Tod einer Lehrerin – Tatort Ludwigshafen – Folge 809

by on 11. September 2011

Das Schuljahr beginnt und die Lehrerin Heike Fuchs sollte eigentlich schon vor ihrer Klasse stehen und unterrichten, doch die Klassenleiterin taucht nicht auf. Daraufhin findet die gerufene Polizei die Leiche der Lehrerin in ihrer eigenen Wohnung. Bereits auf den ersten Blick ist für Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) klar, dass Heike Fuchs in ihrem Zimmerspringbrunnen ertränkt wurde. Der Ermittlerin fällt am Tatort ein junges schwarzes Mädchen auf, welches beim Anblick der Polizei sofort die Flucht ergreift und offensichtlich zur Wohnung der Lehrerin wollte.

Tod einer Lehrerin Tatort Ludwigshafen

Tod einer Lehrerin - Tatort Ludwigshafen / Bild: SWR/Stephanie Schweigert

Als Odenthal dieses Mädchen bei den weiteren Ermittlungen in der Schule antrifft, verstärkt sich ihr verdacht, dass die Schülerin etwas zur Aufklärung der Tat betragen kann. Doch Eshe Steger will nicht mit den Kommissaren sprechen und schweigt sich über ihre Lehrerin aus. Die dazu gerufene Mutter Dafina und Eshes Stiefvater Enno unterstützen ihre Tochter bei ihrer Haltung. Auch die Verbindung zwischen Lehrerin, Schülerin und Eltern ist schnell klar, denn Heike Fuchs war regelmäßige Besucherin im deutschafrikanischen Begegnungszentrum. Dessen Leiterin Regula Großmann klärt auf, dass sich diese Besuche auf ein gemeinsames Kunstprojekt beschränkten. Lena Odenthal kommt an dieser Stelle nicht mit den Ermittlungen weiter, traut dieser Geschichte allerdings nicht.

Ein weiterer Verdacht richtet sich gehen das Ehepaar Betz. Ihr Sohn Nico war bei einer Klassenfahrt mitten in der Nacht betrunken zum Baden gegangen und ist dabei im Meer ertrunken. Die Familie gibt Heike Fuchs, trotz gerichtlichem Freispruch, die Schuld an dem Tod ihres Sohnes und kann sogar etwas Freude über das Hinscheiden der Lehrerin nicht verhehlen. Der Verdacht erhärtet sich, da Nicos Mitschüler Paul den Eltern nach Prozessende neue Informationen über die Lehrerin und die Unglücksnacht übermittelt hat. Über die Vorkommnisse im Landschulheim redet Exschüler Paul mit den Kommissaren noch ganz offen, wobei ziemlich schnell klar wird, dass er mit Nico um Eshes Gunst konkurrierte und nicht viel von ihm hielt. Als es aber um seinen eigenen Hass gegen die Lehrerin geht, die in seinen Augen für sein Verlassen der Schule verantwortlich ist, zieht der 17-jährige es vor abzuhauen.

Während Mario Kopper (Andreas Hoppe) die Alibis der Familie Betz überprüft, geht Lena Odenthal den rätselhaften Aufzeichnungen nach, die Heike Fuchs zum Thema Afrika hinterlassen hat. Offensichtlich beschäftigte sie sich intensiv und engagiert mit einer ganz bestimmten Frage. Nur welche das sein soll, erschließt sich den Kommissaren nicht. Im Begegnungszentrum können weder Regula Großmann noch Dafina Steger der Kommissarin weiterhelfen. Gerade das macht Lena noch misstrauischer. Eshes Wissen wird ihr weiterhelfen, dessen ist sie sich sicher. Aber wie soll sie das Mädchen dazu bewegen, sich ihr zu offenbaren? Erst als die latente Bedrohung, die über Eshe schwebt, zur realen Gefahr wird, überwindet sich das Mädchen doch noch und ruft die Kommissare zu Hilfe…

Sebastians Bewertung: ★★★★★★☆☆☆☆

In „Tod einer Lehrerin“ gehen Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Köpper (Andreas Hoppe) routiniert ihren Ermittlungen nach. Zwar fehlen die ganz großen schauspielerischen Glanzlichter, aber die Eine oder Andere humorige Einlage weiß durchaus zu überzeugen. In den Reihen der Nebendarsteller sticht wieder einmal Florence Kasumba als Defina Steger heraus, die bereits zu Beginn des Jahres in „Der illegale Tod“ auf sich aufmerksam machen konnte. Kamera und Bild agieren angemessen, eine freundliche Farbgebung unterstützt die multikulturellen Aspekte des Plots. Andererseits kann die Handlung nicht vollends überzeugen und stolpert an einigen Stellen über zu stark aufgetragene Klischees (im Restaurant läuft Musik von Nek) und ein etwas langsames Erzähltempo.

Insgesamt ist dem SWR mit „Tod einer Lehrerin“ ein solider Tatort gelungen, der die Zuschauer gleichermaßen unterhaltsam und – zumindest über weite Strecken – spannungsreich durch den Sonntagabend führt. Neben den Kommissaren bestechen einmal mehr die Nebendarsteller. Nach den eher enttäuschenden letzten Ausstrahlungen des Ludwigshafener Tatort Teams ist nun endlich auch mal ein Aufwärtstrend sichtbar.

