Lohn der Arbeit – Tatort Wien – Folge 807

by on 28. August 2011

Der Bauunternehmer Wolfgang Kogl (Michael König) wird ermordet auf seiner Baustelle aufgefunden: Er hängt an der Spitze des Krans an einer Kette. Kogl steht im Verdacht, über den Subunternehmer Erwin Filzer (Alexander Strobele) Schwarzarbeiter beschäftigt zu haben. Nachdem die Finanzbehörde davon Wind bekam, ging Filzer Konkurs und die mazedonischen Schwarzarbeiter wurden ohne Lohn in ihre Heimat abgeschoben.

Lohn der Arbeit Tatort Wien

Lohn der Arbeit - Tatort Wien / Bild: rbb/ORF/Bernhard Berger

Der Tote hat zudem viele Feinde und den Ruf eines skrupellosen Unternehmers, der menschenunwürdig handelt. Dann kehrt einer der ehemaligen Schwarzarbeiter nach Österreich zurück und will seinen Lohn eintreiben. Der Mordverdacht fällt direkt auf ihn und seinen Vater. Der österreichische Sonderermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) steht vor einem Rätsel, denn bei seinen Recherchen kommt heraus, dass Filzer plötzlich spurlos verschwunden ist und außerdem ein Verhältnis mit Kogls Witwe Cornelia (Hilde Dalik) hat. Doch auch der Finanzbeamte Jakob Wiesner (Martin Zauner) und der Journalist Markus Feyersinger (George Lenz) scheinen mehr zu wissen als sie zugeben und in den undurchsichtigen Fall verstrickt. Beide haben ein Motiv den Mord begangen zu haben. Während für Eisners Kollegen Kriminalkommissar Franz Pfurtscheller (Alexander Mitterer) und seinem Vorgesetzten der Fall bereits gelöst ist, gibt der Ermittler noch lange nicht auf. Durch einen Treppensturz ist er stark gehandicapt und ermittelt trotz Beinschiene und Krüken undermüdlich weiter. Motive finden sich sowohl im privaten als auch beruflichen Umfeld des Opfers.

Schließlich kann Moritz Eisner mit Hilfe von Feyersinger den untergetauchten Filzer ausfindig machen und mit ihm ein nächtliches Treffen auf der Baustelle vereinbaren. Bei dieser Begegnung verläuft zuerst alles nach Plan doch plötzlich passiert etwas Unvorhergesehenes…

Sebastians Bewertung: ★★★★☆☆☆☆☆☆

Humpelnd hinkt Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) im Tatort „Lohn der Arbeit“ quasi seinem gesamten Fall hinterher und passt sich somit dem Spieltempo an. In eher langatmigen Dialogen passiert meist so wenig, dass ein Gefühl von Spannung beim Zuschauer leider nicht aufkommen will. Immerhin entschädigt das Ende etwas für die mühsamen 90 Minuten. Der Einsatz des Farbfilters erzeugt überdies ein sehr tristes Bild von Tirol, Ausstattung und Kostüm bewegen sich auch eher im uninspirierten Bereich.

Insgesamt ist mit dem ORF mit „Lohn der Arbeit“ kein großer Sprung gelungen. Der Plot ist einfach zu einfallslos und die Erzählgeschwindigkeit zu langsam. Auch das Bild von Tirol leidet unter der blassen Inszenierung und der langatmigen Handlung. Immerhin gibt es einige wenige Lichtblicke und eine ganz passable Auflösung des Falles. So reicht es bei mir noch für 4 von 10 Sternen.

Majas Bewertung: ★★★★☆☆☆☆☆☆

“Lohn der Arbeit” aus Wien beginnt tatortüblich: Nebel, Dunkelheit, spannende Musik und ein grausamer Mord. Doch so wirklich spannend geht es nicht weiter. Viele Szenen werden zwar mit passender Musiksequenzen untermalt, die durchaus beim Zuschauer Spannung erzeugen kann, doch die Handlung spricht eine andere Sprache.

Sonderermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) ist grummelig wie eh und je. Und seine Verletzung am Bein macht seine Stimmung auch nicht besser. Kriminalkommissar Pfurtscheller (Alexander Mitterer) latscht eigentlich nur hinter seinem Kollegen Eisner her, telefoniert ständig mit seiner Mama und trägt auch sonst nicht viel zur Aufklärung des Falls bei. Fail! Und der permanente scharfe Ton zwischen den beiden ist anstrengend. Ermittlerteams mit weniger Spannungen sind mir lieber. Bibi Fellner, die Wiener Assistentin fehlt in der Folge, da dieser Tatort bereits vor dem letzten gedreht wurde, allerdings erst jetzt ausgestrahlt wird. Die schauspielerischen Leistungen lassen mal wieder zu wünschen übrig. Einzig Eisner alias Krassnitzer gibt heute eine gute Figur im Tatort Wien ab. Zudem war sein Handicap echt, denn er ist vor den Dreharbeiten zu “Lohn der Arbeit” gestürzt. Neben einigen interessanten Kamerabildern und verschiedenen räumlichen Perspektiven war der Ton sehr auffällig. Unangenehm auffällig, denn teilweise waren die Gespräche kaum bzw. sehr schwierig zu verstehen, denn der Ton war extrem leise. Insgesamt konnte der Tatort mich nicht mitreißen. Schade.

