Willkommen in Hamburg – Tatort Hamburg – Folge 865

by on 10. März 2013

Nick Tschiller (Til Schweiger) zieht mit seiner Tochter Lenny (Luna Schweiger) neu nach Hamburg, um seinen Dienst beim LKA Hamburg anzutreten. Zusammen mit Neukollege Yalcin Gümer (Fahri Ögün Yardim) führt ihn sein erster Fall zu einer routinemäßigen Wohnungsüberprüfung, die es in sich hat. Sie finden heraus, dass es sich bei der Wohnung um ein Versteck für minderjährige Prostituierte handelt. Plötzlich stehen die Zuhälter der Mädchen vor der Tür und es kommt zu einer wilden Schießerei, bei der drei Mitglieder des Astan-Clans getötet werden. Eine Gang, mit der die Hamburger Polizei so etwas wie einen Nichtangriffspakt geschlossen hatte.

Tatort Willkommen in Hamburg

Tatort “Willkommen in Hamburg” / Bild:NDR/Marion von der Mehden

Durch sein draufgängerisches Vorgehen hat sich Tschiller bereits am ersten Tag ein paar Feinde in den eigenen Reihen gemacht und muss sich direkt einer internen Untersuchung stellen, die Staatsanwältin Hanna Lennerz (Edita Malovcic) leitet. Es stellen sich einige Fragen zu dieser Hausdurchsuchung und Tschillers Vorgesetzter Holger Petretti (Tim Wilde) begegnet dem Ermittler mit zunehmendem Misstrauen.

Nun in Partner Gümer hat Tschiller einen Verbündeten gefunden. Dieser unterstützt dem Ermittler aus dem Krankenhaus, in das er mit einer Schussverletzung gebracht wurde. Zu allem Überfluss versteckt Tschiller die junge Prostituierte Tereza eigenmächtig in Yalcins Wohnung und versucht die Verwicklungen der Kollegen in diesen Fall zu entwirren. Tatsächlich gibt es in der Behörde irgendwo ein Leck, da die Gangster es regelmäßig schaffen Tschiller aufzuspüren. Im Alleingang versucht das Raubein den Fall zu lösen und bringt dabei nicht nur sich selbst in größte Gefahr!

Sebastians Bewertung: ★★★★★☆☆☆☆☆
Im neuen Schweiger-Tatort „Willkommen in Hamburg“ trifft Nick Tschiller alias Til Schweiger auf seinen alten Kollegen Max Brenner (Mark Waschke), der sich als Frontenwechsler erweist. Das Drehbuch wurde vollständig auf Schweiger zugeschnitten, der neben seiner Tochter auch noch seine Sidekicks mit ans Set brachte. Schauspielerisch waren von Til und Luna Schweiger keine Höchstleistungen zu erwarten. Dieses Versprechen wurde auch umgehend eingelöst. Immerhin liefern die Nebenrollen eine solide Vorstellung ab. Leider kann der Plot mit der leichten und seichten Action-Unterhaltung auch nicht wirklich zum Gesamtergebnis beitragen.

Immerhin hat Regisseur Christian Alvart – zuletzt verantwortlich für zwei starke Borowskis – so ziemlich alles aus dieser Geschichte herausgeholt: Lange Schnitte, kurze Schnitte, Kamerafahrten, Handkamera und Studio-Cam – Das volle Repertoire wurde ausgeschöpft. Auch die Ausstattung lässt sich nicht lumpen. Soundeffekte und Musik finden einen harmonischen Einsatz.

Insgesamt hat der NDR beim Schweiger-Debüt einen seichten Actionfilm abgeliefert, der immerhin mit einigem Aufwand und technischer Raffinesse umgesetzt wurde. Dass sowohl Schweigers Schauspiel, als auch die Handlung keine Berge versetzen werden, war sicher allen Zuschauern von Anfang an klar. Unter dieser Prämisse muss man fast dankbar sein, dass man zumindest seicht unterhalten wurde, ohne sich unentwegt über die Defizite aufregen zu müssen. Des Weiteren steht auch jetzt schon fest, dass Schweiger top Quoten erzielen und den Tatort für eine neue Zielgruppe hübsch machen wird. Unter diesen Voraussetzungen ist einmal Jährlich sogar ein Ballermann Namens Tschiller zu ertragen.

