Aspekte der Geschichte kein Platz. Gekickt wird so gut wie gar nicht, dafür aber die ganze Zeit gequatscht.

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Daniel Juni 23, 2011 um 11:41

Hallo zusammen,

hat jemand die Playlist?

Viele Grüße,
Daniel

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