Sendeinformation
Sendelänge: ca. 90:00
Drehbuch – Felix Mitterer
Regie – Erich Hörtnagel
Erstsendung – 28.8.2011
Produktionssender – ORF
Produktionsfirma – epo Film
Drehort – Hall in Tirol
Bildformat – 16:9
Redaktion – Alexander Vedernjak

Besetzung
Sonderermittler Moritz Eisner – Harald Krassnitzer
Kriminalkommissar Pfurtscheller – Alexander Mitterer
Markus Feyersinger (Journalist) – George Lenz
Flamur (Mazedonier) – Mustafa Nadarevic
Dimitar Besad (Flamurs Sohn) – Branko Tomovic
Jakob Wiesner – Martin Zauner
Bauunternehmer Wolfgang Kogl – Michael König
Cornelia Kogl – Hilde Dalik
Hubert Kogl – Max von Thun
Helga Brugger (Kogls Ex-Frau) – Krista Posch
Kassiererin – Katharina Welser
Pfarrer – Christoph Leczszinsky
Erwin Filzer (Subunternehmer) – Alexander Strobele
Pfurtschellers Chef – Reinhard Forcher
Notar – Joseph Holzknecht
Sepp (Filialleiter) – Michael Pascher
Hyacinta (Pflegerin) – Sabine Brlozanovic
Kellnerin – Wanda Worch
albanischer Arbeiter – Mesut Onay

Stab
Aufnahmeleitung – Anu Shanker
Außenrequisite – Matthias Pflug
Continuity – Renate Neugebauer
Garderobe – Christine Ertl
Garderobe – Helga Lohninger
Geräusche – Max Bauer
Kamera – Duli Georg Diemannsberger
Komparserie – Helmut Zaggl
Kostüme/Kostümbild – Ulrike Uli Fessler
Licht – Walter Stöger
Maske/Maskenbildner – Andrea Soiron
Motivaufnahmeleitung – Florisse-Anu Shanker
Musik/Filmkompositionen – Lothar Scherpe
Produktionsfahrer – Mate Gyapay
Produktionskoordination – Maria Senn
Produktionsleitung – Karin Schmatz
Produzent – Dieter Pochlatko
Produzent – Magnus Nikolas Wisiak
Regieassistenz – Karin Lomot
Schnitt – Ingrid Koller
Script – Margit Haselwanter
Set-Aufnahmeleitung – Marc Brugger
Set-Aufnahmeleitung – Mate Gyapay
Stunts – face off GmbH
Szenenbild – Katharina Wöppermann
Ton/Filmtonmeister – Frieder Glöckner

Weitere Meinungen und Rezensionen

Stuttgarter Zeitung: Dieser Tatort ist durchaus spannend und hat sogar ein überraschendes Ende. Allerdings sollte man sich auf eine emotionale Talfahrt vorbereiten. Schade, aus der dramatischen Story hätte man mehr herausholen können.

Tittelbach.tv: Zwischen modernem Sklavenhandel und Vetternwirtschaft der Großkopferten bewegen sich die beiden ungleichen Kommissare recht launig durch die mit allzu wuchtigem Sounddesign ausgeschlagene Bergwelt. „Unsere Wirtschaft ist eine Schattenwirtschaft“, klärt ein engagierter, mundtot gemachter Finanzbeamter Kommissar Eisner auf.

Spiegel: Kommissar auf Krücken, Charaktere aus Beton, Bausünden aller Art: Nach den wunderbaren letzten Folgen aus Wien, muss Christian Buß mit Schrecken feststellen, dass die aktuelle Folge des “Tatorts” in die düstersten Zeiten des Alpen-Reviers zurückfällt.

VN:F [1.9.22_1171]
Jetzt diesen Tatort bewerten!
Bewertung: 5.0 von 10 (7 Bewertungen insgesamt.)
Lohn der Arbeit - Tatort Wien - Folge 807, 5.0 out of 10 based on 7 ratings

Ihren XING-Kontakten zeigen

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: