Schwarzer Afghane – Tatort Leipzig – Folge 866

by on 17. März 2013

Als Hauptkommissar Andreas Keppler (Martin Wuttke) nach seinem Vietnam-Urlaub wieder am Flughafen Leipzig ankommt, wird er von seiner Kollegin Eva Saalfeld (Simone Thomalla) mit mehreren Kurznachrichten per Handy bombardiert und sogleich zu einem neuen Tatort bestellt.

Tatort Schwarzer Afghane

Schwarzer Afghane – Tatort Leipzig / Bild: MDR/Junghans

Am frühen Morgen ist auf einer Wiese am Waldrand ein junger Mann bei lebendigen Leib verbrannt. Zwei Jugendliche, die sich in der Nähe aufgehalten haben, konnten alles beobachten und riefen die Polizei. Die Leiche ist bis zur Unkenntlichkei verbrannt und die Kommissare können nur anhand einer Ausweiskarte der Universität feststellen, dass es sich um den Afghanen Arian Bakhtari (Kostja Ullmann) handeln muss, der an der Universität Leipzig als Student der Hochfrequenzphysik eingeschrieben ist. Nahe des Tatort ist außerdem zeitgleich eine Lagerhalle des Deutsch-Afghanischen Freundschaftsvereins völlig leergebrannt. Keppler und Saalfeld können bald ermitteln, dass der Tote noch kurze Zeit zuvor bei Spediteuer Norbert Müller (Sylvester Groth), dem Vermieter der Halle, gearbeitet hat. Doch Müller musste ihn entlassen, da sich der Student an einer Ladung zu schaffen machte.

Schnell stellt sich die Frage, ob Arian die Halle aus Rache angezündet hat und sich dabei versehentlich selbst anzündete. Und auch Mette, Müllers Tochter, kannte Arian gut, denn er hat geholfen, ihren Freund Deniz Ghubar illegal von Afghanistan nach Deutschland zu schleusen. Dann finden die Ermittler auch noch heraus, dass sich in der Lagerhalle eine große Menge Haschisch befand und ihre Ermittlungen führen zu Jamila Nazemi, der Tante des toten Arian. Schließlich nimmt der Fall eine erneute Wendung, als Keppler und Saalfeld im Studentenwohnheim die Hülle einer amerikanischen Signalrakete finden…

Sebastians Bewertung: ★★★★★★★★☆☆
In „Schwarzer Afghane“ gehen die Leipziger Tatort-Kommissare Andreas Keppler (Martin Wuttke) und Eva Saalfeld (Simone Thomalla) dem seltsamen Fall einer Selbstentzündung nach. Schon bald führen sie die Ermittlungen in die Wirrungen einer Geschichte aus Drogenschmuggel und Terrorismus. Zwar bedient der Plot allerlei Klischees und kratzt nur an der Oberfläche der Problematik, allerdings hat die Geschichte einige spannende Wendungen und ein starkes Finale in Petto.

Schauspielerisch ist vor allen bei den Nebenrollen noch Luft nach oben, die Kommissare hingegen spielen ihr gewohnt solides Repertoire ab. Die Regie setzt auf verhältnismäßig lange Schnitte, die Kamera auf kontrastreiche Bildeinstellungen. In einer Einstellung wird Regisseur Thomas Jahn übermütig und inszeniert das Einrücken der Spurensicherung wie die Montageaktionen des A-Teams. Musik und Sound kommen nur dossiert und sehr passend zum Einsatz.

Insgesamt ist dem MDR ein sehr guter, kurzweiliger und extrem spannender Tatort gelungen. Vor allem für das explosive Ende sind auch die kleineren Schwächen im Plot mehr als verzeihlich. Wieder einmal eine starke Folge aus Leipzig, so macht der Tatort Spaß!

Majas Bewertung: ★★★★★★★★☆☆
Der Tatort aus Leipzig “Schwarzer Afghane” kann sowohl mit einem relativ spannenden Anfang sowie einem gut gemachten Schluss punkten und zieht auch die restliche Zeit die Zuschauer in den Bann. Hier wird nicht mit Abschweifungen gespielt, sondern mit Konzentration auf das Wesentliche. Es geht um Waffenschmuggel und Drogenhandel sowie die nationale Sicherheit, ein großes Thema auch aktuell in der Politik.

Hauptkommissar Andreas Keppler kommt gerade aus seinem Urlaub in Südostasien zurück und dieser scheint ihm sichtlich gut getan zu haben. Entspannt macht er sich an die Arbeit und lässt sich in dieser Folge nicht von seiner Kollegin und Ex-Frau Eva Saalfeld beeinflussen. Die beiden lassen endlich mal ihre privaten Streitigkeiten komplett außen vor und widmen sich ihren Ermittlungen, die anfangs schleppend, dann mit Fahrt vorangehen. Allerdings muss man auch erwähnen, dass der Tatort trotz allem auch wieder etliche Klischees bereithält und Keppler und Saalfeld schnell aus ihren Vermutungen Tatsachen machen. Sei es drum.

