Mord auf Langeoog – Tatort Hamburg – Folge 887

by on 24. November 2013

Nach ihrer Premiere Ende April diesen Jahres gibt es heute den zweiten Fall mit Hauptkommissar Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und LKA-Ermittlerin Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller). In “Mord auf Langeoog” verschlägt es den Hamburger Ermittler auf die ostfriesische Insel Langeoog, auf der er eigentlich einige Tage Urlaub machen und Freunde besuchen will. Allerdings schlittert er schneller als ihm lieb ist in einen neuen Fall.

Tatort Mord auf Langeoog

Mord auf Langeoog – Tatort Hamburg / Bild: NDR/Boris Laewen

Auf der sonst beschaulichen Insel Langeoog schockiert ein brutaler Mord die Menschen. Eine tote Frau wird in den Dünen am Meer gefunden und neben der Leiche sitzt der blutverschmierte und verstörte Florian. Der Jugendliche ist ausgerechnet auch noch der jüngere Bruder von Mimi (Laura Tonke), die gemeinsam mit ihrem Mann Jan Katz (Sebastian Schipper) und Baby zurück in ihre Heimat gezogen ist. Jan ist mit Thorsten Falke befreundet und die beiden waren früher Kollegen. Trotz seines Urlaubs versucht Falke mit dem verstörten Florian zu sprechen und will herausfinden, ob der Teenager Opfer oder sogar Täter ist. Doch für seine Kollegen der Auricher Mordkommission muss nicht lange ermittelt werden und sie werfen dem Jungen vor, dass seine Gedächnislücken nur gespielt sind. Kommissar Thorsten Falke sieht den Fall allerdings anders und beginnt deshalb auf eigene Faust und gegen die Dienstvorschriften und die Kollegen vor Ort zu ermitteln. Er lässt sogar siene Kollegin Katharina Lorenz aus Hamburg auf die Nordseeinsel kommen um ihn zu unterstützen.

Sebastians Bewertung: ★★★☆☆☆☆☆☆☆
Im neuen Hamburger Tatort „Mord auf Langeoog“ statten Hauptkommissar Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und LKA-Ermittlerin Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) der angesprochen Nordseeinsel einen Besuch ab. Die Handlung ist sauber strukturiert, kann aber nicht wirklich Spannung aufbauen. Auch das Erzähltempo passt sich dem Ort an, so dass man das Gefühl hat nicht nur auf Langeoog seien die Uhren stehen geblieben.

Schauspielerisch gibt es nichts zu kritisieren, die Leistung der Darsteller in Haupt- und Nebenrollen ist ausgezeichnet. Zudem sticht Leonard Carow als „Florian“ sehr positiv heraus. Auch Nina Kunzendorf macht ihren Job solide und feiert ein gutes Tatort-Comeback. Ein Kompliment muss auch Kameramann Bernhard Keller gemacht werden, denn die Bilder sind stark eingefangen und Einstellungen passen perfekt auf Stimmung und Setting. Konsequent werden Farbfilter angewendet, um die Szenerie in ein noch kühleres Licht zu verwandeln. Musik und Sound spielt in diesem Fall keine große Rolle.

Insgesamt ist „Mord auf Langeoog“ ein sorgsam inszenierter Krimi vom alten Schlag. Mit einer klaren Handlung und einer ruhigen Kamera die sorgsam Stimmungsbilder der Nordseeinsel auffängt. Auch schon der erste Fall von Wotan Wilke Möhring als Hauptkommissar Falke war diesem Muster nachempfunden und konnte leider keine Überraschungspunkte sammeln. Auch eine starke Besetzung die durchweg gute Leistungen zeigt kann dem harmlosen Plot nicht mehr Drive geben. Bei all der Einsamkeit und tempolosen Aufklärung ertappt man sich manchmal dabei zu hoffen, dass Alt-Ermittler Cenk Batu mit dem Fallschirm landet und die Bude einmal aufräumt. Naja, man wird ja noch träumen dürfen…

Majas Bewertung: ★★★★★★★★☆☆
Der NDR konnte mit Wotan Wilke Möhring als Kommissar Thorsten Falke einen zweiten überzeugenden Tatort schaffen, der die Zuschauer mit vielen Facetten fesselte. Falke kann als sehr menschlicher Kommissar punkten, der nicht abgehoben in einer anderen Welt lebt, sondern mit beiden Beinen fest im Leben. Nina Kunzendorf konnte mit ihrer Gastrolle als Kommissarin Christine Brandner ihre Stärken als Ermittlerin ausspielen und wir konnten sie in einer ganz anderen Rolle als die der Conney Mey im Tatort Franfurt sehen. Doch auch als ruhige, fast verschlossene Kommissarin konnte sie auf ganzer Linie überzeugen.

Insgesamt muss die angenehme Kameraführung erwähnt werden, die meist langsam in einem angenehmen und vor allem passenden Tempo bewegt wurde und sich so in die interessanten und schönen Bilder einfügte. Die vielen Landschaftsaufnahmen vom Stand und den Dünen können durchaus ein gewisses Urlaubsfeeling wecken.