Majas Bewertung: ★★☆☆☆☆☆☆☆☆
Viel wurde in den letzten Monaten geschrieben und spekuliert – heute gibt es den ersten Tatort mit Til Schweiger aus Hamburg. Überzeugen konnte er leider nicht und auch gute Fernsehunterhaltung geht anders. Im Grunde knallt Hauptkommissar Nick Tschiller (Til Schweiger) direkt drauf los und erschießt gleich drei Menschen “aus Notwehr” in seiner ersten Folge “Willkommen in Hamburg”. Sein erstes Wort ist “Fuck”. Geht ja gut los, hat sich der eine oder andere vor dem TV wohl auch gedacht. Zu recht.

Nick Tschiller gibt sich als Ermittler unfähig, wie ein Neuling, er verzieht kaum das Gesicht und wirkt einfach nur teilnahmslos und ohne Emotionen. Wie in anderen Filmen auch, spielt an der Seite von Til Schweiger seine Tochter Luna (hier spielt sie ebenfalls seine Tochter namens Lenny Tschiller). Dem Zuschauer kommen da schon Erinnerungen aus Österreich, denn in den Folgen nimmt auch immer die Tochter von Sonderermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) eine Rolle ein bzw. ist meistens irgendwie in den Fall verwickelt. Am Schluss kann zwar die Mimik von Hauptkommissar Tschiller immernoch nicht überzeugen, aber er drückt plötzlich ziemlich auf die Tränendrüse. Sein Kollege Yalcin Gümer (Fahri Ögün Yardim) dagegen liefert einen guten Job ab. Einzig alleine er scheint wirklich an dem Fall zu arbeiten und sich der Auklärung zu widmen – und das sogar von seinem Krankenhausbett aus. Zu Beginn ist er sehr hektisch und panisch, doch während der Folge lernt man ihn mögen. Wir können also gespannt sein, wie er sich an der Seite von Tschiller schlägt und ob der das Ruder herumreißen und das Publikum für sich gewinnen kann. Auch Wotan Wilke Möhring nimmt eine kleine Rolle als Hauptkommissar Thorsten Falke beim Polizeipräsidium Hamburg ein. Schade, dass er nur in einer kurzen Szene mitspielt. Doch wird der Schauspieler in und um die Hansestadt einen eigenen Tatort bekommen und am erstmals 28.04.2013 zu sehen sein. Die Handlung an sich beginnt erst mit der zweiten Hälften, doch der Tatort ist kaum noch zu retten.

Insgesamt ist der Tatort “Willkommen in Hamburg” einfach nur langweilig. Die gespielten Actionszenen sind derart überzogen, dass es einfach keinen Spaß macht zuzusehen. Man fragt sich, warum es hier eigentlich geht und ob nun Schweiger als Kommissar oder die Handlung an sich schlechter ist.

Sendeinformationen
Sendelänge – 88:30
Drehbuch – Christoph Darnstädt
Regie – Christian Alvart
Erstsendung – 10.3.2013
Produktionssender – NDR
Arbeitstitel – Kiezfrieden, … und bist du nicht willig!
Drehort – Hamburg
Bildformat – 16:9
Redaktion – Christian Granderath

Besetzung
Hauptkommissar Niklas “Nick” Tschiller – Til Schweiger
Yalcin Gümer – Fahri Ögün Yardim
Lenny Tschiller – Luna Schweiger
Staatsanwältin Hanna (Lennertz) – Edita Malovcic
Isabella Schoppenroth – Stefanie Stappenbeck
Holger Petretti – Tim Wilde
Max Brenner – Mark Waschke
Sandra Bieber – Marvie Hörbiger
Biggi – Jytte-Merle Böhrnsen
Tereza – Nicole Mercedes Müller
Elina – Svetlana Ustinova
Firat Astan – Erdal Yildiz
Ismal Astan – Sahin Eryilmaz
Rechtsanwalt Gerwin – Hannes Hellmann
Jirka – Asia Luna Mohmand
Orhan – David Scheller
Amed – Kasem Hoxha
Verkaüferin – Dana Cebulla
Herkuran – Arthur Abraham
Bankvorstand Mossbach – Erich Krieg
Thomalla – Michael Ehnert
Hauptkommissar Thorsten Falke – Wotan Wilke Möhring

