Kinderland – Tatort Leipzig – Folge 834

by on 8. April 2012

In Leipzig meldet Sonja Römer (Susann Uplegger) ihre 15-jährige Tochter Anna (Lotte Flack) als vermisst. Kurze Zeit später wird dann die Leiche eines ermordeten Mädchens in der Nähe des Kinderstrichs gefunden, doch es stellt sich schnell heraus, dass es sich nicht um die vermisste Anna handelt. Das Mordopfer ist Lisa Noack (Norina Butzloff). Die beiden Hauptkommissare Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) beginnen ihre Ermittlungen in der Szene der Leipziger Straßenkinder.

Kinderland Tatort Leipzig

Kinderland - Tatort Leipzig / Bild: MDR/Junghans

Schnell treffen sie auf den Leiter des Hilfsverein “Kinderland e.V.”, Gerd Tremmel (Hendrik Duryn) und dessen Frau Claudia (Margarita Broich), die Ärztin ist und Lisa behandelte. Ihr Sohn Paul (Leonard Proxauf) war außerdem mit Lisa befreundet, die ein Kind von ihm erwartet. Paul wollte das Kind jedoch nicht und kurz vor ihrem Tod haben die beiden heftig gestritten.

Fast zeitgleich wird auch in Köln wird eine Leiche eines 15-jährigen Mädchens im Rhein gefunden und die Ermittlungen ergeben sofort einen Zusammenhang nach Leipzig. Die Tote, Sarah Stellwag, wurde dort mehrfach wegen Prostitution aufgegriffen. Die Kölner Hauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) fahren ohne Umwege nach Sachsen, melden sich dort allerdings nicht an. Andreas Keppler führt seine Ermittlungen auf dem Kinderstrich fort und hält dann seinen Kollegen Ballauf aus dem Rheinland versehentlich für einen Freier. Nachdem es erst zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen den beiden kommt beschließen die beiden Teams den Fall gemeinsam zu bearbeiten.

Anna Römer ist immernoch vermisst und hat sich unterdessen bei Olaf Dürer (Sebastian Weber) einquartiert. Dürer ist Mitte Dreizig und nimmt junge obdachlose Mädchen für ein paar Tage bei sich auf, wobei er angeblich keine Gegenleistung fordert. Max Ballauf und Andreas Keppler können ihn ausfindig machen und ihn, als er flüchten will, stellen. In Dürers Wohnung finden die Ermittler die verängstige Anna vor. Diese ist von Zuhause weggelaufen, weil sie herausgefunden hat, dass sie nicht das leibliche Kind ihrer Mutter ist. Die Kommissare stoßen auf einen viele Jahre zurückliegenden Fall von Kindesentführung.

Sebastians Bewertung: ★★★★★☆☆☆☆☆
Im neuen Doppelteam-Tatort „Kinderland“ ermitteln die Leipziger und Kölner Kommissare Eva Saalfeld (Simone Thomalla), Andreas Keppler (Martin Wuttke), Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) gemeinsam in einem Mord- und Vergewaltigungsfall. Die Leistung der Schauspieler ist leider nur durchschnittlich. Vor allem die vielen mit Nachwuchsschauspielern besetzten Rollen fallen deutlich ab. Der Plot ist leider sehr vorhersehbar und klischeebesetzt gestaltet. So lässt sich die Handlungsfolge nur allzu leicht erahnen und erzeugt kaum Spannung. Stattdessen lebt der Fall von den vielfältigen Charakterzügen der Ermittler und den bissigen Dialogen. In Sachen Bildsprache dominiert eine möglichst reale Farbgebung und eine ruhige Kameraführung. Musik und Soundeffekte werden nur sehr sparsam eingesetzt.

Insgesamt ist dem MDR mit dem ersten Teil der Doppel-Folge kein wirklicher Ausnahmetatort gelungen. Zu einfach ist die Geschichte gestrickt, zu lieblos wurden die Protagonisten und Szenen arrangiert. Glücklicherweise können zumindest ein paar bissige Dialoge und ein Flirt zwischen Eva Saalfeld und Freddy Schenk für Unterhaltung sorgen. Auch der persönliche Bezug Saalfelds mit dem Fall kommt gut zu Geltung. Leider bleibt „Kinderland“ trotzdem ein durchschnittlicher Krimi, der auf Grund eklatanter Schwächen im Plot nicht vollends überzeugen kann. Immerhin wird auch der Cliffhanger dafür sorgen, dass genügend Zuschauer auch zum 2. Teil „Ihr Kinderlein kommet“ am morgigen Ostermontag einschalten.

Majas Bewertung: ★★★★★★★★☆☆
Der erste Fall “Kinderland” aus Leipzig der Tatort-Doppelfolge am Osterwochenende mit Unterstützung der Kölner Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk beginnt unheimlich und spannend zugleich – ein bewegendes und grausames Thema. Fast zeitlich werden in Leipzig und Köln die Leichen von zwei Mädchen gefunden. Die Spuren führen auf den Kinderstrich und mitten in die Straßenszene. Endlich haben die Leipziger Hauptkommissare Andreas Keppler und Eva Saalfeld einmal ihre privaten Probleme außen vor gelassen, denn in vorherigen Fällen haben diese meist ihre eigentliche Polizeiarbeit überschattet und die Zuschauer unnötig abgelenkt. Doch in diesem Tatort geben die beiden ein Ermittlerteam ab, welches alles im Griff hat, nicht total übertrieben reagiert und sich auch schauspielerisch blicken lassen kann. Weiter so.

