Scheinwelten – Tatort Köln – Folge 857

by on 1. Januar 2013

Ein Mord ruft Staatsanwalt Wolfgang von Prinz (Christian Tasche) auf den Plan. In seiner Nachbarschaft, einem Nobelwohnviertel in Köln, wurde der Geschäftsführer einer Reinigungsfirma erstochen aufgefunden. Leider ist von Prinz das Opfer Ingo Broich wohlbekannt. Von Prinz Frau Beate unterhielt nicht immer astreine Geschäftsbeziehungen zum Opfer und war im Hause Broich sehr oft zu Gast, da sie immer wieder mit dem siechen Vater des Opfers Jakob Broich Geschäfte machte.

Scheinwelten - Tatort Köln

Scheinwelten – Tatort Köln / Bild: WDR/Uwe Stratmann

Diese Verquickung ist auch den Hauptkommissaren Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) nicht entgangen und macht die Ermittlungen in diesem Mordfall nicht einfacher. Zumal das Familienoberhaupt mit seinem Sohn einen offenen Konflikt führte, nachdem dieser einen Schlaganfall erlitten hatte und sich Sohn Ingo lieber beim Pokern die Zeit vertrieb, als seinen Vater zu unterstützen und sich um das Familienunternehmen zu kümmern.

Sebastians Bewertung: ★★★★★★☆☆☆☆
Im neuen Kölner Tatort „Scheinwelten“ ermitteln die Hauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) in einem Gewirr von Beziehungen zwischen allen Schichten. Dabei reichen die Themen von Scheinehen, illegaler Beschäftigung und Erbschleicherei bis zu den Problemen der Nachfolgeregelung für Familienunternehmer. Schauspielerisch sticht vor allem Jeanette Hein als schöne und eiskalte Anwältin von Prinz hervor. Sie schafft es, über eine feine Mimik und akzentuierte Sprache alle Facetten der Rolle glaubhaft zu verkaufen. Kamera und Regie setzen auf weitläufige Bildausschnitte, die den Akteuren genug Platz zum atmen lassen, aber oft ein subtiles Gefühl von Verlorenheit beim Zuschauer zu erzeugen. Musikalisch überzeugt der Tatort mit dem Titelsong.

Insgesamt ist dem WDR mit „Scheinwelten“ ein vielschichtiger, aber etwas überladener Tatort gelungen, der es leider nicht schafft, sich auf eine einzige Problematik zu fokussieren. Immerhin sind schauspielerisch einige Leckerbissen dabei. Neben der bereits erwähnten Jeanette Hein spielt Hans Peter Hallwachs einen mehr als überzeugenden Schlaganfallpatienten. Auch die technische Umsetzung gefällt, so dass die Schwächen im Plot etwas nach hinten treten. Nach den vielen sehr durchwachsenen Folgen aus Köln, ist somit wieder einen Tendenz nach oben zu erkennen.

Majas Bewertung: ★★★★★☆☆☆☆☆
Der Neujahrs-Tatort “Scheinwelten” aus Köln handelt von illegalen Reinigungskräften, von gesellschaftlichen Problemen sowie Neid und Gier. Doch das Thema ist nicht so ganz stimmig und als Zuschauer hat man alle Hände voll damit zu tun, der Handlung zu folgen. Verkorkste Beziehungen machen es einem nicht einfacher. Die beiden Hauptkommissare Freddy Schenk und Max Ballauf sind ein eingespieltes Team und man kann ihnen so schnell nichts vormachen. Schauspielerisch können sie sich sehen lassen, doch es gibt auch immer Potential nach oben. Schade, dass Assistentin Franziska alias Tessa Mittelstaedt den Tatort verlässt. Sie ist erfrischend und lässig und kann bei ihren Chefs immer wieder mit neuen Ideen auftrumpfen.

Positiv zu bemerken ist die durch und durch passende Musik. Der Titelsong heißt “Heart Shaped Gun” von Schmidt. Des Weiteren werden die Songs “Versprich mir keine Liebe” von Ela sowie “Insomnia” von Faithless gespielt. Zudem wurden zahlreiche weitere Stücke extra komponiert. Viele Szenen kommen gänzlich ohne Musik aus. So wird die ganze Konzentration auf die Dialoge und Handlung gerichtet. “Scheinwelten” war ein durch und durch mittelmäßiger Tatort. Mit vielen Höhen und Tiefen wirkt diese Folge doch sehr konstruiert und kaum glaubwürdig.

Sendeinformationen
Drehbuch – Johannes Rotter
Regie – Andreas Herzog
Erstsendung – 1.1.2013
Produktionssender – WDR
Produktionsfirma – Colonia Media
Drehort – Köln und Umgebung
Bildformat – 16:9
Redaktion – Frank Tönsmann

Besetzung
Hauptkommissar Max Ballauf – Klaus J. Behrendt
Hauptkommissar Freddy Schenk – Dietmar Bär
Franziska Lüttgenjohann – Tessa Mittelstaedt
Dr. Joseph Roth – Joe Bausch
Staatsanwalt Wolfgang von Prinz – Christian Tasche
Beate von Prinz – Jeanette Hein
Jakob Broich – Hans Peter Hallwachs
Ingo Broich – Torsten Peter Schnick
Norbert Schnelker – Jens Kipper
Frank Götze – Konstantin Lindhorst
Toni – Patrick Joswig
Irina Imschikowa – Juta Vanaga
Radtke – Rolf Dennemann
Adjoa – Joana Adu-Gyamfi
Alima – Dela Gakpo
Kriminaltechniker – Johannes Rotter
Titelmusik – Heart shaped gun von SCHMIDT & Robin Grubert

Stab
Assistent der Set-AL – Walter Kimmerle
Außenrequisite – Michaela Nolte
Besetzung/Casting – Anja Dihrberg
Best Boy – Thorben Olbertz
Continuity – Jens Budde
Erster Aufnahmeleiter – Sonja Fischer
Garderobe – Britta Süring
Garderobe – Mira Wiese
Herstellungsleitung – Liane Retzlaff
Kamera – Ralf Noack
Kameraassistenz – Ansgar Krajewski
Kameraassistenz – Heike Groß
Kostüme/Kostümbild – Elisabeth Kraus
Lichtassistenz – Florian Littke
Maske/Maskenbildner – Dorle Neft
Maske/Maskenbildner – Ulrike Bruns-Giffel
Mischung – Christoph Merkele
Motivaufnahmeleitung – Oliver von Ameln
Musik/Filmkompositionen – Martin Tingvall
Musik/Filmkompositionen – Michael Klaukien
Musik/Filmkompositionen – Andreas Lonardoni
Oberbeleuchter – Andreas Theiner
Postproduktion – Carla Schild-Kreindl
Produktionsassistenz – Heike Kerschgens
Produktionsleitung – Jutta Bürsgens
Produzent – Sonja Goslicki
Regieassistenz – Felix Karolus
Requisite – Roman Halassy
Schnitt – Gerald Slovak
Set-Aufnahmeleitung – Jan Bierwirth
Szenenbild – Naomi Schenck
Ton/Filmtonmeister – Michael Felber
Ton/Filmtonmeister – Bennet Switala

Weitere Rezensionen und Meinungen

Quotenmeter.de: «Tatort – Scheinwelten» scheitert daran, dass der Fokus auf die banaleren Elemente gelenkt wurde, und am narrativen Ausklammern all der dubiosen Vorgehensweisen der Protagonisten, die weder legal noch ethisch zu rechtfertigen sind. Was bleibt, ist eine triviale Geschichte, in der man über ein kurzes Anreißen gesellschaftlicher Brennpunkte nicht hinaus kommt – und somit letzten Endes am Thema grandios scheitert.

Tittelbach.tv: Was die Krimihandlung angeht, nur so viel (um die Spannung nicht zu nehmen): die Verzahnung des Dramas zweier Ehepartner, die wie Fremde nebeneinander her leben, mit dem Krimi-Plot ist nicht so überzeugend gelungen wie das meiste Andere in diesem „Tatort“.

Mittelbayrische.de: Illegal in Deutschland, Betrug, Spielsucht, Scheinehe und natürlich Mord – es ist eine Menge drin in diesem WDR-”Tatort”. Doch Regisseur Andreas Herzog, der seine berufliche Laufbahn als Cutter für Werbefilme startete, hält den Zuschauer nah dran an der spannenden Geschichte, die erfreulicherweise ohne übertriebenen Show-down auskommt.

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