Spiel auf Zeit – Tatort Stuttgart – Folge 875

by on 26. Mai 2013

Getarnt als Polizeikontrolle gelingt vier Ganoven die Befreiung von Volker Zahn aus einem Gefangentransporter. Bei dieser Aktion wird der Fahrer des Transporters eiskalt ermordet. Zahn selbst ist der Anführer der Bande und sollte eigentlich eine Haftstrafe von 15 Jahren verbüßen. Die Stuttgarter Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) übernehmen die Ermittlungen und sind sich sicher, dass die Bande weder vor Gewalt, noch vor umfangreich geplanten Aktionen zurückschreckt.

Tatort Stuttgart - Spiel auf Zeit

Spiel auf Zeit – Tatort Stuttgart / Bild: SWR/Stephanie Schweigert

Dann meldet sich ein alter Bekannter bei den Kommissaren. Viktor de Man (Filip Peeters), ein Krimineller den Lannert einst hinter Gitter brachte, will Details über den Ausbruch von Zahn wissen und bietet gegen Hafterleichterung sein Unterstützung an. Lannert hat noch Skrupel de Man zu vertrauen, da er ihn eins als Undercover-Polizist im Stich lies. Doch schon der erste Hinweis des Insassen bringt die Ermittler bei ihrer Suche nach den Tätern ein Stück weiter und es gelingt, ein Mitglied der Bande festzunehmen. Sie kommen einem ganz großen Coup auf die Spur, der schon in den nächsten 24 Stunden stattfinden wird.

Sebastian Bootz hat gerade andere Probleme und ist strikt dagegen, nochmal aus die Hilfe von de Man zurückzugreifen. Seine Frau Julia hat ihm die Affäre mit einem anderen gestanden und ihn verlassen. Der Kommissar weiß im Moment nicht wo ihm der Kopf steht. Lannert setzt sich durch und tatsächlich gelingt es ein weiteres Mal, der Bande ein Schnippchen zu schlagen und den Waffenlieferanten festzunehmen. Doch noch ist die größte Gefahr nicht abgewendet, denn auch ohne die Schnellfeuergewehre wird die Bande den großen Coup versuchen…

Sebastians Bewertung: ★★★★★★★☆☆☆
In „Spiel auf Zeit“ treffen die Stuttgarter Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) mit Ganoven Viktor de Man auf einen alten Bekannten, der vorgibt nun auf Ihrer Seite zu stehen. Der Plot ist durchdacht, spannend und sehr abwechslungsreich gestaltet. Auch kleine Fehler oder Ungereimtheiten sind der Geschichte zu vergeben, denn für den Unterhaltungswert ist gesorgt. Schauspielerisch sorgt vor allem Filip Peeters als Viktor de Man für einige Highlights, aber auch die Kommissare zeigen sich gut in Form.

Technisch wird auf lange Sequenzen und Schnitte gesetzt. Leider passen die Schnitte nicht immer, so dass Filmfehler leicht zu entdecken sind. Die Farben wirken realistisch und passen zur Atmosphäre. Musik kommt vor allem in Form von Hintergrundsounds zum Einsatz.

Insgesamt ist dem SWR mit „Spiel auf Zeit“ ein guter Tatort gelungen, der als Tatort+ sogar seine interaktive Erweiterung im Internet findet. Besonders hervorzuheben ist der spannende Plot mit überraschendem Ende und die gute Leistung der Darsteller. So darf es mit dem Stuttgarter Tatort gerne weitergehen!

Majas Bewertung: ★★★★☆☆☆☆☆☆
“Spiel auf Zeit” ist der Titel des heutigen Tatort aus Stuttgart. Und leider spielen auch die Kommissare mit ihrer Zeit. Doch der Reihe nach. Auffällig ist, dass dieser Fall nicht wie gewöhnlich mit einem Mord bzw. einer Leiche und den anschließenden Ermittlungen beginnt. Vielmehr haben die Stuttgarter auf eine lange Verfolgungsjagd gesetzt.

Wieder einmal nehmen die familären Angelegenheiten von Hauptkommissar Sebastian Bootz (Felix Klare) jede Menge Sendezeit ein und man fragt sich, ob nicht genug Krimimaterial vorhanden war und deshalb immer wieder das Privatleben ausgepackt wird. Bootz ist außer sich, da sich seine Frau aus heiterem Himmel von ihm trennt. Er ist extrem aggressiv. Dieses Hin- und Hergeplänkel zwischen den Ermittlungen und Bootz Familie reist einen immer wieder aus dem eigentlich Fall heraus. Auch eine Verfolgungsjagd über den Dächern von Stuttgart und einer Schießerei am Schluss können den Fall nicht wirklich retten und lassen die Spannung immer wieder stocken.
Die Musik ist teilweise sehr auffällig, doch nicht unbedingt passend. Es scheint eher, dass die Musik die eigentliche Handlung überrennt. Außerdem sind die Szenen in der JVA extrem dunkel. Haben sie denn in Stammheim kein Licht? In “Spiel auf Zeit” können die Hauptkommissare mit ihrer schauspielerischen Leistung punkten. Doch das wars dann auch. Die beiden sind ein tolles Team, auch wenn ihre Fälle insgesamt immer schwächer werden. Schade.