Das Aufeinandertreffen der beiden Ermittlerteams ist fast lustig, wäre die Situation nicht so ernst. Vier so unterschiedliche Kommissare auf einem Fleck und dann stellt sich auch noch heraus, dass sowohl Keppler als auch Ballauf das Leben in einer Pension vorziehen. Eine erste Gemeinsamkeit. Keppler und Saalfeld, die eher durch Sticheleien und Streitereien auffallen und Ballauf und Schenk, die meist mit Witz und Ironie unterwegs sind – zu viert sind sie eine interessante und sehenswerte Kombination im Tatort.

Insgesamt lockern viele sehenswerte Stadtbilder aus Leipzig und Köln den thematisch so düsteren Tatort auf. Die Kameraeinstellungen sind allerdings kaum auffällig. Die Musik ist von der ersten bis zur letzten Szene passend gewählt und unterstützt die Handlung in allen Facetten. Der Fall hatte im Großen und Ganzen gut durchdacht und wir können uns morgen auf eine ebenso spannende Folge “Ihr Kinderlein kommet” aus Köln freuen, denn der Fall ist noch nicht ganz abgeschlossen. Und mit von der Partie werden auch die Leipziger Ermittler Keppler und Saalfeld sein.

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:30
Drehbuch – Jürgen Werner
Regie – Thomas Jauch
Erstsendung – 8.4.2012
Produktionssender – MDR / WDR
Arbeitstitel – Kinderspiele
Produktionsfirma – Saxonia Media
Drehort – Leipzig und Umgebung, Köln
Bildformat – 16:9

Besetzung
Hauptkommissarin Eva Saalfeld – Simone Thomalla
Hauptkommissar Andreas Keppler – Martin Wuttke
Hauptkommissar Max Ballauf – Klaus J. Behrendt
Hauptkommissar Freddy Schenk – Dietmar Bär
Kriminaltechniker Wolfgang Menzel – Maxim Mehmet
Gerichtsmediziner Dr. Johannes Reichau – Kai Schumann
Inge Saalfeld – Swetlana Schönfeld
Franziska Lüttgenjohann – Tessa Mittelstaedt
Dr. Joseph Roth (Gerichtsmediziner) – Joe Bausch
Dr. Claudia Tremmel – Margarita Broich
Gerd Tremmel – Hendrik Duryn
Paul Tremmel – Leonard Proxauf
Olaf Dürer – Sebastian Weber
Anna Römer – Lotte Flack
Sonja Römer – Susann Uplegger
Lisa Noack – Norina Butzloff
Marianne Noack – Katrin Filzen
Janina – Charleen Deetz
Tanja – Anna Willecke
Julia – Frederike Westphal
N.N – Anian Zollner

Stab
Assistent der Set-AL – Anne Schmidt
Assistent der Set-AL – Holger Recklies
Aufnahmeleitung – Jörg Dowidat
Aufnahmeleitung – Fritzie Schmidt
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Martin Beck
Besetzung/Casting – Ines Rahn
Bühnenbild – Jürgen Wolf
Continuity – Anke Wagner
Digital Colorist – Nadir Mansouri
Garderobe – Gabriele Hans
Garderobe – Christine Malze
Herstellungsleitung – Michael Schmidt
Innenrequisite – Tanja Arlt
Kamera – Clemens Messow
Kamerabühne – Jürgen Wolf
Kamerabühne – Francisco Ochoa-Wagner
Kameraassistenz – Jan Schuberth
Kameraassistenz – Wolf Voit
Kameraassistenz – Thomas Doberitzsch
Kameraassistenz – Cornelius Blumentritt
Kostümbildassistenz – Simone Steffin
Kostüme/Kostümbild – Mandy Härtel
Kostüme/Kostümbild – Aenne Plaumann
Location Scout – Sören von der Heyde
Maske/Maskenbildner – Anke Saboundjian
Maske/Maskenbildner – Wolfgang Lienig
Mischung – Hans Kölling
Musik/Filmkompositionen – Karim Sebastian Elias
Oberbeleuchter – Klaus Bieling
Postproduktion – Michael Luda
Produktionsfahrer – René Bolte
Produktionsleitung – Jens Laukner
Produzent – Jan Kruse
Produzent – Sonja Goslicki
Regieassistenz – Kirsten Laser
Requisite – Ingo Dathe
Schnitt – Anke Berthold
Schnittassistenz – Markus Wawra
Set-Aufnahmeleitung – Carsten Bartelt
Standfotografie – Steffen Junghans
Stunts – Tim Haberland
Szenenbild – Thomas Schmid
Szenenbildassistenz – Nancy Vogel
Ton/Filmtonmeister – Joachim Binsau
Ton/Filmtonmeister – Werner Hartwig
Videooperator – Fabian Teichert

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