Stab
2nd Unit Kamera – Moritz Kaethner
Assistent der Set-AL – Sibylle Schuster
Assistent der Set-AL – Daniel Wagner
Assistent der Set-AL – Jonas Hentschel
Außenrequisite – Desiree Peton
Baubühne – Sebastian Scheuerecker
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Stefan Uhlenbrock
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Daniel Wiencke
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Markus Bleier
Besetzung/Casting – Emrah Ertem
Best Boy – Henning Blum
Erster Aufnahmeleiter – Jeannette Wolf
Filmgeschäftsführung – Swantje Gerick
Garderobe – Tanja Schieh-Schneider
Garderobe – Sabrina Kandler
Herstellungsleitung – Lutz Weidlich
Innenrequisite – Karola Soos
Kamera – The Chau Ngo
Kamera – Moritz Kaethner
Kameraassistenz – Gregor Grieshaber
Kameraassistenz – Wolf Voit
Kameraassistenz – Alexander Schloten
Kamerabühne – Ilko Petkow
Kostümbildassistenz – Sabine Bockmeyer
Kostüme/Kostümbild – Ingken Benesch
Lichtassistenz – Boris Lohmeyer
Lichtassistenz – Ben Rahf
Lichtassistenz – Marko Peros
Lichtassistenz – Jonathan Kaiser
Maske/Maskenbildner – Ulrich Ritter
Maske/Maskenbildner – Pamela Grujic
Maske/Maskenbildner – Marie-Ena Wolf
Motivaufnahmeleitung – Michael Bruns
Motivaufnahmeleitung – Jörg Enoch
Musik/Filmkompositionen – Martin Kotscharov
Oberbeleuchter – Zoran Bravaric
Postproduction Supervisor – Thorsten Wirth
Produktionsassistenz – Annika Schwingel
Produktionsfahrer – Dirk Niemeyer
Produktionsleitung – Holger Heinßen
Produzent – Friedrich Wildfeuer
Regieassistenz – Lena Bahrs
Regieassistenz – Sven Bunge
Requisitenfahrer – Jan Dallmeyer
Schnitt – Sebastian Bonde
Schnittassistenz – Bine Pufal
Set Dresser – Susanne Lingens
Set Dresser – Maik Lehmann
Set-Aufnahmeleitung – Skipper Norden
SFX – Norbert Skodock
Sounddesign – Andre Mundt
Standfotografie – Marion von der Mehden
Szenenbild – Thomas Freudenthal
Ton/Filmtonassistenz – Marco Krüger
Ton/Filmtonmeister – Joern Martens
Ton/Filmtonmeister – Tomas Kanok
Videooperator – Carolin Biedermann

Weitere Meinungen und Rezensionen

Spiegel.de: “Viel Action im Vorfeld eines außergewöhnlichen Action-Thrillers? Doch auch als Action-Kintopp geht die Produktion nicht auf. Dieser “Tatort” will großes Kino sein – doch am Ende ist er nur eine Glamour-Ruine wie die Hamburger Elbphilharmonie, die hier einmal jämmerlich im Nebel rumsteht.”

LVZ-online.de: “Die Charaktere bei Schweigers Einstand nun – hilflose Mädchen, starke Männer und eine sexy-kluge Staatsanwältin – sind ebenso einfach wie klar. Mit Ausnahme des abtrünnigen alten Partners von Kommissar Tschiller, Max Brenner (Mark Waschke), sucht der Zuschauer hintergründige Figuren vergebens. Abgefedert wird diese Eindimensionalität – ähnlich wie in den Schweiger-Filmen – jedoch durch schlagfertige Dialoge zwischen den Protagonisten. Alles in allem erwartet den Zuschauer ein leichter, unterhaltsamer Krimi. Ob das den „Tatort“-Fans gefällt, wird sich zeigen.”

Sueddeutsche.de: “Dabei hätte Schweiger es sich locker leisten können, den bösen Menschen da draußen allein mit diesem Tatort zu antworten, Freunde des Action-Genres werden begeistert sein. Schweigers erstes Wort im Dienst ist “Fuck”, seine erste Amtshandlung besteht darin, drei Mitglieder eines Mädchenhändler-Clans zu erschießen, unter anderem den Gastschauspieler Arthur Abraham: Boxfans kennen ihn als Blutboxer, oder einfach König Arthur. Wie jeder Actionfilm ist auch dieser hier testosterongeladen, ein wenig Cobra 11-Aroma hängt über dem Panorama, der Geruch von Jungbullenschweiß.”

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Bewertung: 6.6 von 10 (18 Bewertungen insgesamt.)
Willkommen in Hamburg - Tatort Hamburg - Folge 865, 6.6 out of 10 based on 18 ratings

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XXX März 10, 2013 um 21:52

Ihr macht unseren Tatort kaputt. Bitte Til Schweiger wieder absetzen.

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swanro März 10, 2013 um 22:23

Typischer Stil von “Alarm für Kobra 11″ ab nach RTL.
Mehr muß man dazu nicht sagen.
Zwei Sterne, weil es nocht etwas schlechter geht.

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