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:30
Drehbuch – Holger Karsten Schmidt
Regie – Roland Suso Richter
Erstsendung – 26.5.2013
Produktionssender – SWR
Produktionsfirma – Maran Film
Drehort – Stuttgart, Baden-Baden, Karlsruhe
Bildformat – 16:9
Redaktion – Brigitte Dithard, Manfred Hattendorf

Besetzung
Hauptkommissar Thorsten Lannert – Richy Müller
Hauptkommissar Sebastian Bootz – Felix Klare
Staatsanwältin Emilia Álvarez – Carolina Vera
Kriminaltechnikerin Nika Banovic – Mimi Fiedler
Julia Bootz – Maja Schöne
Victor de Man – Filip Peeters
Volker Zahn – Detlef Bothe
Hagen Moscherosch – Aljosha Stadelmann
Angelika Brüggenthies – Georgia Stahl
Stephan Brüggenthies – Ronald Spiess
Johannes Betz – Christian Hebenstreit
SEK Leiter Reiser – Attila Borlan
Patrick Bennert – Markus Ertelt
Markus Stromiedel – Sebastian Gerold
Mathias Dinter – Martin Wangler
Der Spezialist – Ralf Wegner
Moritz Bahr – Christian Beermann
Leila – Luana Bellinghausen
Maja Bootz – Johanna Janssen
Henry Bootz – Jakob Höhne
N.N – Martin Butzke
N.N – Gökhan Arslan
N.N – Tyronn Angerhausen
N.N – Georg Blumreiter
N.N – Sarah Sanders
N.N – Max von Braunmühl

Stab
2nd Unit Kamera – Christoph Schmitz
Assistent der Set-AL – Anika Seiz
Außenrequisite – Christian Bößler
Außenrequisite – Silke ten Hove
Baubühne – Christian Schäfer
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Martin Kraus
Besetzung/Casting – Birgit Geier
Continuity – Patricia Teichert
Erster Aufnahmeleiter – Sabine Reiboldt
Filmgeschäftsführung – Jan Kist
Garderobe – Torsten Schütte
Herstellungsleitung – Michael Reusch
Innenrequisite – Helmut Lippmann
Kamera – Jürgen Carle
Kameraassistenz – Michael Merkel
Kameraassistenz – Martin Furch
Kameraassistenz – Oliver Haug
Kamerabühne – Matthias Schnetzer
Komparserie – Anita Lenz
Kostüme/Kostümbild – Barbara Fiona Schar
Location Scout – Johannes Eppinger
Maske/Maskenbildner – Claudia Koch
Maske/Maskenbildner – Thea Hanisch-Moll
Mischung – Patric Melüh
Musik/Filmkompositionen – Matthias Klein
Musik/Filmkompositionen – Michael Erdmann
Musik/Filmkompositionen – Jürgen Heidecke
Oberbeleuchter – Gerd Walter
Producer – Nils Reinhardt
Produktionsassistenz – Stefanie Raubold
Produktionsassistenz – Prisca Feuerer
Produktionsleitung – Andrea Pfeifer
Produzent – Sabine Tettenborn
Regieassistenz – Hellmut Fulss
Requisite – Jörg Gennun
Schnitt – Isabelle Allgeier
Schnittassistenz – Alisia Schäfer
Set-Aufnahmeleitung – Daniel Geier
SFX – Sven Kühn
Sounddesign – Jürgen Kramlofsky
Stunt Koordination – Dirk Hagedorn
Szenenbild – Joachim Schäfer
Ton/Filmtonassistenz – Johannes Winkler
Ton/Filmtonmeister – Michael Diehl

Weitere Meinungen und Rezensionen

Abendblatt.de: “Spiel auf Zeit” hat er als spannenden Polizeifilm nach amerikanischem Muster gedreht. Geschichte und Inszenierung bieten so viel Stoff, dass man sich gewünscht hätte, Richter hätte mehr Zeit zur Verfügung gehabt als die üblichen 90 “Tatort”-Minuten. Gerade die Schlusssequenzen mit der Schießerei an einem Bahnübergang hätte ein Hollywood-Regisseur sicher noch breiter ausgewalzt.

RP-Online.de: Immer wieder taucht dabei die Frage auf, wie weit das Gute dem Bösen trauen darf. Wenn Kommissar Lannert beteuert, für den Häftling de Man, mit dem er per Du ist, seine Hand ins Feuer zu legen – und Bootz später feststellt: “Ich denke, der Fehler war, dass du ihm vertraut hast”. Oder wenn der wieder eingesammelte Straftäter dem Polizisten erst das Leben rettet und ihm bei der Rückkehr ins Gefängnis als Abschied mit auf den Weg gibt: “Ich hab’ was gut bei dir.” Allgemeingültig gelöst wird die moralische Zwickmühle nicht.

Tittelbach.tvHolger Karsten Schmidt hat den Stuttgarter Kommissaren eine wendungsreiche, packende Geschichte geliefert, schickt Kommissare und Zuschauer auf falsche Fährten, alles dreht sich und dreht sich, nichts ist vorhersehbar. Das Duell zwischen Lannert und dem verurteilten Waffenhändler (ein Genuss, wie Filip Peters dem Bösen ein Gesicht gibt, das letztlich auch das Gute zeigt) geht in die zweite Runde – und ist noch stärker als der Fall aus dem Jahr 2009.

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