Mauerpark – Tatort Berlin – Folge 815

by on 23. Oktober 2011

Im Berliner Polizeipräsidium werden die Hauptkommissare Till Ritter (Dominic Raacke) und Felix Stark (Boris Aljinovic) von Lukas Vogt (Robert Gwisdek) aufgesucht. Der junge Mann scheint nervlich am Ende und völlig verrückt zu sein und behauptet zudem, dass er verfolgt wird. Kurz nachdem Ritter ihn rausgeworfen hat, werden die Kommissare zu einem neuen Einsatz am Mauerpark gerufen. Der bekannte Rechtsanwalt Simon Herzog (Christoph Gareisen) wurde ermordet aufgefunden. Am Tatort treffen Ritter und Stark wieder auf Vogt. Als die Ermittler die Vergangenheit des Toten unter die Lupe nehmen, stoßen sie auf einige Drohbriefe von Muller, einem seiner Opfer.

Mauerpark Tatort Berlin

Mauerpark - Tatort Berlin / Bild: rbb/Julia von Vietinghoff

Als sie Muller verhören, wendet sich der Fall und plötzlich geht es auch um eine Entführung eines Babys vor 25 Jahren. Muller wurde damals als Hauptverdächtiger beschuldigt und musste ins Gefängnis. Heute arbeitet er als Hausmeister bei Ina Killian (Rebecca Immanuel), die in Berlin als Charity-Lady bekannt ist und zudem die Tante des entführten Babys ist. Die Hauptkommissare Till Ritter und Felix Stark müssen herausfinden, was Lukas Vogt mit dem Fall von damals zu tun hat…

Sebastians Bewertung: ★★★★★★★☆☆☆
In „Mauerpark“ gehen die Berliner Hauptkommissare Till Ritter (Dominic Raacke) und Felix Stark (Boris Aljinovic) einem Mord nach, der in engem Zusammenhang mit einer Entführung steht, die 1988 in West-Berlin stattfand. So sind die Täter von damals, auch die Verdächtigen von heute. Schauspielerisch lebt die Folge von den vielen verschiedenen Charakteren. Die Kommissare selbst erhalten erstaunlich wenig Sendezeit. Besonders Robert Gwisdek sticht in seiner Rolle als paranoides Findelkind Lukas Vogt hervor. Die Handlung ist spannend und sehr interessant ausgemalt, aber leider auch etwas klischeeüberladen. Kamera und Bild schaffen es auf geschickte Art und Weise die Kälte der Umgebung auf die Handlung zu projizieren. Leider fällt diesmal die Maske mehrfach negativ auf, indem Wunden völlig unrealistisch oder von Szene zu Szene wechselhaft dargestellt werden.

Insgesamt ist dem Berliner Kommissaren zum 10. Dienstjubiläum ein guter Tatort gelungen. Der vor allem von einer geradlinigen und spannenden Handlung, sowie durchweg guten Darstellern lebt. Heiko Schier ist in seiner Doppelfunktion als Regisseur und Drehbuchautor eine wirklich gute Arbeit gelungen, bei der allenfalls angemerkt werden muss, das zeitweise ein wenig tief in den klischeeverseuchten Berliner Milieus gegraben wurde.

Majas Bewertung: ★★★☆☆☆☆☆☆☆
Verwirrend – ein durch und durch merkwürdiger Fall. Der Tatort “Mauerpark” aus Berlin strotz nicht gerade vor Spannung, fesselt aber doch in einer besonderen Art und Weise. Eine Folge, deren Geschichte weit in die Vergangenheit reist, kombiniert mit einem Fall der Gegenwart, sich jedoch in zuerst unverständliche und unüberschaubare Vorgänge verirrt und erst im letzten Drittel Licht ins Dunkle bringt. Zum Schluss gibts dann sogar noch etwas Schnelligkeit, die den Tatort jedoch auch nicht mehr in eine andere Richtung zerren kann.

Die beiden Kommissare Till Ritter (Dominic Raacke) und Felix Stark (Boris Aljinovic) haben zudem auch nicht ihre Höchstleistungen gebracht sondern eher mal so nebenher einen Tatort abgeliefert. Sie kamen kaum aus sich heraus, ihre Verhöre, ihre Ermittlungen und ihre Stimmung waren sehr gradlinig. Statt Großstadtlärm hatte man eher das Gefühl von Kleinstadtidylle und für einen Hauptstadt-Krimi war dieser Tatort mehr als enttäuschend.

