Schmuggler – Tatort Konstanz – Folge 826

by on 29. Januar 2012

Die Kollegen der Zollstation sind zutiefst erschüttert, als der Zollbeamte Robert Riebsahl ermordet aufgefunden wird. Dabei galt der Kollege Riebsahl als besonders korrekter Beamter und gewissenhafter Mensch. Die Hauptkommissare Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) suchen verbissen nach einem Motiv für die grausame Tat. Ihre erste Spur führt sie direkt ins Arbeitsumfeld des Opfers. Offenbar war Riebsahl selbst auf der Spur von Unregelmäßigkeiten in der Zollstation.

Schmuggler Tatort Konstanz

Schmuggler - Tatort Konstanz / Bild: SWR/Stephanie Schweigert

Angesichts der regen Schmuggelaktivitäten an der Deutsch-Schweizer-Grenze liegt es nahe, dass der ein oder andere Kollege in dunkle Geschäfte verstrickt ist und sich für den illegalen Grenzübertritt und Warnschmuggel bestechen lässt. Gehören die beiden jungen Zöllner Marie Schreiber und Kevin Kümmerle auch dazu, die Riebsahl kurz vor seinem Tod heimlich bei der Arbeit fotografierte? Die beiden Ermittler stoßen auf ein Geflecht aus Korruption und Begünstigung. Aber ist dies tatsächlich das Motiv für den Mord oder haben sie es mit einem ganz anderen Drama zu tun?

Sebastians Bewertung: ★★★★☆☆☆☆☆☆
Im neuen Tatort „Schmuggler“ aus Konstanz tauchen die Kommissare Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) tief in die Welt des Geldschmuggels ein. Dabei kann der Plot allerdings nicht halten, was die Spielidee verspricht. Zu oberflächlich werden die Probleme gehandhabt, zu langatmig gestaltet sich die Auflösung des Falls. In Sachen Komik und Witz gelingt nur der unfreiwillige Teil, so wirken die Schmuggelmethoden der Grenzgänger wie aus einem Kinderbuch abgeschrieben. Auch über die schauspielerische Leistung der Darsteller kann kaum etwas gesagt werden, zu monoton und aussagelos sind die Dialoge. Kamera und Bild können ebenfalls nicht entscheidend zum Gesamterfolg beitragen.

Insgesamt ist „Schmuggler“ ein oberflächlicher, seidener und bisweilen ungewollt komischer Tatort, der in die Reihe der mittelmäßigen Tatorte aus Konstanz passt. Es wird eine Art Pseudospannung durch Musik und dunkle Bilder, wahlweise unterstützt durch Fantasiesequenzen mit dem Einsatz von Weichzeichnern aufgebaut. Welche Rolle die etwas nervige aber immerhin erheiternde Frau Kraft (Alwara Höfels), die als Schwangerschaftsvertretung für “Beckchen” eingesetzt wird, in diesem Fall eigentlich spielen soll, wird bis zum Ende nicht klar. Das Finale mündet in einer typischen Gesamtaufklärung mit Happyend, Tränen und einem Alleingang, wie es so häufig der Fall ist. In dieser Form muss der Tatort Konstanz aufpassen, nicht vollends in die Welt der trostlosen Tatortstädte abzurutschen.

Majas Bewertung: ★★★☆☆☆☆☆☆☆
Der Tatort “Schmuggler” aus Konstanz beginnt eher ungewöhnlich, denn in den ersten 15 Minuten passiert nicht wirklich viel. Und dann erst der Mord, der den Zuschauer kaum vom Hocker reißt und die Handlung nicht wesentlich beschleunigt. Wie so oft ist also auch diese Tatort-Folge vom Bodensee eher einschläfernd als spannend. Die beiden Hauptkommissare Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) ermitteln lieber nebeneinander her als miteinander zu arbeiten. Klara Blum ist im Gegensatz zu ihrem Kollegen meist ruhig und unauffällig. Doch auch Perlmann kann kaum punkten, denn er ist mürrisch, launisch und hektisch.

Die Handlung selbst hätte durchaus spannender umgesetzt werden können. Die Geschichte schweift jedoch in einigen Szenen regelrecht ab und man hat Mühe am Ball zu bleiben. Der Tatort “Schmuggler” reiht sich somit in die eintönig und ereignislosen Folgen ein. Schade. Der SWR ist aktuell mit zwei eher schwachen Teams am Start, die dringend eine Spritze mit Spannung, Dramatik und Aufsehen nötig haben.

