Tatort feiert 40. Geburtstag – Wir gratulieren!

von Redaktion am 29. November 2010

Es war einmal vor über 40 Jahren beim WDR als Gunther Witte den Tatort erfand. Ganz so märchenhaft mag es wohl nicht gewesen sein, doch war damals kaum abzusehen, dass die Krimiserie einen derartigen Kultstatus im deutschen TV erreichen wird und vier Jahrzehnte später Jung und Alt gleichermaßen begeistert. Günther Rohrbach sollte für den WDR ein neues Format mit Krimicharakter konzipieren und legte diese Aufgabe in die  Hände von Gunther Witte. Zu dieser Zeit wurde im ZDF die beliebte Krimiserie “Der Kommissar” gezeigt. Die Stahlnetz-Krimis der ARD, die zwischen 1958 und 1968 ausgestrahlt wurden, wirkten nicht mehr zeigemäß, ja sogar altmodisch. Deshalb wurde nach einem neuen und frischen Format gesucht.

Eine frühere Serie, in der es um authentische Fälle in Berlin ging, brachte Witte die entscheidende Idee. Er betitelte die neue Serie mit “Tatort”. Der Name sollte dann jeweils mit dem Handlungsort verknüpft werden. Außerdem wollte er die regionalen Rundfunkanstalten beteiligen, sodass regionale Sendegebiete mit eigenen Folgen entstehen sollten. Das eigentliche Konzept war also geboren, doch stieß er damit auf wenig Interesse bei den Produzenten. 1970 startete Gunther Witte dann einen weiteren Versuch und sein Projekt. Plötzlich und sehr kurzfristig sollte seine Idee nun doch umgesetzt werden. Allerdings trat ein schwerwiegendes Problem auf, denn die neuen Folgen konnten gar nicht so schnell gedreht werden.

Die erste Folge der heute so erfolgreichen Krimiserie heißt “Taxi nach Leipzig” und wurde am 29. November 1970 ausgestrahlt. Produziert wurde dieser erste Tatort vom NDR und der Schauspieler Walter Richter stieg in die Rolle des Kommissar Trimmel. Interessant bei diesem Film ist, dass er ursprünglich nicht für die Tatort-Reihe gedreht wurde, sondern erst nachträglich integriert wurde. Bereits ein Jahr zuvor wurde der Film “Exklusiv!” ausgestrahlt, indem bereits Kommissar Trimmel in der Hauptrolle spielte. Dieser Krimi wurde 1971 wiederholt und als 9. Tatort-Folge ein zweites Mal im TV-Programm untergebracht. Neben dem NDR haben auch andere Rundfunksender Krimis als Tatort gekennzeichnet, die zuvor als eigenständige Produktionen gedreht wurden.

Natürlich unterliegt jeder Tatort einem bestimmten Konzept welches bereits von Gunther Witte festgehalten wurde und die drei folgenden Grundregeln enthält:

  • Die Sender drehen regionale Geschichten, sodass die Vielfähltigkeit den Zuschauer reizen soll.
  • Die Fälle sollen möglichst authentisch sein, was nicht bedeutet, alltägliche Polizeiarbeit abzubilden.
  • Die Kommissare bzw. deren Teams sollen im Mittelpunkt stehen. Jedoch sollen sowohl objektive als auch subjektive Perspektiven aufgezeigt werden.

Auch die heutigen Drehbücher unterliegen noch diesen Regeln. Insbesondere die regionale Vielfalt macht den Tatort beim Publikum beliebt und interessant. Die meisten erkennen bekannte Plätze und Straßen wieder oder verfolgen seit Jahren die gleichen Ermittler, die ganz klar zum Sonntag-Abend-Programm gehören.

Wir wünschen dem Tatort alles Gute zum 40jährigen Jubiläum und freuen uns auch in den kommenden Jahren auf weitere Folgen, Ermittler und Verbrechen, die es aufzuklären gilt.

Keine weiteren Tatorte aus dieser Stadt

{ 1 Kommentar… lies ihn unten oder schreib selbst einen }

uli November 29, 2010 um 11:50

Obwohl ich in letzter Zeit viel Tatort-Recherche betrieb, habe ich Euer Blog grad erst entdeckt. Aber zum 40-jährigen Jubiläum haben wir auch was.

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