Summ summ summ – Tatort Münster – Folge 867

by on 24. März 2013

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Ganz Münster wird in Aufregung versetzt. Der alternde Schlagerstar Roman König (Roland Kaiser) ist in die Stadt gekommen, um der Damenwelt bei einem seiner Konzerte ordentlich den Kopf zu verdrehen. Auch Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl) kann sich dem Schmusesänger nicht entziehen, denn in der Tasche einer Toten wird eine Ehrenkarte für eines der Konzerte Königs gefunden. Die Journalistin Claudia Schäffer wurde tot auf dem Parkplatz eines Großmarktes gefunden. Alle Indizien deuten auf Mord hin, doch von einem Täter oder Motiv fehlt jede Spur.

Summ Summ Summ - Tatort-Münster

Summ Summ Summ – Tatort-Münster / Bild: WDR/Martin Menke

Thiel versucht sich Zugang zum Schlagersänger zu verschaffen, um ihn über die Tote zu befragen. Trotz der Abschirmung durch die resolute Managerin Ina Armbaum (Ulrike Krumbiegel) gelingt es dem Ermittler, seine Fragen an König loszuwerden. Der Schlagerstar bestreitet – genau wie seine Managerin – das

Opfer gekannt zu haben oder sich an das Konzert und die Ehrengäste zu erinnern. König gibt zudem zu Protokoll, sich vor seiner Stalkerin Christian Stagge (Fritzi Haberlandt) abschirmen zu müssen, da ihm diese permanent auf den Fersen sei.

Auch Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) ist mittem im Geschehen! Aufgrund zweier frei herumlaufenden Bananenspinnen musste der Rechtsmediziner ins Hotel umziehen und wohnt nun in einer Luxussuite direkt neben Schlagersänger König. So wird er auch Zeuge, als Manni Pleuger (Guntbert Warns) – ein ehemaliger Bandkollege Königs – im Hotel auftaucht und anscheinend eine offene Rechnung aus früheren Zeiten einlösen will…

Sebastians Bewertung: ★★★☆☆☆☆☆☆☆
Im neuen Münsteraner Tatort „Summ summ summ“ tauchen Thiel und Boerne in die Welt des Schlagers ab. Die Hauptdarsteller geben sich wie immer komödiantisch, ohne schauspielerische Hochleistungen abzuliefern. Die Nebenrollen können nicht sonderlich herausstechen. Roland Kaiser verkörpert dabei den Schlagerstar „Roman König“ gleich selbst und hat mit der Authentizität kein Problem.

Ganz typisch für den Tatort-Münster bietet der Plot wie immer viel Klamauk, etwas Witz und nur am Rande etwas Krimi. Die Geschichte ist selbstverständlich an den Haaren herbeigezogen und mit Klischees durchsetzt, wirkt aber immerhin nicht vollkommen konstruiert. Die Parallelen zum Fall Kachelmann sind zwar vorhanden, können aber die Thematik nicht einmal anreißen. Technisch wurde auf hohe Kontraste und helle Einstellungen Wert gelegt. In Sachen Sound und Musik wurden allerdings völlig übertrieben und die monotonen Fansprechchöre bei jeder Szene in der Hotellobby eingesetzt.

Insgesamt hat der WDR mit „Summ summ summ“ wieder einmal einen sehr klamaukigen Tatort abgeliefert, der leider nur sehr wenige Krimielemente enthält. Spannung ist ebenfalls ein absolutes Fremdwort. Es ist zunehmend schade, dass der Westdeutsche Rundfunk so wenig Wert auf einen echten Krimi legt. Wie schön wäre es, wenn das Gleichgewicht zwischen spannendem Krimi und beißend dunklem Humor wiederhergestellt werden würde.

Majas Bewertung: ★★★☆☆☆☆☆☆☆
Der “Summ, summ, summ”, der Tatort aus Münster, beginnt wahnsinnig unspektakulär, denn es gibt zwar eine tote Frau, doch Prof. Boerne (Jan Josef Liefers) und Alberich (Christine Urspruch) gehen einkaufen und haben die Ruhe weg. Wie immer strotzt der Münsteraner Tatort vor Sarkasmus, Ironie und Zynismus. Doch das Publikum will es so. Man hätte einfach mal die Zeit stoppen sollen, wieviel Krimihandlung wirklich in dieser Folge steckt. Insbesondere in der ersten Hälfte kann das nicht viel gewesen sein. Die Kappeleien zwischen Boerne, Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl), Alberich, Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) und auch Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Großmann) ist wahrscheinlich unschlagbar, nimmt aber einfach viel zu viel kriminalistische Handlung weg. Roland Kaiser, der in dieser Folge eine Gastrolle spielt, wurde wohl mit Recht Schlagersänger und nicht Schauspieler. Er hat sich zwar ganz gut mit seiner Rolle geschlagen, konnte jedoch nur punkten, da das schauspielerische Niveau des Tatort nicht allzu hoch gesteckt ist.