Maja Bewertung: ★★★☆☆☆☆☆☆☆

Der Tatort “Tod einer Lehrerin” hat mich bereits im Vorfeld nicht angesprochen und kann mich auch im Nachhinein nicht überzeugen. Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) könnte mit etwas mehr Freundlichkeit und weniger Verbissenheit einiges an Sympathie bei den Tatort-Zuschauern gewinnen. Sie wirkt ständig genervt und das ist das Publikum oft auch von ihr. Und in manchen Szenen scheint es, als renne Odenthal um ihr Leben. Mario Kopper (Andreas Hoppe) hat ganz andere Probleme, denn er wird von seiner Vergangenheit eingeholt und ihm steht eine junge Frau gegenüber, die möglicherweise seine Tochter ist. Schon wieder wird das Privatleben eines Kommissars in den Fall gedrängt. Doch Andreas Hoppe wirkt in seiner Rolle als Tatort-Kommissar durchaus authentisch und glaubwürdig. Die Schauspielerin Corazon Herbsthofer spielte übrigens dieses Jahre bereits in “Der illegale Tod” im Tatort Bremen mit.

Die Verstrickungen in “Tod einer Lehrerin” sind vielseitig und die Handlung deshalb verwirrend. Ein schwarzes Mädchen und ihre Familie stehen im Mittelpunkt. Die Klischees rund um Afrika machen den Tatort leider auch nicht glaubwürdiger. Doch zum Schluss beginnt die Folge durchaus spannend zu werden. Thematisiert wird der afrikanische Brauch der Genitalverstümmelung. Die Wendung kommt spät, doch wird dann noch einiges aus diesem Tatort herausholt.

Sendeinformation
Sendelänge: ca. 90:00 Minuten
Drehbuch – Hans Gerd Müller-Welters, Thomas Freundner
Regie – Mark Schlichter
Erstsendung – 11.09.2011
Produktionssender – SWR
Produktionsfirma – Maran Film
Drehort – Ludwigshafen, Karlsruhe, Baden-Baden
Arbeitstitel: Meeka, Der Moment des Todes, Der Stachel im Fleisch
Bildformat – 16:9
Redaktion – Manfred Hattendorf

Besetzung
Hauptkommissarin Lena Odenthal – Ulrike Folkerts
Hauptkommissar Mario Kopper – Andreas Hoppe
Kriminaltechniker Peter Becker – Peter Espeloer
Frau Keller – Annalena Schmidt
Eshe Steger – Corazon Herbsthofer
Dafina Steger – Florence Kasumba
Enno Steger – Wolfgang Michael
Regula Großmann – Petra Zieser
Dr. Großmann – Stephan Schwartz
Herr Betz – Rüdiger Klink
Frau Betz – Silke Geertz
Schutzpolizist – Stefan Roschy
Burkhard – Michael Benthin
Paul – Vincent Redetzki
Meeka Steger – Emisya Valeta
Frau Seitz – Christiane Bachschmidt
Marie – Claudia Eisinger
Nachbar – Karl-Heinz Gierke

Stab
Erster Aufnahmeleiter – Dirk Eickhoff
Innenrequisite – Helmut Lippmann
Kamera – Andreas Schäfauer
Kameraassistenz – Christina Fauth
Kostüme/Kostümbild – Barbara Fiona Schar
Maske/Maskenbildner – Matina Hartmann
Maske/Maskenbildner – Toni Longequeue
Produzent – Sabine Tettenborn
Regieassistenz – Sherard Jayasuriya
Set-Aufnahmeleitung – Volker Stappenbeck
Szenenbild – Ingrid Henn

Weitere Meinungen und Rezensionen

Welt Online: “Tod einer Lehrerin“ ist ein konventioneller „Tatort“. Ein Paar unterhält sich etwa so: „Es wird alles herauskommen“ – „Nein, das wird es nicht. Du musst einfach die Nerven behalten, versprichst du mir das?“ Nett an dem Krimi sind die Dialekt sprechenden Nebenfiguren. Potenzial zum „Tatort“-Klassiker hat er nicht.

Neue Osnabrücker Zeitung: Denn es ist mal wieder so ein „Tatort“, den man auch im Radio senden könnte. Schnelle Schritte bedeuten: Lena rennt. Und ansonsten erklärt sich alles über Dialoge. Kein starkes Bild, das für sich spricht, kein Schnitt, der überrascht, keine Szene, die haften bleibt. Die Handlung schleppt sich durch den Sonntagabend hin zu Günther Jauch. Und der Film findet nur mühsam sein eigentliches Thema, wird erst spät interessant.

Movieselection: Die Drehbuchautoren Thomas Freundner und Hans Gerd Müller-Welters haben sich ein paar unvorhersehbare Wendungen in diesem Fall einfallen lassen, auf die man nicht so schnell kommt. Absolut packend und kurzweilig noch dazu, (…)

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Tod einer Lehrerin - Tatort Ludwigshafen - Folge 809, 7.3 out of 10 based on 8 ratings

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Marloh September 11, 2011 um 21:16

Kann Odenthal nicht endgültig zum Sozialamt wechseln, das nervt nun schon 20(?) Jahre, das Gehabe. Und diese Dauer- WG mit Kopper, so lange läuft real wohl keine. Als der blaue Lieferwagen kam…. hoffte ich: Ende dieser Besetzung. Aber nein, sie läuft und läuft und läuft und zieht dazu extra die Handschuhe aus.

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