Sendeinformationen
Sendelänge – ca. 88:30
Drehbuch – Heiko Schier
Regie – Heiko Schier
Erstsendung – 23.10.2011
Produktionssender – RBB / ARD-DEGETO
Produktionsfirma – Von Vietinghoff Filmproduktion
Drehort – Berlin, Potsdam Babelsberg
Bildformat – 16:9
Redaktion – Dr. Josephine Schröder-Zebralla

Besetzung
Hauptkommissar Till Ritter – Dominic Raacke
Hauptkommissar Felix Stark – Boris Aljinovic
Lutz Weber – Ernst-Georg Schwill
Ina Kilian – Rebecca Immanuel
Laura Kilian – Rebecca Immanuel
Lukas Vogt – Robert Gwisdek
Simon Herzog (Rechtsanwalt) – Christoph Gareisen
Nadja Skrebber – Eva Bay
Gregor Müller – Sven Lehmann
Pollack (Schrottplatzbesitzer) – Hansjürgen Hürrig

Stab
Außenrequisite – Martin Lewandowitz
Baubühne – Ralf Jagnow
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Tilman Hautsch
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Shawn Gordon Becker
Beleuchter/Beleuchtungstechnik – Tilo Glawe
Besetzung/Casting – Uwe Bünker
Best Boy – Tobias Brekle
Bühnenmaler – Fee Doßmann
Continuity – Claudia Nandini Adhikary
Erster Aufnahmeleiter – Lena Reuter
Filmgeschäftsführung – Fritz-Peter Lütyens
Garderobe – Martina Steiner
Geräusche – Peter Deininger
Innenrequisite – Gregor Mager
Kamera – Frank Lamm
Kamerabühne – Hannes Tröger
Kameraassistenz – Gregor Grieshaber
Kostüme/Kostümbild – Joyce Tan
Location Scout – Emilio Winschetti
Location Scout – Tobias Palmer
Maske/Maskenbildner – Renate Bredereck
Maske/Maskenbildner – Irmela Osswald
Motivaufnahmeleitung – Christian Metz
Musik/Filmkompositionen – Christopher Bremus
Oberbeleuchter – Matthias Reisser
Produktionsfahrer – Thomas Hempel
Produktionsfahrer – Robert Noack
Produktionskoordination – Nicole Wolfarth
Produktionsleitung – Marcella Rafael
Produzent – Joachim von Vietinghoff
Regieassistenz – Isabel Paul
Requisitenfahrer – Johannes Wegener
Schnitt – Ute Astrid Rall
Set-Aufnahmeleitung – Ender Firat
Standfotografie – Julia von Vietinghoff
Szenenbild – Olaf Schiefner
Ton/Filmtonmeister – Carsten Arnolds

Weitere Meinungen und Rezensionen

Prenzlauerberg-Nachrichten: Wer seine Stimmung schon mal auf November-Niveau drücken will oder gerne den lokalpatriotischen Klugscheißer spielt, der sollte den Sonntagabend definitiv vor dem Fernseher verbringen.

FR-Online: Heiko Schier legt viele Spuren. Auch seine Regie ist ambitioniert, mit schnellen Schnitten und rätselvollen Nachtbildern. Aber da die unambitionierten „Tatorte“ aufs Ganze gesehen in der Mehrzahl sind, ist man doch dankbar für die Herausforderung, die zudem von durchweg starken Darstellern überbracht wird.

Spiegel.de: Erstaunlich, wie viel aktuelle Debatte die Macher in ihren “Tatort” kriegen, ohne den beiläufigen Tonfall zu verspielen. Am Ende wendet sich die Geschichte schließlich in ein verschlungenes Melodram, (…). Auch hier ist der Film ambitioniert, ohne seine Leichtigkeit zu verspielen.

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Bewertung: 6.5 von 10 (11 Bewertungen insgesamt.)
Mauerpark - Tatort Berlin - Folge 815, 6.5 out of 10 based on 11 ratings

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Christian Steinhoff Oktober 25, 2011 um 20:50

Hy,
kann mir wer sagen, wie das Lied, das in der Folge eine zentrale Rolle gespielt hat, das von dem alten Tape, heißt?? Ich kenn die Nummer, hab aber keine Idee wegen Name, Band,…wer cool!!
Servus aus Wien

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