Insgesamt konnte mich der Tatort nicht vom Hocker reißen, denn die Handlung war durch und durch langweilig und hat sich zeitweise wie Kaugummi gezogen. Klamauk hin oder her, ein wenig mehr Spannung schadet auch einem Münsteraner Comedy-Krimi nicht.

Den Tatort-Titelsong “Egoist” (und das gesamte Album) von Roland Kaiser gibts auch als Download zu kaufen.

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:30
Drehbuch – Jan Hinter, Stefan Cantz
Regie – Kaspar Heidelbach
Erstsendung – 24.3.2013
Produktionssender – WDR
Produktionsfirma – Colonia Media
Drehort – Münster und Umgebung, Köln
Bildformat – 16:9
Redaktion – Nina Klamroth

Besetzung
Hauptkommissar Frank Thiel – Axel Prahl
Gerichtsmediziner Prof. Karl-Friedrich Boerne – Jan Josef Liefers
Nadeshda Krusenstern – Friederike Kempter
Silke Haller (Alberich) – Christine Urspruch
Staatsanwältin Wilhelmine Klemm – Mechthild Großmann
Herbert Thiel – Claus D. Clausnitzer
Roman König – Roland Kaiser
Ines Kallwey – Britta Hammelstein
Ina Armbaum – Ulrike Krumbiegel
Christiane Stagge – Fritzi Haberlandt
Susanne Siebert – Petra Kleinert
Manni Pleuger – Guntbert Warns
Klaus Sommer – Jürgen Klein
Hotelmanager – Moritz Heidelbach
Serviererin – Maggie Palarska
Dr. Reiser – Peter Clös

Stab
Aufnahmeleitung – Marcel Kommissin
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Björn Schäfer
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Benjamin Menne
Besetzung/Casting – Anja Dihrberg
Best Boy – Roland Scheidt
Continuity – Monika Goose
Erster Aufnahmeleiter – Markus Hesseling
Garderobe – Gesa Koepe
Herstellungsleitung – Liane Retzlaff
Innenrequisite – Stephanie Moldrings
Kamera – Achim Poulheim
Kameraassistenz – Jörg Viertel
Kostüme/Kostümbild – Lore Tesch
Lichtassistenz – Felix Brückner
Location Scout – Frank Meter
Maske/Maskenbildner – Peggy Schmitz / Lilkendey
Maske/Maskenbildner – Frauke Horn Mischung – Malte Zurbonsen
Musik/Filmkompositionen – Arno Steffen
Oberbeleuchter – Emil Jevtic
Postproduktion – Carla Schild-Kreindl
Produktionsassistenz – Jenny Mohnert
Produktionsleitung – Marion Sand
Produzent – Sonja Goslicki
Regieassistenz – Lars Parlaska
Requisite – Daniela Lohschelder
Schnitt – Hedy Altschiller
Schnittassistenz – Yasmin Koese
Sounddesign – Klaus Waßen-Floren
Standfotografie – Martin Valentin Menke
Stunts – Jürgen Klein
Szenenbild – Naomi Schenck
Ton/Filmtonassistenz – Sebastian Leukert
Ton/Filmtonmeister – Wolfgang Wirtz

Weitere Meinungen und Rezensionen

Spiegel.de: Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Großmann) referiert mit rauchiger Stimme und glasigen Augen über die Vortragskunst von Schlagersänger König, Gerichtsmediziner Boerne (Jan Josef Liefers) läuft im Kimono durchs Hotelzimmer und lauscht mit Kennermiene seltenen Opernaufnahmen, Kommissarsvater Thiel vertritt vor dem Beamtensohn das Recht auf Rausch. Das war vor zehn Jahren mal witzig, vielleicht sogar anarchisch. Aber nach der immer gleichen Formel zusammengerührt, wirkt das inzwischen nur noch wie ein schaler Schlager.

Abendblatt.de: Für Ermittlungen bleibt allerdings keine Zeit – Boerne muss den Zimmerpreis abliegen, die Rechnung beläuft sich auf exakt 1,58 Cent pro Liegeminute. Aber Ermittlungen sind in Münster ja ohnehin bestenfalls drittrangig.

Sueddeutsche.de: Das Komödiantische ist am Ende das, was diesen Tatort trägt. Oder: Ihr Witz ist alles, was sie in Münster haben. Denn wenn sich Thiel tatsächlich mal an Ermittlungen macht und Verhöre durchführt, spürt man, dass der Krimi aus Münster furchtbar langweilig wäre, wenn er Krimi sein müsste.

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