Mord in der ersten Liga – Tatort Hannover – Folge 794

by on 20. März 2011

Der Profi-Fußballer Kevin Faber wird nach einem wichtigen Spiel seiner Mannschaft tot am Ufer des Maschsees aufgefunden. Schnell stellt sich heraus, dass er erschlagen wurde. Es stellt sich die Frage, ob es sich um eine Tat aus Affekt oder um einen Mord handelt. Hauptkommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) nimmt umgehend die Ermittlungen auf und ist beim Anblick des Opfer erschüttert: Nur ein paar Stunden zuvor hatte der Fußballprofi ihrem Sohn noch ein Autogramm gegeben.

Schon bald ergeben sich für die Hauptkommissarin mehrere Mordmotive und Verdächtige. Ins Visier geraten die Fans der Mannschaft, über die sich das Opfer in einem Interview sehr kritisch geäußert hatte. Hat ein Hooligan der sogenannten „Ultras“ den Fußballprofi auf Grund der Aussagen erschlagen? Auch Ben Nenbroock, der engste Freund von Kevin Faber, kommt in den Fokus der Kommissarin. Welche Rolle spielte er in seinem Leben? War er eifersüchtig auf die verheißungsvolle Karriere des Fußballers?

Sebastians Bewertung: ★★★★☆☆☆☆☆☆

Trotz gutem Beginn offenbart „Mord in der ersten Liga“ schon bald eine mehr als fade Handlung und einen Plot, der Klischee an Klischee reiht. Dazu gesellen sich schwache Dialoge und eine maue schauspielerische Leistung der Akteure. Die einzige, wirklich dramaturgische Idee, umgibt die Handlung um die Hauptkommissarin und ihren neuen Lover. Der Tatort wird aber auch der Brisanz des Themas nicht gerecht. Vor allem den hohen medialen Druck und psychische Belastung für die Betroffenen kann der Krimi nicht vermitteln und scheitert somit an seiner Grundidee. Das Hooliganthema wird lediglich mit Klischees bedient und kommt viel zu kurz, um hier wirklich etwas Aufklärung leisten zu können.

Insgesamt ist „Mord in der ersten Liga“ wieder einmal ein Beispiel dafür, dass sich aktuelle Themen und ein herausragender Tatort noch immer unüberbrückbare Gegensätze sind. Zwar wird der thematische Spagat versucht, von gelingen kann aber keine Rede sein. Die Brisanz der Themen verschwimmt im Klischee und wird zu Nebensache. Absoluter Negativhöhepunkt bildet eine Hooliganschlägerei in einem Parkhaus, inszeniert mit Bengalos und Leuchtfeuern. Der NDR hat hier eine große Chance für Aufklärung und gegen Homophobie einzutreten verpasst. Schade.

Majas Bewertung: ★★★★★★☆☆☆☆

Der Tatort “Mord in der ersten Liga” beginnt fesselnd und konnte die Spannung auch fast bis zur letzten Minute aufrechterhalten. Charlotte Lindholm ist wie immer zielstrebig und eigensinnig, sie ermittelt auf eigene Gefahr und schreckt vor nichts zurück. Lange tappt die Hannoveraner Kommissarin im Dunkeln, hat keinerlei Motive. Und immer wieder werden ihr Steine in den Weg gelegt, sodass die Ermittlungen stocken. Die Handlung ist zum größten Teil schlüssig und der Zuschauer kann folgen, was beim Tatort oft nicht der Fall ist. Wenn auch diese Folge das Thema Homosexualität nicht tief thematisiert und einige Hooligan-Szenen übertrieben dargestellt sind, ist der Tatort ein Krimi, der für Unterhaltung sorgt. Und das tat er meiner Meinung nach. Auch wenn mich persönlich das Thema Fußball absolut null interessiert hat mir dieser Tatort gefallen.

Sendeinformationen

Sendelänge – 99:56
Drehbuch – Harald Göckeritz
Regie – Nils Willbrandt
Erstsendung – 20.3.2011
Produktionssender – NDR
Produktionsfirma – Cinecentrum
Drehort – Hannover und Umgebung, AWD-Arena
Bildformat – 16:9

Besetzung

Charlotte Lindholm – Maria Furtwängler
Ben Nenbrook – Luk Pfaff
Jan Liebermann – Benjamin Sadler
Direktor – Jens Schäfer
Jochen Krämer – Alexander Simon
Paul Näter – Fritz Roth
Leo Biller – Alexander Held
Fußballkommentator – Arnd Zeigler

Stab

Regie – Nils Willbrandt
Kamera – Jens Harant
Buch – Harald Göckeritz
Musik – Stefan Will

Eine weitere Kritik zu “Mord in der ersten Liga” gibt es bei DerWesten.de.

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