Sylvester Groth, der hier den Spediteur Müller gespielt hat, konnte in seiner Rolle überzeugen. Er spielte bereits Anfang Februar im Konstanzer Tatort “Die schöne Mona ist tot” mit. Ihr erinnert Euch – Schauspieler werden gerne von Stadt zu Stadt “ausgeliehen”. Insgesamt hat mir der Tatort “Schwarzer Afgane” wirklich gut gefallen, was insbesondere einer brisanten Geschichte und zwei fähigen Kommissaren zuzurechnen ist.

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:30
Drehbuch – Holger Jancke
Regie – Thomas Jahn
Erstsendung – 17.3.2013
Produktionsfirma – Saxonia Media
Produktionssender – MDR
Drehort – Leipzig, Espenhain
Bildformat – 16:9
Redaktion – Sven Döbler

Besetzung
Hauptkommissarin Eva Saalfeld – Simone Thomalla
Hauptkommissar Andreas Keppler – Martin Wuttke
Wolfgang Menzel (Kriminaltechniker) – Maxim Mehmet
Norbert Müller (Spediteur) – Sylvester Groth
Mette Müller – Haley Louise Jones
Olaf Böhm – Anatole Taubmann
Jamila Nazemi – Ilknur Boyraz
Walid Junbesh – Ramin Yazdani
Ina Feuerbach – Margit Sartorius
Arian Bakthari – Kostja Ullmann
Hausmeister Lautenschläger – Fritz Roth
Lena (Studentin) – Laura Lippmann
Max – Raimund Widra
Moritz Bratke – Johannes Franke
Einsatzleiter Bombenentschärfung – Jan Hassenfuss
Martin Zöllner – Ralph Kretschmar
N.N – Thomas Ziesch

Stab
Assistent der Set-AL – Holger Recklies
Assistent der Set-AL – Anne Schmidt
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Andre Herold
Besetzung/Casting – Ines Rahn
Best Boy – Raiko Epperlein
Bühnenbild – Ulf Schädlich
Continuity – Marco Gadge
Digital Colorist – Markus Wawra
Erster Aufnahmeleiter – Jörg Dowidat
Garderobe – Anja Lorenz
Garderobe – Gabriele Hans
Grafik – Janusz Sisik
Herstellungsleitung – Michael Schmidt
Innenrequisite – Benjamin D. Seumel
Kamera – Thomas Jahn
Kamerabühne – Ulf Schädlich
Kamerabühne – Stefan Sollich
Kameraassistenz – Frederic Batier
Kameraassistenz – Matthias Börner
Kostümbildassistenz – Simone Steffin
Kostüme/Kostümbild – Aenne Plaumann
Kostüme/Kostümbild – Mandy Härtel
Lichtassistenz – Nils Tischer
Location Scout – Sören von der Heyde
Maske/Maskenbildner – Anke Saboundjian
Maske/Maskenbildner – Wolfgang Lienig
Mischung – Hans Kölling
Musik/Filmkompositionen – Susan DiBona
Oberbeleuchter – Justus Hasenzahl
Postproduktion – Michael Luda
Postproduktion – Isabel Hildebrandt
Produktionsassistenz – Jenny Helch
Produktionsfahrer – Sebastian von Merveldt
Produktionsleitung – Ulrike Zirzow
Produzent – Jan Kruse
Regieassistenz – Michael J. W. Twinem
Requisite – Ingo Dathe
Schnitt – Bernd Schriever
Schnittassistenz – Markus Wawra
Set-Aufnahmeleitung – Fritzie Schmidt
SFX – Jens Dunkel
SFX – Frank Noack
Standfotografie – Uwe Frauendorf
Standfotografie – Steffen Junghans
Steadicam – Yoshua Berkowitz
Stunt Koordination – Tim Haberland
Szenenbild – Henning Jördens
Szenenbildassistenz – Christin Busse
Ton/Filmtonassistenz – Jens Müller
Ton/Filmtonmeister – Ralf Herrmann
Videooperator – Steve Bache

Weitere Meinungen und Rezensionen

Tittelbach.tv: Ein Wettlauf mit der Zeit in Leipzig: Saalfeld & Keppler müssen einen Terroranschlag verhindern. Was schwarzhumorig bis makaber beginnt, nimmt bald Fahrt auf. Die Spannung in diesem handwerklich gut gemachten Krimi steigert sich bis zum hochdramatischen Finale.

DerWesten.de: Ein toller Einstieg, dann zieht es sich. Wer beim Leipziger „Tatort: Schwarzer Afghane“ dennoch dran bleibt, wird mit einem starken Finale belohnt. Erzählt wird eine Geschichte um Rache und erweiterten Freitod. Für den Knall-Effekt sorgt weißer Phosphor.

Sueddeutsche.de: Leipzig folgt seinen “Tatort”-Vorgängern: Klischees werden bedient, wichtige Themen ausgespart. Zuerst brennt ein Student, dann eine Halle und der Hausmeister ist Ausländerfeind. Dazu tickende Countdowns, die die eigentliche Problematik des Drogenhandels verdrängen.

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