Einzig und alleine das ständige Hin und Her bei den Ermittlungsarbeiten und die privaten Versuche von Falke den Fall zu lösen müssen als nicht ganz so gelungen festgehalten werden. Einige Handlungsstränge zogen sich in die Länge, konnten jedoch mit immer neuen Wendungen wieder das Ruder zurückreißen und den Zuschauer bei Laune. Mir hat der Tatort “Mord auf Langeoog” und insbesondere die unterschiedlichen Schauspieler sehr gut gefallen. Acht Punkte für Hamburg.

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:24
Drehbuch – Max Eipp, Stefan Kornatz
Regie – Stefan Kornatz
Erstsendung – 24.11.2013
Produktionssender – NDR
Arbeitstitel – Blutige Idylle, Morgengrauen
Drehort – Langeoog, Hamburg
Bildformat – 16:9
Redaktion – Donald Kraemer

Besetzung
Hauptkommissar Thorsten Falke – Wotan Wilke Möhring
Katharina Lorenz – Petra Schmidt-Schaller
Jan Katz – Sebastian Schipper
Kommissarin Christine Brandner – Nina Kunzendorf
Florian Meinders – Leonard Carow
Mimi Meinders – Laura Tonke
Helmut Reinders – Rainer Bock
Gerhard Gerkan (Gegge) – Jan Georg Schütte
Bella Goosen – Julia Jessen
Polizeiobermeister Hansen – Tristan Seith
Jog Gerin – Vanida Karun
Sibo Lücken – Erich Krieg
Arne Schmidbauer – Hans-Christoph Michel
Gesa Kienast – Cathérine Seifert
N.N – Natalia Rudziewicz
N.N – Severin Mahncke
N.N – Joachim Kappl
N.N – Guido A. Schick
N.N – Luisa Walter

Stab
Assistent der Set-AL – Phuong Thao Nguyen
Außenrequisite – Steffi Lehmkul
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Holger Ohlhus
Besetzung/Casting – Deborah Congia
Best Boy – Thomas Kyriases
Continuity – Bente Zippel
Digital Colorist – Jochen Hinrichs-Stöldt
Erster Aufnahmeleiter – Tarik Erpinar
Filmgeschäftsführung – Udo Röttger
Garderobe – Birgit Holm
Garderobe – Heike Krause
Grafik – Sabine Zimmermann-Niebuhr
Innenrequisite – Karola Soos
Kamera – Bernhard Keller
Kameraassistenz – Kai Lachmann
Kameraassistenz – Matthäus Michon
Kamerabühne – Nico Storch
Kamerabühnenassistenz – Adriano Baldelli
Kamerabühnenassistenz – Manuel Schlegel
Kostümbildassistenz – Sabine Bockmeyer
Kostüme/Kostümbild – Francesca Merz
Licht – Henry Notroff
Lichtassistenz – Ludwig Machnicki
Location Scout – John Kustendy
Maske/Maskenbildner – Fe Ferber
Maske/Maskenbildner – Lea Gerling
Mischung – David Arnold
Musik/Filmkompositionen – Stefan Will
Musik/Filmkompositionen – Marco Dreckkötter
Producer – Christine Derrer
Produktionsassistenz – Ulrike Lanz
Produktionskoordination – Christian Kaps
Produktionsleitung – Björn Eggert
Produktionsleitung – Daniel Buresch
Produzent – Björn Vosgerau
Produzent – Uwe Kolbe
Regieassistenz – Oliver Knorr
Requisitenfahrer – André Wolf
Schnitt – Mücke Hano
Schnittassistenz – Wiebke Henrich
Set Runner – Joel Girmazion
Set-Aufnahmeleitung – Maria Hoffmann
SFX – Norbert Skodock
SFX-Maske – Schwerthelm Ziehfreund
Sounddesign – Tatjana Jakob
Standfotografie – Boris Laewen
Steadicam – Jens Dittmar
Stunt Koordination – Thomas Bloem
Szenenbild – Zazie Knepper
Szenenbildassistenz – Jan Gebhardt
Ton/Filmtonassistenz – Tobias Krause
Ton/Filmtonmeister – Matthias Wolf

Weitere Meinungen und Rezensionen

Tittelbach.tv: In „Mord auf Langeoog“ darf offiziell nur Kollegin Lorenz auf der Insel herumschnüffeln. Die Insel ist ein guter Ort zur Annäherung des ungleichen Paars. Ein atmosphärisches, bilderstarkes, sensibel erzähltes Krimi-Drama!

Süddeutsche.de: Die Gefahr bei jedem Inselkrimi besteht darin, dass das gebremste Lebenstempo auf der Insel der gesamten Geschichte ihren erzählerischen Schwung nimmt. Und obwohl in diesem Tatort so viele tolle Leute mit zum Teil großartigen Wollmützen mitspielen, ist das Ganze – wie man im Norden sagt – auf Dauer dann doch ‘n büschen langweilig.

Faz.netWenn Kommissar Falke Sätze sagt wie: „Es ist so ein Bauchgefühl“ oder „Manchmal hasse ich meinen Beruf“, wird man jedoch wach und will dazwischenrufen: Das kenne ich aus „Tatort“-Kinderzeiten. Die Stakkato-Sätze, „Derrick“-haften Dialogpausen, die aufrechte Haltung der Schauspieler wirken angestrengt und leer. Besetzung und Plot waren eigentlich für etwas Außergewöhnliches gedacht.

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