Letzte Tage – Tatort Konstanz – Folge 878

by on 23. Juni 2013

Immer wieder kommt es zwischen den deutschen und Schweizer Beamten zu Kompetenzstreitigkeiten, so auch im Fall “Letzte Tage”. Eine schweizerische Fähre aus Romanshorn legt in Konstanz an und in einem der Autos sitzt ein toter Passagier. Bei dem Toten handelt es sich um Jochen Heigle (Ralf Beckord) und zuerst deutet alles darauf hin, dass sich der an Leukämie erkrankte Mann selbst das Leben genommen hat.

Tatort Letzte Tage

Letzte Tage – Tatort Konstanz / Bild: SWR/Peter Hollenbach

Hauptkommissarin Klara Blum (Eva Mattes) hat im Gegensatz zu ihrem Kollegen Matteo Lüthi (Roland Koch) aus Thurgau jede Menge Zweifel am vermeintlichen Selbstmord. Deshalb ermitteln Klara Blum und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) auf eigene Faust. Sie beginnen sich im Umfeld der Leukämie-Selbsthilfegruppe in Konstanz umzuschauen, denn Jochen Heigle nahm dort auch an einer Patientenstudie für ein neues Medikament teil. Dann schien er allerdings an der Wirkung des neuen Medikaments zu zweifeln. Es stellt sich heraus, dass Matteo Lüthi in der schweizer Herstellerfirma Sanortis dieser Medikamente bekannt ist. Perlmann versucht weiterhin einen Einblick in die Selbsthilfegruppe zu bekommen und wird dabei tatkräftig von einer jungen Medizinstudentin namens Mia Hennig (Natalia Rudziewicz) unterstützt. Blum dagegeben ermittelt weiterhin in der Medikamentenfirma und lässt auch bei ihrem Thurgauer Kollegen nicht locker. Der scheint jedoch voll und ganz hinter dem Pharmakonzern zu stehen. Die beiden Konstanzer Kommissare müssen den Fall inmitten von Hoffnung und Verzweiflung vieler Kranker lösen, die mit allen Mitteln versuchen gegen ihre Krankheit zu kämpfen.

Sebastians Bewertung: ★★★★★★★★☆☆
Im neun Tatort-Konstanz „Letzte Tage“ beschäftigt ein Medikamentenskandel die Hauptkommissare Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel). Dabei werden sie von ihrem Schweizer Kollegen Matteo Lüthi (Roland Koch) aus dem Thurgau unterstützt. Leider spielt der Kollege nicht von Anfang an mit offenen Karten, sodass sich auch innerpolizeilich einige Komplikationen ergeben. Die Handlung bildet im Grunde ein sehr einfach gestrickter Kriminalfall, der mit einige interessanten Charakteren und einem sehr emotionaler Plot ausgestattet wurde.

Die Schauspielerische Leistung ist der Darsteller ist wirklich ausgezeichnet. Vor allem die Nebenrollen, besonders aber die krebskranke Mia Hennig wird von Natalia Rudziewicz facettenreich in Szene gesetzt. Technisch beitet „Letzte Tage“ solides Handwerk und gewohnt konservative Einstellungen. Besonders herausragend ist allerdings die Auswahl der Musik gelungen. Neben Stefan Raabs musikalischem Gastauftritt (Hier kommt die Maus) wird mehrheitlich auch ausdrucksstarke Klaviermusik gesetzt. Optisch passend wird Muerte del Angel (Todesengel) von Astor Piazzolla in der Liebesszene zwischen Mia und Perlmann eingesetzt. Ebenfalls bemerkenswert das eigens komponierte Stück Sometimes von Matthias Beine.

Insgesamt ist dem SWR mit „Letzte Tage“ ein ausdrucksstarker und ergreifender Tatort gelungen, der zwar nicht den großen Krimi, aber die dafür die großen Emotionen bietet. Hin und wieder darf sogar in diesem Fall gelacht werden. Es ist ebenfalls gut zu sehen, dass sich die Charaktere weiterentwickeln und die Teamdynamik. So darf es mit dem Konstanzer Tatort gerne weitergehen!

Majas Bewertung: ★★★☆☆☆☆☆☆☆
“Letzte Tage” können es von mir aus auch für die Konztanzer Kommissare sein. Leider ist es doch immer wieder die gleiche Suppe dort unten am Bodensee. Kompetenzstreitigkeiten zwischen der Schweiz und Deutschland sind einfach vorprogrammiert und anscheinend gibt es dort keine anderen Probleme. Außerdem scheint wohl am Bodensee absolut nie die Sonne. Alles ist grau in grau und wie das Wetter so auch die Stimmung der beiden dortigen Hauptkommissare Clara Blum und Kai Perlmann. Während Clara noch ab und an ein Lächeln übrig hat, wird ihr Kollege immer grimmiger. Doch heute konnte er tatsächlich menschliche Züge zeigen und ließ sich von der hübschen jungen Medizinstudentin Mia mitreißen. Clara Blum musste sich dagegen mit dem Thurgauer Kollegen Matteo Lüthi herumschlagen. Spätestens als sie ihn festnehmen wollte und sich mit den Handschellen an ihn kettete wurde der ganze Fall doch etwas lächerlich. Schauspielerisch gab es weder Totalausfälle noch wirklich erwähnenswerte Rollen.

Dieser graue Einheitsbrei aus Konstanz schlägt sich im übrigen auch auf die Kleidung aller Beiteiligten wieder. Es wird einfach überall an Farbe gespart um bloß keine bessere Stimmung aufkommen zu lassen. Schade, denn die eigentliche Story rund um Leukämiekranke, Blutspenden und medizinische Studien ist eigentlich ein wichtiges Thema, was hier allerdings einfach nicht ernst genommen wird.

Sendeinformationen
Sendelänge: 88:30
Drehbuch – Stefan Dähnert
Regie – Elmar Fischer
Erstsendung – 23.6.2013
Produktionssender – SWR/SF
Arbeitstitel – Totenschiff, Totensonntag
Produktionsfirma – Maran Film
Drehort – Konstanz, Baden-Baden, Meersburg, Romanshorn
Bildformat – 16:9
Redaktion – Ulrich Herrmann (SWR), Maya Fahrni (SRF)

Besetzung
Hauptkommissarin Klara Blum – Eva Mattes
Hauptkommissar Kai Perlmann – Sebastian Bezzel
Annika Beck (Beckchen) – Justine Hauer
Matteo Lüthi – Roland Koch
Professor Dorle – Hubertus Hartmann
Steffen Rattke – Oliver Wnuk
Jonas Rattke – Luca Baron
Mia Hennig – Natalia Rudziewicz
Tobi Hennig – Tim Egloff
Dani Heigle – Teresa Harder
Andermatt – Robert Hunger-Bühler
Blattmann – Christian Rudolf
Bernd Brandenburg (Pathologe) – Rafi Guessous
Mimi Heigle – Sophie Conrad
Jochen Heigle – Ralf Beckord
Frau Emsig – Christina Rieth
Verbrecher – Ronald Spiess
Krankenschwester – Silvia Jessen
Werkschutzleiter – Daniel Bill
Fährkapitän – Rainer Guldener
N.N – Michael Keseroglu

Stab
2nd Unit Kamera – Peter Sebera
Assistent der Set-AL – Alex Schmidt
Assistent der Set-AL – Nicolai Hofer
Aufnahmeleitung – Lukas Piccolin
Außenrequisite – Holger Geiß
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Alexander Warth
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Dominic Moser
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Martin Kraus
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Sven Willwersch
Besetzung/Casting – Birgit Geier
Continuity – Dagmar Zeisberg
Erster Aufnahmeleiter – Steffen Schmölzer
Garderobe – Thomas Follner
Garderobe – Elke Maier
Garderobe – Astrid Hildebrand
Herstellungsleitung – Michael Reusch
Innenrequisite – Sarah Schindler
Kamera – Stefan Sommer
Kamerabühne – Stefan Hübscher
Kamerabühne – Michael Reich
Kameraassistenz – Martin Furch
Kostüme/Kostümbild – Charlotte Graf
Maske/Maskenbildner – Melanie Krieg
Maske/Maskenbildner – Britta Jost
Mischung – Wolfgang Ort
Motivaufnahmeleitung – Steffen Schmölzer
Musik/Filmkompositionen – Matthias Beine
Oberbeleuchter – Volker Manz
Produktionsleitung – Hartwig König
Produktionsleitung – Juliane Ersig
Produzent – Uwe Franke
Produzent – Sabine Tettenborn
Regieassistenz – Jörg Slotty
Requisite – Nina Horlacher
Schnitt – Martina Butz-Kofer
Set-Aufnahmeleitung – Volker Stappenbeck
Sounddesign – Julia Fonseca
Szenenbild – Klaus-Peter Platten
Ton/Filmtonassistenz – Tom Doepgen
Ton/Filmtonmeister – Peter Tielker

Weitere Meinungen und Rezensionen

Spiegel.de: Glück? Hier ist es eine Sache, die nur wenige Minuten dauert, und auch nur in Handschellen zu erleben ist. Mit dieser traurigen Erkenntnis entlässt dieser etwas bessere Bodensee-Krimi den Zuschauer in die große Pause. Kein Sommer im “Tatort”.

Tittelbach.tv: Der „Tatort – Letzte Tage“ macht viele Fässer auf: Arzneimittelskandal, Erpressung als Altersvorsorge, Anflüge von Korruption, ein verliebter Perlmann, der sich emotional was traut, und ein „Muttchen“ Blum, das sich nichts traut – und ihre „Sympathien“ für den Schweizer Kollegen in Antipathie umwertet.

Bz-berlin.de: Einschalten oder nicht? Kann man, muss man aber nicht. Das Thema Leukämie und Medikamentenschwindel ist interessant, hätte aber einen besseren “Tatort” verdient gehabt. Die Geschichte wird immer wieder durch das Kompetenzgerangel von Blum und Lüthi ausgebremst.

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Rene Schuster Juni 23, 2013 um 20:53

bei uns in der Schweiz wurden die gewisse Dialoge in schweizer Deutsch
ausgestrahlt. Ansonsten ein angenehm ruhiger Tatort.
Und… beteits hat der Chemiekonzern Novratis in Basel reklarmiert, das dieser Tatort keinenfalks der Wahrheit entspreche…Na ja!?

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