Sendeinformationen
Sendelänge: 88:30
Drehbuch – Leo P. Ard, Birgit Grosz
Regie – Jürgen Bretzinger
Erstsendung – 29.1.2012
Produktionssender – SWR
Produktionsfirma – Maran Film
Drehort – Konstanz und Umgebung, Baden-Baden
Bildformat – 16:9
Redaktion – Ulrich Herrmann, Manfred Hattendorf

Besetzung
Hauptkommissarin Klara Blum – Eva Mattes
Hauptkommissar Kai Perlmann – Sebastian Bezzel
Annika Beck (Beckchen) – Justine Hauer
Marie Schreiber – Julia Koschitz
Kevin Kümmerle – Florian Fischer
N.N – Falk Rockstroh
N.N – Urs Jucker
N.N – Thomas Bestvater
Tanja Kraft – Alwara Höfels
Robert Riebsahl – André Benndorff

Stab
Außenrequisite – Holger Geiß
Best Boy – Martin Kraus
Best Boy – Alexander Warth
Continuity – Björn S. Berger
Erster Aufnahmeleiter – Rudolf Kurz
Kamera – Jürgen Carle
Kameraassistenz – Lena Crecelius
Kameraassistenz – Andreas Steffan
Kamerabühne – Matthias Schnetzer
Kostüme/Kostümbild – Charlotte Graf
Oberbeleuchter – Gerd Walter
Producer – Uwe Franke
Produktionsleitung – Dieter Streck
Regieassistenz – Ruth Blankenstein
Schnitt – Barbara Brückner
Szenenbild – Andreas C. Schmid
Ton/Filmtonmeister – Peter Tielker

Weitere Meinungen und Rezensionen

Süddeutsche.de: Dieser Tatort dagegen kann nicht von Mattes und nicht mal von Koschitz gerettet werden. Überladene Story. Deutsch-ranziger Weihnachtsfeierhumor in der Schlusssequenz, wo ja – eine chronische Tatort-Krankheit – alles Elend in gewollter Heiterkeit zu stranden hat.

Spiegel online: Kleiner Grenzverkehr der Sparfüchse und Gierlappen: Der Bodensee-”Tatort” zeigt, auf welche sonderbaren Ideen Menschen kommen, um Geld in die Schweiz zu schmuggeln. Ein interessanter Plot, der allerdings nicht in die Tiefe geht.

Evangelisch.de: Die “Tatort”-Krimis vom Bodensee sind mal spannend, mal langweilig, aber eins sind sie nur ganz selten: witzig. Insofern fällt Jürgen Bretzingers Beitrag aus dem Rahmen: Sein Film erheitert immer wieder mit ausgesprochen komischen Momenten.

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Schmuggler - Tatort Konstanz - Folge 826, 4.0 out of 10 based on 8 ratings

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{ 7 comments… read them below or add one }

steffi Januar 29, 2012 um 21:27

Jetzt laßt mal die Kirche im Dorf. Mir hat der Tatort sehr gut gefallen. Spannung und Humor eine sehr gute Mischung. Wenn dann auch noch die Schauspieler klasse sind……….. Daumen hoch!

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gregor Januar 30, 2012 um 06:09

Dieser Tatort zeigt, wonach sich 90 Minuten anfühlen: Nach 5400 Sekunden (wovon man den packenden Vorspann abziehen muss). Einzig der Vergleich mit der letzten Konstanzer Episode treibt die Note nach oben.

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babs Januar 30, 2012 um 14:12

Bei manchen Tatorten nicke ich schon mal ein. Aber bei diesem war ich durchgehend hellwach. Mir gefiel er ausgesprochen gut. Noch ‘n Daumen hoch!

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Redaktion Januar 30, 2012 um 14:15

So unterschiedlich sind die Meinungen, was ja auch gut ist.

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Freiburger Januar 30, 2012 um 15:29

Das war einer der besten Tatorte überhaupt! – Ich hab die Psychopathen, den Blutrausch, die Grausamkeiten, die ewigen Privatprobleme der Kommissare so dick! Da war dieser Tatort richtig schön. Und dazu superwitzig. Der Schweizer Banke mit Schrubber in deutscher U-Haft…weltklasse!!! …und eine wunderbar lustige Schlusssequenz…
das Thema war spitze, die Mischung ziemlich gut
Vielen Dank für den unterhaltsamen – psychopathen- und gemetzelfreien – Krimiabend.

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HP Jablonka Februar 6, 2012 um 20:46

Mir hat auch dieser Tatort aus Konstanz wieder sehr gut gefallen. Und das kann ja nicht nur an meiner Liebe zu dieser Stadt liegen. Bin immer erstaunt über die “professionellen” Kommentare. Da kam ja “Perlmann” noch nie besonders gut weg. Mir fallen etliche Szenen ein wo ich in den letzten Jahren laut lachen musste. Passiert mir sonst nur bei “Professor Börne”. Freue ich mich schon jetzt auf die nächste Folge.
Ach ja, was gibt es denn eigentlich an dem anderen SWR-Tatort auszusetzen? Ich habe einige der aus Stuttgart gesehen und fand die durchweg spannend. Vielleicht kann mir das ja ein Profi erklären :-)
Fazit: Daumen hoch!

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Gilbert Februar 7, 2012 um 22:10

In welchem wunderschönen Restaurant (im Tatort Schmuggler als “alte Mühle” bezeichnet) war der Drehort.

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