Spargelzeit – Tatort Münster – Folge 775

by on 10. Oktober 2010

Die Ehefrau des ortsansässigen “Spargelkönigs” Martin Pütz wurde erstochen. Und ausgerechnet der Vater von Kommissar Thiel steht jetzt unter Tatverdacht. Oder ist er doch nur beim nächtlichen Spargelklauen erwischt worden? Der gewaltsame Tod der Ehefrau des „Spargelkönigs“ Martin Pütz lässt ausgerechnet Kommissar Thiels Vater in den Fokus der Ermittlungen geraten, der beim nächtlichen Diebstahl des köstlichen Gemüses ertappt wird. Das lässt Thiel nicht auf sich sitzen und verfrachtet seinen Vater erst einmal in U-Haft. Auch die eigenhändigen und forschen Ermittlungen von Professor Boerne kann Thiel nicht auf sich sitzen lassen und wird zum Durchgreifen gezwungen. Schnell wird jedoch klar, dass es ein großes Konfliktpotenzial zwischen den polnischen und rumänischen Saisonarbeitern und den hiesigen Dorfbewohnern gibt, seit vor zwei Jahren Julia Pütz – die Tochter des Spargelkönigs – einer Vergewaltigung zum Opfer fiel. Seit diesem Tag stehen die Saisonarbeiter unter kritischer Beobachtung der Einheimischen.

Durch diese nun erfolgte Tat und dem Tod von Julias Mutter droht der schwellende Konflikt endgültig auszubrechen, erst Recht als durch eine DNA-Probe der Verdacht aufkommt, dass es sich bei beiden Fällen um den gleichen Täter handelt. Die große Frage lautet: Gibt es zwischen Mord und Vergewaltigung einen Zusammenhang? Um dieses Rätsel zu lösen führte Professor Boerne eine DNA-Reihenuntersuchung durch, während Kommissar Thiels Assistentin Nadeshada als Spargelstecherin getarnt, Undercoverermittlungen vor Ort übernimmt, um Mordmotive unter den am Gutshof lebenden Arbeitern herauszubekommen. Schon schnell wird Nadeshade fündig…

Sebastians Bewertung: ★★★★★★★★☆☆

Man könnte sagen, „Spargelzeit“ sei einer dieser typischen Münsteraner Tatortfolgen, nicht geprägt von übermäßiger Spannung, aber stets humorvoll, konfliktgetragen und abwechslungsreich, einfach gute Fernsehunterhaltung. Damit würde man aber in diesem Fall etwas zu kurz springen, denn „Spargelzeit“ passt zwar zur Reihe, sticht aber durch eine besonders hohe Pointenfrequenz hervor. Thiel (Axel Prahl) und Professor Boerne (Jan Josef Liefers) ermitteln dabei stets im sportlichen Zweikampf, ohne sich jedoch lächerlich zu machen und die Ernsthaftigkeit eines Krimis gänzlich zu vernachlässigen. So kauft man den Ermittlern selbst eine Szene ab, in der sich Boerne als Pferdeflüsterer versucht. Auch Staatsanwältin Klemm (Mechthild Großmann) kommt wie gewohnt in ihrer Paraderolle als Gewitterhexe zum Auftritt und wirkt dabei überzeugend uncharmant. Und weil sich zum Ende dieser Folge zu Slapstick auch noch Spannung gesellt, bietet „Spargelzeit“ statt guter, sehr gute Fernsehunterhaltung.

Majas Bewertung: ★★★★★★☆☆☆☆

Nachdem die Frau eines Spargelbauern ermordet aufgefunden wird, beginnen die Ermittlungen zuerst träge und Thiels Vater wird wegen Mordverdacht festgenommen. Während den weiteren Recherchen, in die sich Prof. Boerne wie immer einmischt und auf eigene Faust ermittelt werden Zusammenhänge zu früheren Fällen bekannt, u.a. zu der Vergewaltigung der Tochter des Opfers. Immer wieder überraschende Wendepunkte in den Ermittlungen sowie Verdächtige ziehen zwar an einigen Stellen die Handlung in die Länge und bewirken eine undurchsichtige Arbeitsweise des Kommissars und dem Rechtsmediziner, schaffen jedoch auch einen spannenden Fall. Zynismus und Ironie sind aus den Gesprächen und Diskussionen zwischen Boerne und Thiel nicht mehr wegzudenken und machen den Tatort Münster zu dem was er ist – einem Tatort zum Schmunzeln, zum Nachdenken und eigenen Vermutungen anstellen. Mittelmäßig bis gut.

Sendeinformationen

Drehbuch: Jürgen Werner
Regie: Manfred Stelzer
Erstsendung: 10.10.2010
Produktionssender: WDR
Arbeitstitel: Gutsherrenart
Produktionsfirma: Colonia Media
Drehort: Münster, Köln, Rommerskirchen, Delhoven, Straberg
Bildformat: 16:9
Redaktion: Anke Krause

Besetzung

Hauptkommissar Frank Thiel – Axel Prahl
Rechtsmediziner Prof. Karl – Friedrich Boerne – Jan Josef Liefers
Kommissarsanwärterin Nadeshda Krusenstern – Frederike Kempter
Silke Haller [Alberich] – Christine Urspruch
Staatsanwältin Wilhemine Klemm – Mechthild Großmann
Herbert Thiel – Claus D. Clausnitzer
Martin Pütz – Jörg Hartmann
Julia Pütz – Matilda Merkel
Saisonarbeiter – Agnieszka Piwowarska
Saisonarbeiter – Dimitri Bilov
Saisonarbeiter – Alexandru Mihaescu
Polizeiobermeister – Ronald Kukulies

Stab

Außenrequisite – Maiko Ophei
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Volker Langholz
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – George Bozkurt
Best Boy – Jürgen Tomadini
Continuity – Susanne Petersen
Garderobe – Meiken Reissig
Herstellungsleitung – Liane Retzlaff
Innenrequisite – Thomas Frankenberg
Kamera – Michael Wiesweg
Kameraassistenz – Frederic Batier
Kameraassistenz – Julian Hitomi
Kamerabühne – Jürgen Steil
Kindercoaching – Birgit Theis
Kostüme/Kostümbild – Brigitte Nierhaus
Motivaufnahmeleitung – Romy Guttmann
Oberbeleuchter – Christof Loeckle
Produktionsleitung – Marion Sand
Produzent – Sonja Goslicki
Regieassistenz – Regina Spreer
Schnitt – Bernd Schriever
Set-Aufnahmeleitung – Marcel Kommissin
Standfotografie – Martin Valentin Menke
Szenenbild – Thomas Schmid

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Sonja Oktober 10, 2010 um 20:45

Ein wahrhaft spannender Tatort und durch die sarkastischen Dialoge zwischen Boerne und Alberich obendrein noch sehr amüsant – der Tatort Münster ist doch immer wieder ein Erlebnis!

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